Karriere Ratgeber

Karriere Ratgeber

Allgemeines und Kontakte

1. So findest Du heraus, was zu Dir passt

Tipps zur Berufswahl
Auf der Plattform www.bic.at der Wirtschaftskammer Österreich kannst Du Dich über Wege zur Berufswahl informieren und ein Interessenprofil erstellen.

Talente-Check
Im umfangreichen Talente-Check der Wirtschaftskammer Salzburg kannst du Deinen Talenten auf die Spur kommen.

Karrierekompass
Der Karrierekompass des Arbeitsmarktservice bietet einen Interessen- und Berufstest. Außerdem werden hier Berufsbilder anschaulich vorgestellt.

Schnuppertage, Praktika
Wenn Dich ein bestimmter Lehrberuf interessiert oder Du Einblick in ein bestimmtes Unternehmen erhalten willst, greif zum Telefon und frag dort an, ob es Schnuppertage oder Praktika anbietet. Auf diese Weise sammelst Du erste Berufserfahrung und kannst herausfinden, ob der Lehrberuf zu Dir passt.

2. So informierst Du Dich über Lehrberufe

Über die Lehre im Allgemeinen
Die Wirtschaftskammer gibt Dir Auskunft darüber, wie eine Lehrausbildung abläuft und welche Lehrberufe Du in Österreich ausüben kannst. Alle Infos:
WKS- Lehrlings- und Meisterprüfungsstelle
Tel.: +43 662 / 88 88 320; www.wko.at

Über Rechte in der Lehre informieren
Die Arbeiterkammer klärt Dich darüber auf, welche Rechte Du als Lehrling hast. Alle Infos:
Arbeiterkammer Salzburg – Lehrlingsberatung
Tel: +43 662 / 86 87 94; www.sbg.arbeiterkammer.at

Karriereforum Lehre
Informationen wie die Lehre abläuft und wie man ein gutes Bewerbungsschreiben formuliert findest Du natürlich hier auf der Website.

Die Bewerbung

So klappt's mit deiner Bewerbung.

Schon geschafft? oder bist dabei, die Schule zu beenden? Dann unseren herzlichen Glückwunsch. Jetzt heißt es auf den nächsten Schritt vorbereiten und in das Berufsleben wechseln. Du hast Dich dazu entschlossen eine Lehre zu beginnen. Das ist ein richtiger und wichtiger Weg. Damit Dir von Anfang an ein guter Start gelingt, unterstützen wir Dich hier mit ein paar Regeln für deine Bewerbung.

"Kurz und bündig"

Das sind die Inhalte einer Bewerbung

  • Die Bewerbung besteht aus einem Anschreiben,
  • dem Motivationsschreiben,
  • einem Lebenslauf, deinen Zeugnissen und Arbeitsnachweisen.
  • Die Bewerbung als Ganzes sollte stilistisch und inhaltlich auf das Unternehmen, für das du dich bewirbst, angefertigt werden.
  • Bewerbungen können per Post, per E-Mail oder mittels eines Online-Formulars, das das Unternehmen bereitstellt, erfolgen.

Ausbildungen beginnen in der Regel Ende August oder im September.

Die Suche und die Einstellung seitens der Unternehmen beginnt allerdings bereits ein Jahr zuvor. Setze Dich rechtzeitig mit dem Thema Lehre und Lehrbetrieb auseinander. Beginne frühzeitig, also im vorletzten Schuljahr, dir Gedanken zu machen, welchen Beruf du erlernen möchtest und welches Unternehmen zu Dir passt. Wenn du dir unsicher bist, nutze doch unseren "Job-Konfigurator" auf der Startseite, um herauszufinden, in welche Richtung Du tendierst.

Besondere Bewerbungsfristen

Es gibt Berufsgruppen, die bereits im Frühjahr des vorletzten Schuljahres Einstellungsgespräche führen und die Bewerber zu Gesprächen einladen. Dazu zählen Konzerne sowie Banken und Versicherungen als auch Arbeitgeber im öffentlichen Dienst (eine Übersicht zu den Berufsbildern des öffentlichen Dienstes findest du hier.

