Arbeitswelt

Gut gekleidet ins Büro

Der erste Eindruck zählt. Stilexpertin Rosa Biazzo empfiehlt: "Meiden Sie Schwarz, Jeans und T-Shirts."

Mode wird im Berufsleben oft unterschätzt.  SN/nioloxs - stock.adobe.com
Mode wird im Berufsleben oft unterschätzt.

Schwarz ist nicht ratsam. Weiß auch nicht. Darauf weist Rosa Biazzo hin, wenn es um guten Kleidungsstil im Geschäftsleben geht. Wenn es so einfach wäre, hätte die Wahlberliner Stilberaterin nicht viel zu tun. Doch die Modedesignerin bekommt Aufträge von vielen Unternehmerinnen. Auch Führungskräfte und solche, die es werden wollen, lassen in Stilseminaren ihr Aussehen verbessern. Besonders sie freuen sich, wenn nach dem wochenlangen Corona-Lockdown am Montag endlich wieder die Geschäfte öffnen. Erkennen immer mehr Frauen den Wert gut gewählter Kleidung?

Bild: SN/annette riedl
90 Prozent unseres Körpers sind von Mode bedeckt.
Rosa Biazzo, Stilcoach und Designerin

Rosa Biazzos Ansicht nach tun das noch viel zu wenige. "Mode wird in unseren Breitengraden oft noch abgetan und als oberflächlich belächelt. Wenn man sich jedoch vor Augen führt, dass rund 90 Prozent unseres Körpers von Mode bedeckt sind, bekommt man eine Ahnung davon, wie wichtig es ist, was man trägt", so die Stilberaterin. Das eigene Auftreten bezeichnet sie als eine Art Geheimwaffe. Denn der erste Eindruck, den sich ein Vorgesetzter oder ein potenzieller Kunde mache, entstehe binnen drei bis fünf Sekunden.

Kleidung strahlt Kompetenz und Führungsstärke aus

Das Credo der gebürtigen Italienerin, die regelmäßig auf den Fernsehsendern NTV und RTL als Modeexpertin auftritt, lautet: "Kleider machen Leute." Den bekannten Spruch legt sie wie folgt auf das Geschäftsleben um: Mit der passenden Kleidung lassen sich Kompetenz und Führungsstärke ausstrahlen. Von dieser natürlichen Autorität und der Kompetenz der Vorgesetzten hängt wiederum der Erfolg des Unternehmens maßgeblich ab. Schon allein deshalb sollte es jeder Führungspersönlichkeit darum gehen, ihre Ausstrahlung zu stärken. Das gehe mit Mode relativ einfach. Dabei reiche repräsentative Kleidung allein nicht mehr aus.

Wichtig ist, seinen eigenen Modestil zu finden

Wer mehr aus sich machen wolle, um sich von ebenfalls kompetenten Mitbewerbern abzuheben, müsse seinen eigenen Stil finden und ausdrücken. Biazzo: "Führungspersönlichkeiten müssen in Erinnerung bleiben. Und das nicht nur durch ihr Know-how, sondern durch ihre gesamte Präsenz. Die eigene Einstellung zum Leben, die eigenen Werte und die eigene innere Ästhetik laufen Hand in Hand und sollten sich im eigenen Modestil widerspiegeln." So gelinge es, von seinem Auftritt einen positiven bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

Die passende Kleidung zu tragen ist nicht nur für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter großer Konzerne wichtig. Apple-Vertriebspersonal mit Fliege und Weste, das ginge gar nicht, da die Unternehmenswerte und das Äußere nicht miteinander übereinstimmen würden. Aber auch für kleine Unternehmen und besonders Ein-Personen-Unternehmen kann die Mode eine entscheidende Rolle spielen. Gerade für sie sei es wichtig, die eigene Lebens- und Arbeitsphilosophie nach außen zu tragen, um so die perfekten Kunden und Kooperationspartner anzuziehen, so die Modeexpertin. Wer eine Personenmarke aufbaue, müsse seinen oder ihren eigenen Modestil finden.

Doch was passt und was nicht?

Diese Fragen beantworten Stil-Coaches in eigenen Seminaren oder persönlichen Treffen mit einzelnen Kundinnen - der Großteil der Kundschaft ist weiblich. In Lockdown-Zeiten tun es auch Onlineberatungen.

Allgemeine Tipps geben Coaches ungern. Zu individuell ist der Mensch. Eine Handvoll grundlegende Tipps gibt es aber schon. Rosa Biazzo über passende Kleidung am Arbeitsplatz für Frauen:
Statt Schwarz besser Dunkelblau
Die Farbe Schwarz steht drei von vier Frauen nicht und lässt sie an Ausstrahlung verlieren. Besser zu Dunkelblau greifen. Auch die häufig getragene weiße Hemdbluse ist für sehr viele Frauen eher ein Feind als ein Freund, so Biazzo. Hier lieber zu einem gebrochenen Weißton greifen. Zum Vergleich ein Blatt Papier danebenhalten. Blattweiß steht den meisten nicht.

Auf gute Qualität achten
Wer Aufstiegsambitionen hat, sollte nicht an seiner Garderobe sparen. Den damit ausgestrahlten Selbstwert überträgt das Gegenüber unterbewusst auf Position, Dienstleistung oder Produkt. Biazzo rät weiters, sich seinem Figurtyp entsprechend zu kleiden - und jedes Kleidungsstück zu bügeln. Ihr eigenes "Mode-Ich" lernten Frauen dann kennen, wenn sie herausfänden, welche Farben, welche Schnitte und welcher Stil ihnen passt.

Wovor die Modeexpertin im Business grundsätzlich warnt, sind Jeans und T-Shirts: "Leider besteht immer noch der Irrglaube, dass Jeans und T-Shirts immer gehen und jedem stehen." Vor allem Frauen täten sich damit im Job keinen Gefallen. Jeans und T-Shirts seien nichts Individuelles. Man steche in ihnen nicht aus der Masse heraus - und hebe sich nicht von Auszubildenden und Praktikanten ab. Biazzo: "Eine Frau mit Ambitionen tut gut daran, sich von Jeans und T-Shirts zu verabschieden und jenen raffinierten Stil zu finden, der ein Abbild ihres eigenen Selbst ist."
Auf www.rosabiazzo.com bietet die Stilberaterin neben Modeseminaren auch kostenlose Stil-Checks an.

KARRIERE-NEWSLETTER

Stetig informiert und gut beraten. Abonnieren Sie jetzt kostenlos den karriere.SN-Newsletter der "Salzburger Nachrichten".

*) Eine Abbestellung ist jederzeit möglich, weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Aufgerufen am 16.04.2021 um 03:58 auf https://karriere.sn.at/karriere-ratgeber/arbeitswelt/gut-gekleidet-ins-buero-99509752

Schlagzeilen