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Die Digitalisierung managen lernen

Die Digitalisierung ist für die beiden Geschäftsführer der Business Schools SMBS und LIMAKein ein zentraler Aspekt der Management-Weiterbildung.

Die Digitalisierung ist in Betrieben allumfassend und hält noch lange an. SN/pixabay
Die Digitalisierung ist in Betrieben allumfassend und hält noch lange an.

Sehen Sie die Digitalisierung als kurz-, mittel- oder langfristige Herausforderung für die Wirtschaft? Gerhard Aumayr: Die Digitalisierung ist ja seit einigen Jahren bei uns angekommen und wird uns auch nicht mehr verlassen. Im Gegenteil! Die technischen Möglichkeiten und die Auswirkungen auf alle Bereiche des menschlichen Lebens werden in den nächsten Jahren exponentiell wachsen. Digitalisierung, so wie sie jetzt vor uns steht, mit den Möglichkeiten von Big Data, Artificial Intelligence, Internet of Things, Sensorik, Robotik, Blockchain und vielen mehr, wird uns mit Herausforderungen konfrontieren, die wir jetzt noch gar nicht abschätzen können.

Gerhard Leitner: Wir sehen die Digitalisierung als langfristige Herausforderung für die Wirtschaft und haben vor diesem Hintergrund 2017 eine erste "Digital Economy"-Studie durchgeführt und uns daran anschließend 2018 in Form einer "Digital Leaders"-Studie mit der Frage beschäftigt, welche Kompetenzen, welches Wissen und welche Haltung Führungskräfte künftig vereinen müssen, um in der digitalen Wirtschaft zu reüssieren. Eine zentrale Erkenntnis ist, dass es neben intensiver Auseinandersetzung mit den technologischen Möglichkeiten und den infrastrukturellen, rechtlichen sowie finanziellen Rahmenbedingungen sowohl einen ganzheitlichen, strategischen Zugang als auch einen Kulturwandel braucht, um die Potenziale der Digitalisierung zu realisieren.

Wird auf die aktuelle Notwendigkeit in der Wirtschaft bewusst reagiert, im MBA-Studienangebot? Leitner: Die Ergebnisse der beiden Studien zeigen, dass nahezu alle Unternehmensbereiche von der Digitalisierung betroffen sind und dass die Führungskräfte und die Kompetenzen ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die Realisierung der digitalen Potenziale und für eine erfolgreiche digitale Transformation sind. Vor dem Hintergrund haben wir das Programmportfolio der LIMAK in allen Themenfeldern weiterentwickelt und bieten unseren Teilnehmern die Möglichkeit, sich durch MBA-Programme ("New Business Development in the Digital Economy", "Digital Transformation and Change Management", "Digital Marketing Strategy and Communication"), Uni-Lehrgänge ("Digital Inside" in allen Lehrgängen) und Onlinekurse (zum Beispiel "Digital Business Modelling") fit für das digitale Zeitalter zu machen.

Aumayr: Es passiert sehr viel, sowohl auf Forschungs- wie auch auf Beratungsebene. In Salzburg wurde ein Digitales Transferzentrum eröffnet und es entsteht ein sowohl von Politik wie auch von der Wirtschaft aktiv gefördertes Beratungsangebot. Die Uni Salzburg steht ganz vorn in der digitalen Kompetenzvielfalt. Computerwissenschaften, Mathematik, der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften, das Center for Information and Communication Technologies & Society (ICT&S), sie alle forschen aktiv an Themen der Digitalisierung. Die SMBS hat ihre Kernkompetenzen im Bereich der Managementausbildung mit den umfassenden digitalen Kompetenzen der Universität Salzburg gebündelt und einen eigenen MBA-Schwerpunkt zum Thema "Managing the Digital Transformation" entwickelt, der im Herbst dieses Jahres neu starten wird. Zusätzlich wurden aus dem dichten Kooperationsnetzwerk der SMBS jene Partner ausgewählt, die besonders hohe digitale Kompetenz haben: Die Philipps-Universität Marburg bei Frankfurt und die Westminster-Universität in London sind in ihren Spezialisierungsfeldern führende Forschungseinrichtungen im Bereich Digitalisierung und so wurde gemeinsam ein Programm entwickelt, welches die oben dargestellten Themen aufgreift und mögliche Lösungsansätze bietet. Deshalb sind auch zwei Auslandsmodule an den beiden Universitäten integrativer Bestandteil dieses Programms. Grundsätzlich hat das Thema Digitalisierung als wesentlicher Bestandteil unserer gesamten MBA-Programme die Bedeutung erlangt, die der heutigen und zukünftigen Entwicklung Rechnung trägt.

Welche Kompetenzen benötigen Manager aus Ihrer Sicht, um den digitalen Wandel optimal bewältigen zu können? Aumayr: Eine wesentliche Kernkompetenz, um die Möglichkeiten der Digitalisierung nutzen zu können, ist die Beherrschung der relevanten Prozesse. Weiters muss die IT-Infrastruktur ebenfalls eine entsprechende Leistungsfähigkeit besitzen und sicher sein. Zusätzlich müssen Unternehmen genügend digitale Kompetenz in ihren Betrieben zur Verfügung haben.

Leitner: Wesentliche Kompetenz der Zukunft ist die Gestaltungsfähigkeit von Veränderungsprozessen. Manager sind gefordert, ihren Mitarbeitern die Sinnhaftigkeit auch kritischer Entwicklungsschritte zu vermitteln und sie dafür zu gewinnen. Darüber hinaus ist eine Entwicklung der Führungskompetenzen in Richtung agiler Managementmethoden zentral, um die Unternehmenskultur und die Organisation zu öffnen, weiterzuentwickeln und die notwendige Innovationskraft entfalten zu können.

Aufgerufen am 17.06.2019 um 11:28 auf https://karriere.sn.at/karriere-ratgeber/neuigkeiten-trends/die-digitalisierung-managen-lernen-68633152

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