Tipp von uns: Erstelle eine Liste mit möglichen für dich interessanten Lehrbetrieben und informiere dich über deren Ausbildungsangebote und Bewerbungsfristen. Dann hast du einen Zeitplan und verpasst keinen Bewerbungstermin. Schau dazu auf die Unternehmenseigene Website in die Bereiche "Karriere". Wenn du die Fristen dort nicht findest, dann ruf doch einfach in den Unternehmen an. Bewerbungsfristen dauern in der Regel ein Jahr. Das heißt für dich: ENDE DES VORLETZTEN SCHULJAHRES SOLLTEST DU MIT DEN BEWERBUNGEN STARTEN.

Der aufwändigste Teil der Bewerbung ist das Anschreiben. Dieses wird aufgesetzt wie ein Brief, welcher das Erste ist, was der Betrieb bei dem du dich bewirbst, zu sehen bekommt. Nimm dir Zeit, um das Anschreiben gut zu formulieren und richtig zu gestalten. Schreibe keine Romane. Halte dich kurz und gestalte es übersichtlich und persönlich. Wichtig ist, dass du auf das Unternehmen eingehst. Also musst du für jede Bewerbung ein eigenes Schreiben erstellen.

Das Anschreiben ist ein förmlicher Brief. Demnach müssen enthalten sein:

  • Adresse des Unternehmens und der Ansprechpartner
    Den Namen findest du in der Stellenausschreibung und natürlich auch auf der Unternehmenswebsite. Wenn du hier nicht fündig wirst, ruf einfach in dem Unternehmen an, stelle dich kurz vor und frage nach dem Mitarbeiter, welcher die Bewerbungen entgegennimmt. Lass dir den Namen gegebenenfalls buchstabieren.
  • Absender
    Das bist du, inklusive deiner Adresse und deiner Kontaktdaten. Du willst ja schließlich kontaktiert werden.
  • Dein Wohnort und Datum
    Kleiner Tipp: Achte darauf, dass du das Schreiben noch am gleichen Tag zur Post bringst bzw. abschickst.
  • Betreff des Schreibens
    Der Betreff sollte aussagkräftig sein. "Bewerbung zum oder als …" Der Betreff ist eine Art Überschrift und sollte "fett" formatiert sein.
  • Anrede
    Beginne mit einem neutralen Satz: Sehr geehrte Frau NAME, Sehr geehrter Herr NAME. Nutze auch die Titel, wenn diese bekannt sind (Mag. Dr. etc.).
  • Dann kommt der erste Satz.
    Hier solltest du den Leser neugierig machen und erklären, wie du auf die Stelle aufmerksam geworden bist: "ich schreibe Ihnen mit Bezug auf die ausgeschriebene Stelle als BERUF. Ich interessiere mich seit Langem für diesen Beruf, Berufszweig", "Sie suchen einen Lehrling als/für, dank meines Praktikums bei der Firma xy bringe ich die von Ihnen geforderten Eigenschaften mit".
    Bitte vermeide allgemeine Sätze:
    "Ich bin 15, heiße Natalie und habe Ihre Stelle gefunden",
    "Ich habe Ihre Stellenanzeige gelesen und bewerbe mich hiermit"
  • Im Hauptteil solltest du auf den Arbeitgeber eingehen und die positiven Aspekte für Mitarbeiter des Unternehmens herausarbeiten. "Ich habe mich auf Ihrer Website/ auf karriere.SN.at/ auf dem Karriereforum informiert und bin von den Ausbildungsmöglichkeiten und den umfangreichen Maßnahmen der Lehrlingsbetreuung begeistert."

    Dann kommt deine jetzige Situation, Mache Werbung für Dich selbst:
    "Aktuell besuche ich die Klasse XX der Schule XX und werde die Ausbildung im Juni/Juli XXX abschließen."
    und deine Fähigkeiten und Vorteil für das Unternehmen:
    "In meinem Praktikum konnte ich erste Einblicke in die Tätigkeit als XX gewinnen und bin mir sicher, Ihre Erwartungen erfüllen zu können. "Erste Einblicke in die Aufgaben eines/einer XX habe ich in einem Praktikum gewonnen und konnte hier schon spezielle Fähigkeiten erwerben."
  • Was muss ich über mich erzählen?
    Der Trick besteht darin, sich selbst zu beschreiben, ohne allzu dick aufzutragen. Frage doch einmal deine Eltern, Geschwister, Freunde und Bekannten nach Attributen, also nach Charaktereigenschaften, die sie in dir erkennen. Schreibe diese auf und verwende sie in deinem Schreiben. Du kannst dich aber auch an folgende Fragen halten:
    1. Wer bin ich und was mache ich?
    2. Warum möchte ich unbedingt diesen Beruf erlernen?
    3. Warum bin ich für diese Ausbildung geeignet?
    4. Darum möchte ich die Ausbildung in genau diesem Unternehmen machen?

