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Influencer-Marketing: Neue, hippe Markenbotschafter

Influencer - bekannte Persönlichkeiten aus sozialen Netzwerken - kommen Firmen oft gerade recht, um deren Produkte zu bewerben.

Influencer erreichen mit ihren Posts, Videos oder Blogbeiträgen bestimmte Zielgruppen.  SN/fotolia/weedezign
Influencer erreichen mit ihren Posts, Videos oder Blogbeiträgen bestimmte Zielgruppen.

"Gut gemeint ist das Gegenteil von gut gemacht", sagt ein Sprichwort. Ein Waschmittelhersteller hat das im vergangenen Jahr erfahren müssen, als er Influencer, Meinungsmacher und "Stars der Stunde", für eine Kampagne eingespannt hat. Influencer warben - vermeintlich und recht bemüht beiläufig - mit dem Waschmittel gegen Bezahlung und nahmen das Pulver mit ins Bett oder zum Eisessen. Was darauf folgte, war ein gewaltiger Shitstorm. Tausende Nutzer lachten im Netz über die misslungene Werbekampagne.

Eine Erklärung dafür haben Eva Krallinger-Gruber und Matthias Gruber. Die beiden betreiben den erfolgreichen Salzburg-Blog Fräulein Flora. Sie sagen: "Lächerlich wird es, wenn die Inhalte nicht authentisch sind. Als Influencer veröffentlicht man ja keine vorgefertigten Inserate, sondern überlegt sich selbst, wie man eine Geschichte rund um ein Produkt oder eine Dienstleistung erzählt. Wenn nun das Produkt von vornherein nicht zum Influencer passt, kann das furchtbar nach hinten losgehen."

Die Zusammenarbeit mit Influencern sei dann sinnvoll, wenn Unternehmen auf deren Kanälen ihre Zielgruppen erreichen. Viele junge Menschen seien heute deutlich länger und öfter auf Instagram und YouTube unterwegs, als sie fernsehen oder Radio hören, so Krallinger-Gruber.

Rechtliche Grundlagen des Influencer-Marketings

Doch wie sieht es rechtlich aus mit dem Influencer-Marketing? Postings, Bewertungen und Fotos, für die Geld geflossen ist, müssen in Österreich in jedem Fall ausgeschildert, also etwa als "bezahlte Werbung" markiert werden. Wenn die präsentierten Produkte verschenkt wurden, ist die Kennzeichnung der Beiträge nicht zwingend, ein Graubereich also.

"Wir beobachten in letzter Zeit allerdings eine große Unsicherheit, weil viele sich vor Abmahnungen fürchten und Angst haben, etwas falsch zu machen. Diese Sorge ist allerdings aus unserer Sicht unbegründet", sagt Gruber. Denn: "Wer laut und deutlich zu erkennen gibt, dass er für eine Leistung einen ökonomischen Vorteil erhalten hat, braucht sich nicht zu fürchten: weder vor den eigenen Followern noch vor dem Gesetz."

Die Auswahl von potentiellen Werbeträgern

Um glaubhaft zu bleiben, empfehlen die beiden Experten Firmen, bei der Auswahl der Influencer sehr genau darauf zu achten, ob ihre Marke mit dem Image des jeweiligen "Internet-Stars" zusammenpasst. Krallinger-Gruber: "Es ist sinnvoll, sich als Unternehmen die Frage zu stellen: ,Würde diese Person in ein Geschäft gehen und mein Produkt oder meine Dienstleistung kaufen?'" Auch sollte sich ein Unternehmen nicht von großen Zahlen täuschen lassen: Nur weil ein Influencer Hunderttausende Follower hat, bedeutet das nicht, dass diese auch zum möglichen Kundenkreis gehören. Gruber argumentiert, dass auch Influencer Wert darauf legen, nur Produkte oder Dienstleistungen zu empfehlen, die ihnen liegen. So werde es keine Profis geben, "die auf einem Vegan-Blog für Fleischereien werben".

Aufgerufen am 12.12.2018 um 05:30 auf https://karriere.sn.at/karriere-ratgeber/neuigkeiten-trends/influencer-marketing-neue-hippe-markenbotschafter-41486062

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