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Fähigkeiten eigener Mitarbeitende: Ungehobene Schätze

Studie zum Fachkräftemangel zeigt: Vorgesetzte wissen oft nicht, welche Fähigkeiten und Erfahrungen ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mitbringen.

Welche Fähigkeiten und Erfahrungen Beschäftigte mitbringen? Davon hat ein Großteil der Vorgesetzten zu wenig Ahnung.  SN/photon_photo - stock.adobe.com
Welche Fähigkeiten und Erfahrungen Beschäftigte mitbringen? Davon hat ein Großteil der Vorgesetzten zu wenig Ahnung.

Weniger als sechs Prozent aller Chefs kennen alle Fähigkeiten ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, 28 Prozent zwischen 50 und 75 Prozent, weitere 37 Prozent zwischen 25 und 50 Prozent - 20 Prozent kennen gar maximal ein Viertel aller Skills. Zu diesen Ergebnissen kommt der "Industriereport Fachkräftemangel 2022" von Skilltree.

Der Anbieter der gleichnamigen Kompetenzmanagement-Software hat für diese Studie 250 Personaler und Führungskräfte aus Industrieunternehmen in Deutschland und Österreich befragt. "Während den Betrieben sehr wohl klar ist, welche Qualifikationen ein neuer Mitarbeitender mitbringen sollte, ist der eigene Bestandsmitarbeitende ein eher unbekanntes Wesen", fasst Skilltree-Geschäftsführer Markus Skergeth zusammen, der als Herausgeber hinter der Studie steht. "Das ist erschreckend. Während Personalabteilungen Profiling betreiben und Zehntausende Euro für externe Headhunter ausgeben, bekommt der eigene Mitarbeitende offensichtlich erst dann wieder einen Wert, wenn er das Unternehmen wechseln will und beim Wettbewerber der rote Teppich ausgerollt wird."

Skilltree verhilft Betrieben zu Kompetenzmanagement

Dabei nimmt der Kampf um die besten Köpfe zu. Gerade in der Baubranche, in der Technik, im Gesundheitsbereich oder der Gastronomie und Hotellerie. Im Bundesland Salzburg etwa herrscht mit einer Arbeitslosenquote von 3,2 Prozent de facto Vollbeschäftigung - trotz Energiekrise und Inflation; österreichweit gibt es derzeit 128.555 unbesetzte Stellen, dazu kommen 12.225 offene Ausbildungsplätze. Das ist je ein Plus von mehr als zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Ein Mittel im Kampf gegen den Fachkräftemangel ist es, die bereits vorhandenen Ressourcen zu nützen oder Mitarbeitende durch Fortbildungen punktgenau weiterzuqualifizieren. Hier setzt die Kompetenzmanagement-Software Skilltree an. Ihr Ziel: Beschäftigte und ihr Unternehmen miteinander bekannt machen. Skilltree sammelt die Fähigkeiten und Qualifikationen der einzelnen Mitarbeitenden einer Organisation in einer Datenbank. Voraussetzung ist, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Profile aktiv pflegen und ihre Skills und Fortbildungswünsche eintragen. Über eine Suchmaske können Führungskräfte dann Talente und fachliche Fähigkeiten wesentlich zielgerichteter mit anstehenden Projekten und Aufgaben matchen. So bringt Skill-tree Kompetenzen und Bedarf in Unternehmen zusammen.

"Im Grunde haben wir intelligente Mechanismen, die bei Single-Börsen schon lange genutzt werden, auf den Arbeitsmarkt angewendet. Nur nutzen wir statt charakterlicher Eigenschaften die fachlichen Qualitäten, um das Matching vorzunehmen", erklärt der Softwareunternehmer Markus Skergeth.

Tatsächlich kennt laut Skilltree-Studie ein Großteil der Vorgesetzten nicht einmal alle Vorkenntnisse, die ein Beschäftigter aus einem vorigen Job mitbringt: Nur knapp 30 Prozent wissen das ungefähr, 31 Prozent haben nur ein selektives Wissen über Skills von vorherigen Arbeitsplätzen und für 16 Prozent ist die Historie eines Mitarbeitenden völlig unbekannt. Erschwerend kommt in Unternehmen hinzu, dass unterschiedliche Abteilungen und Funktionen den Aufbau und die Zusammenstellung von Projektteams wahrnehmen: Bei 24 Prozent der 250 befragten Unternehmensvertreter liegt die Verantwortung bei der Personalabteilung, bei 38 Prozent bei den Teamleitern - und nur bei 22 Prozent entscheiden Teamleitung und Personalabteilung gemeinsam. "Solche Entscheidungen - die kompetenzbasierte Aufstellung schlagkräftiger Teams - müssen intern klar geregelt und strukturiert sein. Dazu braucht es eine Grundlage, die nicht in Aktenordnern verstauben darf wie ein Lebenslauf. Diese Lücke schließen wir mit Skilltree", erklärt Skergeth.

Fähigkeiten sehen, heißt wertschätzen

Ein positiver Nebeneffekt bei Unternehmen, die bereits auf die softwarebasierte Lösung von Skilltree setzen: Die Abwanderung unzufriedener und unterforderter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konnte deutlich reduziert werden. "Das Interesse, ein Unternehmen zu verlassen, ist oft von dem subjektiven Gefühl mangelnder Wertschätzung getrieben. Wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer jedoch gemeinsam das Skillset und die gewünschten Fähigkeiten pflegen, interne Fortbildungen nutzen und sich so von innen heraus dem Fachkräftemangel stellen, wächst auch die Zufriedenheit der einzelnen Mitarbeitenden", so lautet das Fazit von Skilltree-Geschäftsführer Markus Skergeth.

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