    Schreibe kurze, übersichtliche und klar verständliche Sätze. Schreibe den Text unbedingt selbst. Kommt es zu einem Vorstellungsgespräch, wird dich der Unternehmensvertreter auf dein Schreiben ansprechen und dazu befragen. Deine Persönlichkeit lässt sich aus dem Schreiben für den Personaler herauslesen.

  • Nicht verwenden solltest du allgemeine Sätze wie
    "Ich bin flexibel", "Ich möchte schnell Karriere machen", "Ich kann alle Ihre Erwartungen übertreffen".
  • Mit dem Hinweis, dass du dich auf eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch freust, beendest du das Schreiben:
    "Über die Möglichkeit zu einem persönlichen Gespräch würde ich mich sehr freuen" "Gerne überzeuge ich Sie in einem persönlichen Gespräch über meine Fähigkeiten".

Die Formatierung des Anschreibens

  • nicht länger als eine DIN-A4-Seite
  • gleiche Schriftart auf allen Dokumenten
  • Rechtschreibfehler unbedingt vermeiden (Lass das Schreiben in jedem Fall gegenlesen)
  • stilistisch einheitlich, also aufgelockert oder formell, aber in jedem Fall höflich. Nicht beide Stile vermischen
  • der Betreff sollte "fett" formatiert sein

Ein Formular, das dein bisheriges Leben abbildet. Gib hier einen kurzen tabellarischen Überblick über deinen bisherigen Werdegang: schulische Erfahrungen, Praktika, Probearbeiten sowie Qualifikationen, Fähigkeiten und Hobbys. Damit signalisierst du deinem künftigen Arbeitgeber, dass du der perfekte neue Mitarbeiter bist.

"Kurz und bündig"

Das sind die Inhalte für deinen Lebenslauf

  • Kontaktdaten
  • Foto
  • schulische Ausbildung, Laufbahn
  • Praktika
  • Kenntnisse und Fähigkeiten
  • Hobbys, falls für den Beruf interessant

Alle Details für den Lebenslauf, nochmals Schritt für Schritt erklärt:

  • Die Kopfzeile und die Überschrift "Lebenslauf". Direkt darunter folgen deine Kontaktdaten, Name, Adresse. Wenn du möchtest, kannst du auch deinen Geburtstag und deinen Geburtsort einsetzen. Rechts oben wird ein Foto eingesetzt.
  • Der schulische Werdegang
    Chronologisch, beginnend mit deiner aktuellen Schule und voraussichtlichem Ende der Schulzeit. Antichronologisch ist auch möglich, wobei du mit der ersten von dir besuchten Schule beginnst. Wir empfehlen aber ganz klar die chronologische Variante. Baue absolvierte Praktika, Schülerprojekte, Nebenjobs, Au-pair-Zeiten und soziale Engagements ebenfalls chronologisch ein.
  • Weitere Qualifikationen
    beschreiben IT-Kenntnisse, Sprachkenntnisse und andere Qualifikationen. Solltest du dich sozial engagieren, beschreibe die Tätigkeit in kurzen Sätzen.
  • Der Abschluss erfolgt durch das aktuelle Datum, deinen Namen und deine Unterschrift.
  • Nicht in den Lebenslauf muss dein Familienstand (verheiratet oder ledig) Beruf Deiner Eltern oder Deine Religionszugehörigkeit.

