Bewerbungsprozess

Eindruck hinterlassen: 8 Rhetorik-Tipps fürs Bewerbungsgespräch

Redegewandtheit gehört zu einem guten Auftritt dazu und kann einem (nicht nur im Job) Tür und Tor öffnen. Bei einem Bewerbungsgespräch müssen wir in kürzester Zeit überzeugen und in guter Erinnerung bleiben. Um sprachlich schon einmal zu punkten, helfen die folgenden 8 Rhetorik-Tipps.

Rhetorik ist im Bewerbungsgespräch sehr wichtig. SN/pixabay
Rhetorik ist im Bewerbungsgespräch sehr wichtig.

Viele Bewerber wollen im Vorstellungsgespräch vor allem mit ihren fachlichen Qualifikationen überzeugen. Was natürlich auch richtig und wichtig ist, doch die Sprache bleibt dabei oftmals auf der Strecke. Neben der Pünktlichkeit, dem Outfit und der Körpersprache achten die Personaler auch auf die sprachlichen Fähigkeiten.


Rhetorik als Karrierefaktor

"Wer über eine gute Rhetorik verfügt, hat es aber fast überall leichter, " sagt Kommunikationstrainer Karsten Stölzgen. Heißt: Gut gesprochen ist halb gewonnen. Ob beim Vorstellungsgespräch, beim Meeting mit Kollegen oder als Chef, der vor versammelter Mannschaft die Geschäftszahlen präsentiert - reden ist angesagt. Reden, um andere von sich zu überzeugen, um Ziele zu erreichen und Pläne zu offenbaren oder um andere in den Bann zu ziehen. Manch einer spricht sogar davon, dass gute Rhetorik einen entscheidenden Karrierefaktor darstellt. Generell versteht die Wissenschaft unter dem Begriff Rhetorik die kommunikative Beeinflussung des Menschen durch den Menschen. Vor allem in der Berufswelt ist diese kommunikative Beeinflussung des Gegenübers kein unwesentliches Thema.

Sprache gezielt beim Vorstellungsgespräch einsetzen

Diese kommunikative Beeinflussung durch die Rhetorik kann vor allem bei einem Bewerbungsgespräch hilfreich sein. Um den Chef oder die Recruiter auch sprachlich zu überzeugen sollten folgende Tipps beachtet und umgesetzt werden:

Tipp 1: Kenne das Publikum

Vor jedem Bewerbungsgespräch oder jeder Rede muss geklärt sein, wer das Publikum ist. Das stellt die Basis jeder guten Präsentation dar. Auch wenn das Publikum, wie im Falle eines Vorstellungsgespräches, nur klein ist, muss man sich auf das Gegenüber vorbereiten. Dank diverser sozialer Medien können in kürzester Zeit Infos über die Beteiligten generiert werden. Dementsprechend soll die Rede auf die Empfänger angepasst werden.

Tipp 2: Kurz und knackig

Endlos lange und verschachtelte Sätze haben bei einem Bewerbungsgespräch nichts verloren, denn sie ermüden das Publikum. Daher kurze und deutliche Formulierungen nutzen, um es gleich auf den Punkt zu bringen.

Lästige Füllwörter unbedingt vermeiden. SN/sn
Lästige Füllwörter unbedingt vermeiden.


Tipp 3: Füllwörter vermeiden

"Ich ähm habe bereits drei Jahre in diesem Bereich gearbeitet und ähm viele Erfahrungen gesammelt." Wer kennt es nicht, dieses lästige Füllwort, das wirklich niemand braucht. Im Bewerbungsgespräch mindert die Verwendung von Füllwörter schnell die Aufmerksamkeit des Gegenübers und unterbricht den eigenen Sprachfluss. Hier lieber bewusst eine Pause einsetzen, als mit 'ähm' Zeit zu schinden. Denn kurzzeitige Stille kann auch ein sehr mächtiges rhetorisches Stilmittel sein.

Tipp 4: Keine Konjunktive verwenden

Ich würde, könnte, hätte - Konjunktive haben bei einem Vorstellungsgespräch nichts zu suchen. Auch wenn man anfangs gerne vorsichtig sein möchte, zeugen diese von Unsicherheit. Von Anfang an eine offensive Haltung an den Tag legen. Denn nicht vergessen, man will den Job und das muss klar und deutliche kommuniziert werden.

Tipp 5: Nicht übertreiben mit den Fremdwörtern

Setzt der Bewerber beim Gespräch gezielt passende Fremdwörter ein, kann dies beim Personaler einen guten und professionellen Eindruck hinterlassen. Doch Vorsicht: Nicht übertreiben mit 'schlauen Wörtern'. Das wichtigste ist die Sprache so zu wählen, dass das Publikum bzw. die Gesprächspartner einen verstehen und folgen können. Nur Fremdwörter verwenden, deren Bedeutung man kennt. Ansonsten kann die Präsentation bzw. das Vorstellungsgespräch in eine unangenehme Richtung gehen.

Verschiedene Wörter verwenden, nicht immer die gleichen. SN/unsplash
Verschiedene Wörter verwenden, nicht immer die gleichen.


Tipp 6: Vokabular variieren

Super Firma, super Mitarbeiter, super Stelle - die Verwendung von gleichen Ausdrücken wirkt nicht sehr kreativ oder überzeugend. Darum auf Diversität im Vokabular achten und Synonyme benutzen.

Tipp 7: Sprechstimme wirkungsvoll einsetzen

Neben dem was gesagt wird, spielt auch das 'Wie' eine essenzielle Rolle. Das Gespräch sollte für alle teilnehmenden Parteien so angenehm wie möglich ablaufen. Daher bewusst auf die eigene Stimme achten. Dazu zählen Stimmlage, Lautstärke, Geschwindigkeit, Betonung und Pausen im Redefluss.

Tipp 8: Authentisch bleiben

Egal ob im Bewerbungsgespräch, ob bei einer Rede oder einer Präsentation: Immer DU bleiben. Es bringt nichts sich zu verstellen, denn die Zuhörer merken das. Immer ehrlich und authentisch bleiben.

Reden kann man lernen

Eines steht auf jeden Fall fest: Reden kann man lernen. Wie sieht der Rhetorikexperte der Uni Salzburg die Lage? "Reden können alle lernen, die Grenzen des persönlichen Talents dazu sind meistens weiter als angenommen", meint Stölzgen. "Einen guten Tipp hat angeblich Martin Luther formuliert: ,Tritt fest auf, mach 's Maul auf, hör bald auf.'"

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