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Onboarding: App erleichtert den Einstieg in neuen Job

Neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter halten: Das gelingt mit Wertschätzung und Kommunikation von Anfang an.

Gabriel Neumayr will mit seiner App den Einstieg erleichtern. Vorerst ist sie nur ein Prototyp.  SN/bernhofer
Gabriel Neumayr will mit seiner App den Einstieg erleichtern. Vorerst ist sie nur ein Prototyp.

Sein eigenes Onboarding hat Gabriel Neumayr vor etwas mehr als einem Jahr hinter sich gebracht. Nicht dass das damals nicht funktioniert hätte, aber: "Ich bin jemand, der gerne Prozesse erleichtert und verbessert", sagt er. Neumayr ist im zweiten Lehrjahr zum Applikationsentwickler bei der Salzburg AG.

An-Bord-Nehmen mit App und Buddy

Um neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern den Einstieg ins Unternehmen zu erleichtern, hat er nun mit einem Kollegen einen App-Prototyp programmiert. Neumayr scrollt über seinen Handybildschirm: Mit einem Klick erfährt er alles, was er für den ersten Arbeitstag wissen muss, mit einem weiteren kommt er zum Mittagsmenü in der Betriebskantine; noch ein Wischer und er kann die grundlegenden Informationen zu seiner Abteilung abrufen.

Beim Onboarding, dem An-Bord-Nehmen neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, überlassen moderne Unternehmen nichts dem Zufall. Zu hoch sei das Risiko, dass neue Kolleginnen und Kollegen nach ein paar Wochen gleich wieder kündigten, sagt Maria Ziller, die Personalleiterin der Salzburg AG. "Wenn keiner da ist, der einen in der Anfangszeit begleitet, man sich allein einarbeiten muss und seine Aufgaben nicht erfüllen kann, dann ist die Gefahr groß, dass eine Person das Unternehmen schnell wieder verlässt", erklärt Ziller, welchen Fehler es zu vermeiden gilt.

Bei der Salzburg AG beginnt der Onboarding-Prozess schon nach dem Bewerbungsgespräch: "Unsere neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können vorab schon zum Schnuppern vorbeikommen. Außerdem bekommen sie vor dem Arbeitsbeginn einen Leitfaden zugeschickt, der sie für den ersten Tag gut rüstet: So erfahren sie, wo sie parken oder essen gehen können oder finden Informationen zum Corporate Design."

Ein Großteil der Führungskräfte im Unternehmen teilt neuen Kolleginnen und Kollegen außerdem einen Buddy zu, der den Einstieg erleichtert.

Onboarding-Prozess muss nachgeschärft werden

Auch die organisatorischen Aufgaben, die das Unternehmen vorab leistet, sind vielfältig: Formalitäten sind zu regeln, Arbeitsplatz und -geräte vorzubereiten, ein Einarbeitungsplan aufzustellen. Für Ziller ist das Onboarding ein Prozess, den es immer wieder nachzuschärfen gilt.

„Menschen wollen wissen, was sie zum großen Ganzen beitragen können.“
Raimund Lainer, Leiter Personalentwicklung (Spar)

"Die Zeiten, wo Mitarbeitende ankommen, sich einen Schreibtisch suchen und dann allein gelassen werden, sind glücklicherweise vorbei", stößt Raimund Lainer ins selbe Horn. Lainer leitet die Abteilung für Personalentwicklung bei Spar. "Menschen brauchen Sicherheit im Job. Sie wollen wissen, was ihre Aufgaben sind, was sie zum großen Ganzen beitragen können", sagt er. "Unsere Neuankömmlinge werden in die Unternehmenskultur und den Workflow eingeführt, bekommen eine detaillierte Aufgabenbeschreibung." Ein Tool dazu ist die hauseigene Lernplattform, mithilfe derer neue Kolleginnen und Kollegen das Unternehmen kennenlernen. Nach einem Monat werden die neuen Beschäftigten um Feedback zum Onboarding-Prozess gebeten. Teil der Unternehmenskultur ist außerdem der Willkommenstag, der fünf Mal im Jahr stattfindet und bei dem Beschäftigte Kontakte über die Grenzen der eigenen Abteilung hinaus knüpfen können. Immerhin gehören zum Spar-Konzern auch Hervis und die IT-Unit ICS.

Auch bei der Salzburg AG gehören Tage, an denen die neuen Mitarbeitenden ins Unternehmen eintauchen, Kraftwerke und Verkehrsbetriebe kennenlernen, dazu. Neu ist das Format "Mystery Coffee": Erfahrene Beschäftigte geben dabei ihren neuen Kolleginnen und Kollegen drei bis vier Minuten lang Einblick in ihr Tätigkeitsfeld, dann wird - wie beim Speeddating - gewechselt. "So knüpft man in kurzer Zeit viele Kontakte", erklärt Personalleiterin Ziller das Konzept.

App-Prototyp entstand bei Hackathon

Wie Gabriel Neumayr sein eigenes Onboarding erlebt hat? "Das war sehr barrierefrei. Die Kollegen aus den oberen Jahrgängen haben mich in meine Aufgaben eingeführt", sagt der 18-Jährige, der schon neben der Schule gern mit Freunden in Makerspaces gebastelt und an Programmierwettbewerben teilgenommen hat. "Die Schule war mir zu theoretisch. Da lag eine Lehre in dem Bereich nahe. Mir gefällt, dass es beim Programmieren keine Routine gibt, dass man ständig vor neuen Herausforderungen steht. Das kann frustrieren, einem aber auch viel geben, wenn man ein Problem gelöst hat", sagt Neumayr. Mit der Onboarding-App hat er mit einem Kollegen beim Lehrlingshackathon der Wirtschaftskammer Salzburg den ersten Platz in der Kategorie Professionals errungen. Einen Tag lang hatten sie dabei Zeit, den Prototyp auf die Beine zu stellen. Am 8. und 9. November werden die Sieger des bundesweiten Wettbewerbs gekürt. Das Team der Salzburg AG hat gute Chancen.

Mehr Einblicke
Tag der Lehre bei der Salzburg AG:
am 11. November, 9 bis 17 Uhr, und
am 12. November, 9 bis 15 Uhr, in der Lehrwerkstätte, Vogelweiderstraße 65, 5020 Salzburg.

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