Lücken im Lebenslauf
Du hast durch Krankheit, Ausbildungsplatzwechsel oder andere Umstände Lücken in deinem Lebenslauf? Gib in jedem Fall den tatsächlichen Grund an und keinesfalls ausgedachte Ereignisse. Die Wahrheit kommt ans Licht und dann wird’s unangenehm. Wichtig ist die positive Formulierung! Beispiele findest du unter bei:

  • Du hast eine Ausbildung abgebrochen
  • geänderte berufliche Orientierung oder Selbststudium statt Arbeitslosigkeit,
  • Rehabilitation nach einem Unfall statt schwere Krankheit
  • Ausbildungssuche oder Vorbereitung auf eine Ausbildung statt einfach den Lebensabschnitt auszulassen

Das Foto
Auch wenn das Foto nicht mehr verpflichtend auf einen Lebenslauf gehört, ist essinnvoll, um dein sympathisches Wesen zu zeigen. Selfies haben nichts in einer Bewerbung zu suchen. Es gibt aber noch mehr Hinweise und Regeln, die du beachten solltest.

Wichtig ist eine ordentliche Frisur und ein sparsamer Umgang mit Make-up. Weniger ist meistens mehr. Bei der Kleiderwahl solltest du dich auf die Branche einstellen. Zum Beispiel: Lehre im kaufmännischen Bereich neutrales Hemd, Sakko / Bluse während für einen handwerklichen Beruf Hemd/ Bluse oder Poloshirt ohne Ausdrucke zu nutzen ist.

Unser Tipp: Investiere in ein professionelles Bild beim Fotografen. Der kennt sich aus und rückt dich ins rechte Licht. Willst du das Foto selbst machen, solltest du darauf achten, dass es scharf und etwa 5 x 6 cm groß ist. Blicke in die Kamera, stehe oder sitze aufrecht und lächle leicht. Stell dir vor, vor Dir steht Dein Ansprechpartner des Unternehmens und du möchtest ein Gespräch beginnen.

Sprachqualifikationen im Lebenslauf
Nutze die korrekten Abstufungen bei der Bewertung deiner Sprachkenntnisse,

  • Muttersprache: Du bist mit dieser Sprache aufgewachsen
  • Verhandlungssicher: Du kannst nahezu akzentfrei diskutieren und beherrschst die Sprache sicher.
  • Fließend: Du kannst Bücher in dieser Sprache lesen.
  • Sehr gute Kenntnisse: Du kannst flüssig in der Sprache sprechen.
  • Gute Kenntnisse: Du kannst dich in der Sprache verständigen und hast in alltäglichen Gesprächen kein Problem.
  • Grundkenntnisse: Du kannst dich verständigen, wenn auch mit leichten Einschränkungen

Allgemeine Qualifikationen
Du hast einen Computerkurs belegt oder kennst dich in bestimmten Programmen recht gut aus? Dann nimm das doch in deinen Lebenslauf auf und definiere deine Fähigkeiten. Du kannst das auch ohne eine Bewertung einsetzen. "Das gesamte Microsoft-Office-Paket nutze ich für meine schulischen Aufgaben und kenne mich damit recht gut aus", "In meiner Funktion als Fotograf der Schülerzeitung arbeite ich regelmäßig mit Adobe-Programmen" oder Ähnliches.

Hobbys
Sie anzuführen ist nur dann sinnvoll, wenn sie mit dem angestrebten Berufsbild zu tun haben oder Verbindungen hergestellt werden können. Andernfalls lässt du sie besser weg.

Anlagen
Wichtig ist das Jahresabschlusszeugnis oder das Halbjahreszeugnis. Je nachdem, wann du deine Bewerbung versendest. In der Regel reicht das aktuellste aus. Hast du die letzten Jahre immer konstant gut abgeschlossen, empfehlen wir dir, auch diese (maximal drei) Zeugnisse beizulegen. Wichtig sind auch Bescheinigungen und Arbeitsnachweise für deine ehrenamtlichen, nebenberuflichen Tätigkeiten sowie Praktika und/oder Probearbeiten. Vielleicht hast du ja einmal einen Kurs besucht. Weiterbildungen und/oder Lehrgänge sind in jedem Fall der Bewerbung beizulegen. Sie zeugen von deinem Engagement und Interesse. Hast du keine solchen Nachweise, ist das kein Beinbruch. Für den Start in eine Lehre ist das keine Voraussetzung.

