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Grenzen setzen im Homeoffice

Mit Kindern im Haus ist das Arbeiten im Homeoffice nicht leicht. Wie berufstätige Salzburger Mütter Grenzen setzen.

Birgit Strohmeier klebt bei Videokonferenzen im Homeoffice ein Stoppschild an die Wohnzimmertür. So wissen die Kinder: Hier wird gearbeitet.  SN/sabine deubler
Birgit Strohmeier klebt bei Videokonferenzen im Homeoffice ein Stoppschild an die Wohnzimmertür. So wissen die Kinder: Hier wird gearbeitet.

Mit dem in Salzburg eben gestarteten neuen Schuljahr fragen sich viele Eltern: Wird die Schule meiner Kinder wegen Coronafällen wieder geschlossen werden? Gerade berufstätige Mütter hoffen, dass dieser Fall nicht eintritt. Homeoffice ist in vielen Betrieben eine gute Lösung für Belegschaft und Geschäftsführung. Für Mütter (und zum Teil auch Väter) von Schulkindern heißt Homeoffice aber auch, einen Spagat meistern zu müssen.

Stoppschild an der Wohnzimmertür

Etliche haben im Coronafrühjahr 2020 ihre eigenen Werkzeuge dafür entwickelt. Die lassen sich auch weiterhin im Homeoffice anwenden. Oft hilft nur ein radikaler Hinweis: "Stopp". So hat es Birgit Strohmeier gemacht. Die Pressesprecherin der Forschungsgesellschaft Salzburg Research und Bloggerin (muttis-blog.net) hat sich ein Stoppschild entworfen, ausgedruckt und an ihre Wohnzimmertür gehängt. Darauf zu lesen (siehe Bild): STOP. Videokonferenz. Bitte nicht stören.

"Das Blatt habe ich vor jeder Videokonferenz an die Tür geklebt, damit meine Kinder nicht ins Zimmer platzen", schmunzelt die Mutter zweier Jugendlicher. Unten am Blatt hingen zum Abreißen mögliche Antworten auf typische Kinderfragen, darunter "Wahrscheinlich in der Wäsche" oder "Süßes gibt es nach dem Essen". Ihr Werkzeug habe ihr die Homeoffice-Arbeit erleichtert, erzählt die Salzburgerin. Das Blatt liegt für weitere Einsätze bereit.

Einen anderen Weg ist Katrin Gerschpacher gegangen, nämlich in den Keller. "Dort habe ich in Ruhe arbeiten können. Da hinunter ist mir niemand nachgegangen", erzählt die zweifache Mutter, die vor Kurzem den Handwerks-Coworking-Platz "Die Werkstod" in Salzburg-Schallmoos gegründet hat. Weitere Tipps für berufstätige Mütter gab vorige Woche Sozialpädagogin und Familienberaterin Eva Klugsberger bei einem Gesprächsabend der Salzburger Medienfrauen zum Thema "Working Mums".

Für sich selbst einstehen

Sie plädiert für eine neue Haltung, die Frauen erlaubt, für sich selbst einzustehen. Am wichtigsten ist dabei, Grenzen zu setzen. "Dann kann ich meine Werte leben, das Leben, das ich für wertvoll erachte", so Klugsberger. Anfangs gelte es, sich zu fragen, was man wolle, und dann, was die persönlichen Grenzen seien. Was Kinder betrifft, meint die Familienberaterin: "Wir dürfen uns öfter bewusst machen, was Wünsche und was Bedürfnisse unserer Kinder sind." Bedürfnisse seien zu erfüllen, Wünsche wie "ich will ein Eis" könne man auch einmal ablehnen.

Öfter einmal Nein sagen

Gerade dieses Nein-Sagen zu den Kindern oder in der Arbeit fällt vielen Frauen schwer. Eine Ursache dafür ist in den meisten Fällen das schlechte Gewissen beziehungsweise die Angst, als Mutter oder Mitarbeiterin nicht gut genug zu sein.

Sozialpädagogin Klugsberger rät, sich immer einmal zu fragen: "Habe ich heute einmal bewusst Nein zu jemandem gesagt und Ja zu mir selbst? Habe ich heute schon drei Minuten innegehalten und gespürt, wie es mir geht?" Und: "In welchen drei Situationen bin ich ohne schlechtes Gewissen für mich eingestanden?"

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