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Was ist Supervision? Bedeutung, Funktion und Ziele einer Supervision

Ob Konflikte im Team, Mobbing oder Stress bei der Arbeit - Supervision soll dagegen helfen oder im besten Fall auch vorbeugen. Doch warum ist Supervision so wichtig, wie funktioniert sie und wann macht eine Beratung in dieser Art überhaupt einen Sinn? Die Supervision ist eine Form der Beratung für Mitarbeiter/innen und fördert vor allem die Kommunikation und Gesundheit am Arbeitsplatz.

Gemeinsam wird bei der Supervision die eigene Arbeit noch einmal überdacht und besprochen. SN/pixabay
Gemeinsam wird bei der Supervision die eigene Arbeit noch einmal überdacht und besprochen.

Herausforderungen gibt es am Arbeitsplatz zur Genüge. Das Projekt kommt einfach nicht in die Gänge, der Kollege fühlt sich vom restlichen Team ausgeschlossen und der Kunde strapaziert mit seinem Verhalten die Nerven aller Beteiligten. Nicht erst dann, wenn die Hütte sprichwörtlich bereits brennt, empfiehlt sich eine regelmäßige Supervision. Supervision ist eine professionelle Begleitung durch entsprechend ausgebildete Psychologen, die die Gesundheit der Arbeitnehmer entscheidend unterstützen. Doch wie sieht eine Supervision aus und was bringt eine professionelle Begleitung in Krisenzeiten?

Was bedeutet Supervision?

Um alle offenen Fragen zu diesem Thema beantworten zu können, sollte zuallererst die Bedeutung von Supervision geklärt werden. Supervision stammt von den lateinischen Wörtern "super" und "vision", was so viel wie "über" und "beobachten/sehen" bedeuten. Eine allgemeine Definition lautet, das Einnehmen einer hilfreichen Vogelperspektive. Doch umgangssprachlich spricht man von einer Form der Beratung für Einzelpersonen, Teams oder Gruppen. In diesen Sitzungen wird die Kommunikation gefördert sowie essentielle berufliche Inhalte thematisiert.

Wie funktioniert Supervision und was bringt sie?

"In der Hauptsache geht es darum, das zu reflektieren, was in der Arbeit passiert", erklärt der Salzburger Supervisor August Heidl, "gemeinsam wird dann über alle Themen gesprochen, die im Arbeitskontext relevant sind. Dabei kommt ganz konkret zur Sprache, was hier zum Beispiel gerade Probleme bereitet." Von der Psychotherapie grenze sich die Supervision dabei deutlich ab, "während die Psychotherapie auf die psychische Genesung abzielt, geht es in der Supervision um die Klärung von Konflikten. Mitarbeiter und Führungskräfte sollen hier gezielt bei ihrer Arbeit unterstützt werden." Die Supervision bietet die Möglichkeit über belastende Arbeitssituationen zu sprechen, um diese nicht ins Privatleben mit zu nehmen.

Welche Ziele verfolgt Supervision?

Die Arbeitspsychologin Silvia Huber vom AMD, Zentrum für gesundes Arbeiten in Salzburg, sieht in der Supervision eine entscheidende Strategie zur betrieblichen Gesundheitsförderung. "Gerade für Betriebe mit Kundenverkehr oder im Sozialbereich empfiehlt sich die regelmäßige Supervision - beispielsweise alle zwei Monate", sagt Huber. Man schaffe so einen Raum, um sich über Berufliches auszutauschen und auch über damit verbundene Gefühle zu sprechen. "Es tut der Gesundheit und der Psychohygiene gut, über die eigenen Emotionen zu reflektieren und gemeinsam offen über diese zu sprechen. Das ist eben auch im Arbeitskontext wichtig", sagt Huber.

Damit eine Supervision auch erfolgreich funktionieren kann, müssen anfangs die Ziele klar definiert werden. Diese werden an Die Person, das Team oder das Unternehmen individuell angepasst. Ziele einer Supervision können demnach sein:

  • Reflexion des Arbeitsalltages
  • Erweiterung der beruflichen Kompetenzen
  • Verbessertes Arbeitsklima
  • Förderung der Teamentwicklung
  • Konfliktlösungen
  • Steigerung der Zufriedenheit am Arbeitsplatz
  • Optimierung der Arbeitsergebnisse
  • Anregungen für neue Lernprozesse
  • Qualitätssicherung

Die Erreichung der gesteckten Ziele ist wesentlich für eine Supervision. Dinge wie Bewertungen, Kontrolle, Aufsicht, vorgegebene Lösungsvorschläge sowie Einmischung in die Privatsphäre, haben in einer Sitzung nichts verloren.

Was sind die Aufgaben eines Supervisors?

"Reflexion ist ein Muskel, entweder ich trainiere ihn oder ich lasse ihn brachliegen", sagt Heidl, "die Supervision hilft dabei, eben diesen Muskel zu trainieren und die Gedanken dabei zu sortieren und zu ordnen." Es sei seine Aufgabe als Supervisor, zu stabilisieren - aber auch zu irritieren. "Manchmal haben sich, Gedankenkreisel" eingeschlichen, aus denen Menschen leichter herausfinden, wenn man sie dazu bringt, eine andere Perspektive einzunehmen. Das irritiert zunächst, ist aber hilfreich."

Wie ist der Ablauf einer Supervision?

Der Ablauf orientiert sich an den Zielen sowie den zu supervisierenden Themen. Auch die Berufssparte ist für den Ablauf entscheidend, denn eine Beratung in einer sozialen Einrichtung läuft anders ab und fokussiert sich auf andere Inhalte als bei einem Team aus dem Finanzsektor. Die Supervision richtet sich individuell an die Anforderungen und Gegebenheiten.

Feste Agenden können bei einer Supervision kaum erstellt werden, da es den Vorgang nur bremsen würde. Die Supervision strebt demnach ein flexibles Programm an. Spontane Entscheidungen, Entwicklungen sowie interaktive Sitzungen, sind zielführend.


Quelle: SN

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