Gesundheits- und Führungszeugnis
Solltest du dich zum Beispiel für einen Job in der Gastronomie bewerben, ist ein Gesundheitszeugnis notwendig. Dieses bekommst du bei deinem Hausarzt. Solltest du dich bei der Polizei oder der Justiz bewerben, benötigst du in der Regel ein polizeiliches Führungszeugnis, um nachzuweisen, dass du keine Vorstrafen hast. Und das bekommst du, eh klar, bei der Polizei.

Schlechte Noten im Zeugnis?
Großkonzerne haben ein anderes Vorauswahlverfahren bei den Bewerbungen als kleine und mittelständige Unternehmen, sogenannte KMU. Großkonzerne müssen aus einer Flut an Bewerbungen vorab entscheiden, wer eine Runde weiter kommt, und das sind in erster Linie die Bewerber mit den besten Zeugnissen. Solltest du in Naturwissenschaften eher schlecht abschneiden, ist vielleicht ein Job als Chemiker oder Laborassistent nicht das Richtige für dich. Bist du sprachlich begabt aber magst Mathematik überhaupt nicht, solltest du auch keine Lehre als Bauzeichner in Erwägung ziehen. Bei einem mittelmäßigen Zeugnis solltest du dich eher an deinen "Soft Skills" orientieren. "Soft Skills" sind Fähigkeiten, die extrem wichtig sind um in einem Team zu arbeiten. Viele Arbeitgeber suchen die neuen Mitarbeiter nach deren Charakterstärken aus und eruieren, ob du in das Team passt und begeistert in die Lehre startest. Du bist kreativ und ein Künstler? Dann ist vielleicht Mediengestaltung genau deins. In jedem Fall aber gilt: Orientiere dich nach deinen Wünschen und Vorstellungen, probieren solltest du es in jedem Fall.

Fehlstunden
Hier rächt sich das Schulschwänzen. Zwei oder drei Fehltage werden sicherlich geflissentlich übersehen. Sollten hier aber mehr Tage unentschuldigt in deinem Zeugnis stehen, signalisiert das deinem künftigen Arbeitgeber, dass du unzuverlässig bist und gern blau machst. Auch das zählt zu den "Soft Skills". Allerdings zu den negativen. "Soft Skills" sind mittlerweile in den meisten Personaler-Büros wichtiger als die Noten in deinem Zeugnis! Hast du eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch erhalten, wirst du auf diese Fehlzeiten angesprochen und bekommst die Gelegenheit, zu erklären, warum du gefehlt hast. Erfinde keine fadenscheinigen Ausreden, sondern erkläre auch hier wahrheitsgemäß, warum es zu den Fehlstunden gekommen ist. Ehrlichkeit währt am längsten und gehört wiederum zu den positiven "Soft Skills", ebenso wie die Einsicht, dass das ein Fehler war.

"Kurz und bündig"

So kannst Du Bewerbungen auf den Weg bringen

  • E-Mail
  • Online-Fragebogen
  • Initiativbewerbung
  • Videobewerbung
  • Telefonbewerbung

Die Bewerbung per E-Mail:
In der Bewerbung per E-Mail kannst du das E-Mail als Brief-Umschlag ansehen. Schreibe hier einen kurzen Text mit deinem Anliegen, also der Bewerbung, und verweise auf die Dateien im Anhang. Achte auch auf den Betreff: „Bewerbung als/zum“ ist hier sehr geeignet. Wichtig ist, dass du

  • eine ordentliche E-Mail-Adresse im Absender hast: HumpiBumpi@XXX.at oder Prinzessin21@XXX.at sind nicht geeignet. Ist das deine einzige Adresse, solltest du dir für den Bewerbungsprozess eine neue Adresse bei einem Anbieter erstellen.
  • Speichere deine Unterlagen so ab, dass der Personaler diese auf den ersten Blick erkennt und ablegen kann. Musterman_Maria_Anschreiben; Mustermann_Maria_Zeugnisse etc. Schaue auch darauf, dass die Dateien nicht zu groß sind.

