Arbeitswelt

Wie arbeiten wir in Zukunft?

Führungskräfte können viel mitnehmen, wenn sie sich mit unserer Welt im Jahr 2035 auseinandersetzen, meinen Fachleute für New Work.

Über Arbeit und Leben in 20, 30 Jahren schon jetzt nachzudenken kann sinnvoll sein.  SN/smshoot - stock.adobe.com
Über Arbeit und Leben in 20, 30 Jahren schon jetzt nachzudenken kann sinnvoll sein.

Wir müssen unser Verhältnis zur digitalen Welt neu definieren, sagt der deutsche Zukunftsforscher Matthias Horx. Und: Roboter werden uns Menschen nicht derart vom Arbeitsmarkt drängen, wie gefürchtet wird, sagt Horx in Interviews voraus.

Genaue Vorstellungen von unserer künftigen Lebens- und Arbeitswelt sind schwer zu bekommen. "Man kann sich gedanklich aber annähern und dabei wichtige Erkenntnisse für seine Arbeit gewinnen oder für sich sogar Jobs entdecken, die es noch gar nicht gibt", sagt Dominik Walcher. Der deutsche Professor für Innovationsmanagement bekräftigt: "Vom derzeitigen Standpunkt aus können wir verschiedene mögliche und wahrscheinliche Zukünfte im Spannungsfeld zwischen Worst-Case- und Best-Case-Szenario ersinnen."

Seminar an FH Salzburg: "New Work 2035"

An der Fachhochschule Salzburg (FH) plant er gerade ein Seminar mit dem Titel "New Work 2035". Dabei entwerfen Studierende gemeinsam mit Managerinnen und Managern Zukunftsvisionen. Diese sollen die Grundlage für spätere Gestaltungsprojekte werden. Während die Studierenden aus dem Studiengang Design und Produktmanagement kommen, betreiben die Praktiker Start-ups, sind Einzelunternehmer oder für größere Firmen tätig.

„Wir entwerfen Szenarien und können neue Nischen und Jobs entdecken..“
Dominik Walcher, Innovationsmanagement-Professor

Kooperationspartner ist der Coworking Space Salzburg unter der Leitung der Salzburger Unternehmerin Romy Sigl. Gemeinsam bedienen sich die Teilnehmenden experimenteller Methoden. Dabei kommt beispielsweise die britische Science-Fiction-Serie "Black Mirror" zum Einsatz. Anhand der düsteren künftigen Lebensrealitäten, die in der Serie vorkommen, will man sich gemeinsam fragen: Was lernen wir aus der Serie? Wie weit könnten digitale Medien wie künstliche Intelligenz oder Virtual Reality den Alltag von Menschen bestimmen?"Ein Extremszenario ist, dass Leute Tag und Nacht am Computer spielen und dabei kaputtgehen. Bei diesem Thema geht es darum, Folgen abschätzen zu lernen und Sicherungsmechanismen anzubringen", so Dominik Walcher.

Zukunftstrend "Silbersociety"

Anhand von Trendanalysen des von Matthias Horx gegründeten Zukunftsinstituts beschäftigen sich Studierende und Führungskräfte mit mehreren Zukunftstrends. Einer ist die "Silbersociety", nach der die Gesellschaft immer älter wird und zugleich Geschäftsfelder wie E-Commerce boomen. Dabei ließen sich neue Gelegenheiten für Tätigkeiten erkennen, so Walcher: "E-Commerce wird für die vielen alten Menschen interessanter werden, weil sie nicht mehr so mobil sind. Aber viele sind digital nicht versiert und daher zurückhaltend beim Bestellen. Wenn ihnen junge Leute das beibringen oder helfen, schaffen sie sich damit vielleicht ein wirtschaftliches Standbein."

Auch wenn die Zukunft eher eine Dienstleistungsgesellschaft sei, würden auch nachhaltige Produkte stark nachgefragt werden, glaubt der Innovationsexperte. Schon jetzt haben FH-Absolventen Erfolge damit. Neben den schon bekannten Weinkühlern aus Baumrinde könnten bald weitere Neuerungen in Puch-Urstein entstehen, etwa abgeschnittenes Haar aus Frisörsalons als Möbelfüllstoff.

Details und Anmeldung für das Führungskräfte-Seminar "New Work 2035" (reduzierter Beitrag bis Montag, 20. September) unter +43 664/41 30 361.

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