Online-Bewerbung
Viele Unternehmen bieten mittlerweile die Möglichkeit einer Online-Bewerbung über ein Online-Tool. Dabei gilt es die von dir erstellten Unterlagen im Uploadbereich hochzuladen. Bitte denke daran, deine Schriftstücke zu unterzeichnen. Das kannst du, indem du sie ausdruckst und unterschreibst oder du deine Unterschrift abfotografierst und dann einfügst. Achte darauf, die Dokumente ordentlich zu benennen und in der richtigen Größe abzuspeichern. Dokumentdateien kannst du verkleinern, indem du sie als PDF abspeicherst (Klicke in MS-Word auf „Datei, Drucken – suche den Drucker PDFCREATOR“). Dann verkleinert sich die Datei automatisch. Beginne bei der Namensvergebung mit deinem Nachnamen, dann kommt der Vorname und Titel des Dokuments (Lebenslauf, Anschreiben)

Initiativbewerbungen
Viele Unternehmen schreiben freie Stellen gar nicht aus oder sind ständig auf der Suche nach neuen Mitarbeitern. Wenn du ein Unternehmen gefunden hast, das deiner Meinung nach zu dir passt, übermittelst du eine Initiativbewerbung, d. h. du schreibst deine Bewerbung nicht auf eine „gesuchte“ Position hin, sondern bietest dich als Lehrling für einen Bereich an. Viel Unterschied in den Schriftstücken gibt es hier nicht. Wichtig ist, im Betreff des Anschreibens als auch bei der Onlinebewerbung deine Initiative auszudrücken. Schreibe also im Betreff „Initiativbewerbung zum XXX“ und nutze beim Abspeichern deiner Unterlagen ebenfalls die Initiativbewerbung als Namen „Mustermann_Max_Initiativbewerbung zum XXX“

Videobewerbung
Immer noch sehr selten, aber doch praktiziert ist die Bewerbung via Video. Dazu kannst du ein Video mit deinem Smartphone aufnehmen und mit deinen Unterlegen direkt an die Unternehmen senden. Der Inhalt des Videos sollte eine kurze (30 Sekunden bis 1,5 Minuten) Vorstellung von dir sein, warum du dich um die Stelle bewirbst und was deine Stärken sind – quasi das Anschreiben persönlich vorgestellt. Niemand erwartet hier einen Hollywood-Film. Was aber erwartet wird:

  • Freies Sprechen, lies nicht irgendeinen Text von einem Blatt ab.
  • Halte Augenkontakt, schaue in die Kamera und versuche auch deinen Gesichtsausdruck, deine Mimik lebendig erscheinen zu lassen.
  • Sprich im Stehen, das wirkt professioneller.
  • Achte auf deine Umgebung, genau wie bei einem Online-Vorstellungsgespräch
  • Baue bitte keine Emojis oder After Effects ein. Das ist kein Post, sondern ein Bewerbungsvideo!

Telefonbewerbung
Manche Unternehmen möchten vor dem ersten Vorstellungsgespräch ein Telefonat mit dir führen. In der Stellenausschreibung wird das natürlich vermerkt. Das ist nicht das endgültige Vorstellungsgespräch, sondern sollte als eine Art Abtasten verstanden werden. Natürlich kannst auch du telefonisch auf eine ausgeschriebene Stelle reagieren, wenn du Fragen zu der ausgeschriebenen Stelle oder dem Ansprechpartner hast.

Wenn du dich initiativ bewerben möchtest, das heißt, wenn das Unternehmen zwar keine Stelle ausgeschrieben hat, du dort aber trotzdem eine Lehrstelle bekommen möchtest, solltest du vorab dort anrufen und nachfragen, an wen du deine Bewerbung schicken darfst. Auch hier gilt es sich ein wenig vorzubereiten.

Recherchiere, wie auch vor dem Vorstellungsgespräch, Informationen zu dem Unternehmen. Insbesondere wenn du eine Initiativbewerbung machst, solltest du über das Unternehmen Bescheid wissen. Bereite dich auf das Telefonat vor, notiere Stichworte zu deinen Fähigkeiten, warum deine Wahl auf diesen Lehrberuf und auf das Unternehmen gefallen ist. Notiere deine Fragen und die wichtigsten Details zum Unternehmen und halte dir etwas zum Mitschreiben bereit. Achte auf eine höfliche und klar verständliche Sprechweise.

Deine Bewerbung ist beim Unternehmen angelangt und du hast eine Einladung zum Vorstellungsgespräch erhalten. Mit der richtigen Vorbereitung kannst du deine Nervosität minimieren und so einen guten ersten Eindruck hinterlassen.

  • Zur richtigen Zeit am richtigen Ort, plane Deine Anreise
    Einer der wichtigsten Punkte überhaupt ist Pünktlichkeit. Informiere dich über die Anreise, die Örtlichkeit, wo du hin musst und wie lange du brauchst. Dann solltest du noch ein paar „Pufferminuten“ einrechnen. Lieber 10 Minuten zu früh als 5 Minuten zu spät. Nimm zur Sicherheit deine Unterlagen noch einmal mit.
  • Vorbereitung ist alles. Informationen sammeln
    Spätestens jetzt musst du dich genauestens über das Unternehmen informieren. Suche auf der Website nach dem Bereich „Über uns“ oder „Geschichte“. Natürlich verlangt niemand, dass du dir alle Details einprägst. Aber grundlegende Kenntnisse über deinen künftigen Arbeitgeber solltest du haben. Dabei geht es um die Geschichte der Firma allgemein, Branche und Tätigkeit des Unternehmens, welche Berufsbilder noch in dem Unternehmen abgebildet werden, die Anzahl der Mitarbeiter und so weiter.
  • Der Ablauf
    Vorstellungsgespräche finden zumeist in eigenen Besprechungsräumen statt. Anwesend sind in jedem Fall eine „personalverantwortliche“ Person und zumeist auch der Abteilungsleiter oder Ausbildner. Schenke jedem Anwesenden die gleiche Aufmerksamkeit und ein Lächeln, auch wenn du nervös bist. Den wichtigsten Tipp, den wir dir hier geben können, ist: Sei du selbst und tritt mit einem gesunden Maß an Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen auf. Die ersten 90 bis 100 Sekunden sind extrem wichtig. Nicht umsonst heißt es: Der erste Eindruck zählt. Dabei hilft es schon, dass du dir die Namen deiner Gesprächspartner merkst, damit du sie mit ihrem Namen ansprechen kannst. Schau ihnen dabei in die Augen! Seit der Coronakrise ist Händeschütteln nicht mehr selbstverständlich. Warte daher, ob dir eine Hand angeboten wird. Solltest du keine Hände schütteln wollen, ist das zum jetzigen Zeitpunkt sicherlich kein Problem, wenn du deine Bedenken äußerst. Angebotene Getränke kannst du gerne annehmen. Sollte das Gespräch länger dauern, ist es nicht schlecht, zwischendurch einen Schluck zu trinken.
  • Die häufig gestellten Fragen im Vorstellungsgespräch
    Vorstellungsgespräche sollen dem Personalverantwortlichen und deinem künftigen Abteilungsleiter oder Ausbildner die Möglichkeit geben, dich besser kennenzulernen. Dabei wird nach kurzen Smalltalk zur Begrüßung (wie geht es Ihnen? Haben Sie gut hergefunden? Schön, dass Sie da sind!) häufig ein Eisbrecher eingesetzt.

    Erzählen Sie uns doch ein bisschen von sich. Dann folgen ein paar Fragen wie beispielsweise:
    1. Warum möchten Sie die Ausbildung bei uns beginnen?
    2. Warum möchten Sie den Beruf erlernen?
    3. Haben Sie bereits Erfahrung gesammelt, die Ihnen in dieser Ausbildung nützlich ist?
    4. Und die Lehrbuchfrage: Wo liegen Ihre Stärken und wo Ihre Schwächen?

    Überlege dir bereits im Vorfeld Antworten auf diese Fragen. Auch hier gilt: Bleib du selbst. Zeige deinen Gesprächspartnern, dass du an der Lehrstelle interessiert bist und den Job haben möchtest. Falsche Antworten gibt es nicht.

    Die Frage 4., also nach Stärken und Schwächen, gilt es ein bisschen zu umschiffen. Natürlich kannst du deine Schwächen bekanntgeben, du solltest aber betonen, dass du diese immer zu überwinden versuchst.

    Ein Beispiel könnte sein:
    „Ich habe mich schwer getan, Ordnung in meinen Schulsachen zu halten, und daher manchmal anstehende Aufgaben übersehen. Daraufhin habe ich mir ein Ablage- und Ordnersystem überlegt, mit dem ich die Aufgaben nach Wichtigkeit abarbeiten kann und keine Aufgaben mehr verloren gehen.“

    Diese Fragen dürfen Dir nicht gestellt werden:

    • Sind Sie schwanger?
    • Haben Sie eine Behinderung?
    • Sind Sie homosexuell?
    • Welcher Religion gehören Sie an?
     

    Natürlich kannst auch du Fragen stellen. Deine Fragen zeigen, dass du aufgeschlossen und interessiert bist. Frage nach deinem Betreuer, ob du nach der Ausbildung die Möglichkeit hast, vom Dienstgeber übernommen zu werden, oder wie viele Lehrlinge noch im Unternehmen beschäftigt sind. Frage nach dem Gespräch, bis wann du mit einer Antwort rechnen kannst oder ob du dich auf ein weiteres Auswahlverfahren vorbereiten kannst.

    Diese Fragen solltest Du nicht stellen:

    • Bekomme ich Urlaub in der Probezeit?
    • Wie viel Urlaubs-/ Weihnachtsgeld bekomme ich?
    • Gab es kürzlich einen Skandal in Ihrer Firma?
    • Wie viele Fehltage darf ich haben?

  • Kleider machen Leute
    Die Wahl der Bekleidung hängt stark von dem Ausbildungsplatz, für den du dich bewirbst, ab. Während bei kaufmännischen und gastronomischen Berufen Anzug und Kostüm angebracht sind (man spricht hier von Business Dress), reicht in den meisten Bereichen Hemd und Bluse und Jeans (das sogenannte Business Casual) vollkommen aus. Wichtig ist, dass die Kleidungsstücke sauber und in gutem Zustand sind. Modische Hosen mit Löchern und Rissen sind in allen Bereichen ungeeignet. Tätowierungen gehören zu dir und können meist schwer verborgen werden. Piercings kommen meist nicht so gut an und sollten herausgenommen werden.

Online Vorstellungsgespräch
Gerade große Unternehmen setzen vermehrt auf die Vorteile eines Online-Vorstellungsgesprächs. Diese sparen Zeit und Geld. Das gilt aber nicht nur für die Unternehmen, sondern auch für dich. Du ersparst dir die lange und zeitraubende Anfahrt, die Nervosität auf dem Weg zu deinem Gespräch und die Gefahr, durch Verzögerungen im Verkehr zu spät zu kommen. Ein weiterer Vorteil ist, dass du das Gespräch in einer dir vertrauten Umgebung führen kannst.

Im Online-Vorstellungsgespräch fallen einige Punkte weg, die bei einem direkten Zusammentreffen dazugehören: der Händedruck, die Frage nach Getränken etc. Dafür kommen andere Aspekte auf deine Vorbereitungsliste. Allen voran dein Profil. Wie auch bei der E-Mail-Adresse ist dein Profil bei Skype, Zoom, Microsoft Teams etc. von großer Bedeutung. Du kennst das schon: „Diddelmaus24@gmx.at“ ist nicht geeignet für ein Bewerberprofil.

  1. Suche dir einen ruhigen Bereich, in dem du nicht gestört wirst.
  2. Achte auf Licht in deinem Gesicht. Direkt vor einem Fenster zu sitzen ist nicht gut. Dann sieht dein Gegenüber maximal deinen Gesichtsumriss.
  3. Achte auf den Hintergrund (aufgeräumtes Zimmer, Poster etc.).
  4. Deine Internetverbindung sollte möglichst stabil sein.
  5. Achte darauf, dass dein Gerät (Handy, Laptop oder Webcam) direkt vor dir steht. Schaue gerade in die Kamera, nicht von unten oder oben.
  6. Verwende Kopfhörer mit integriertem Mikrofon. Diese sind eigentlich bei jedem Smartphone dabei, können aber auch in jedem Elektrofachmarkt günstig gekauft werden.
  7. Stelle dir etwas zu trinken bereit.

Anstatt der erhofften Zusage erhältst du nach all deinen Bemühungen eine Absage. Das ist im ersten Moment sicherlich demotivierend, vor allem wenn sich die Absagen häufen. Wichtig ist, dass du die Absage nicht persönlich nimmst. Eventuell passt ein anderer Bewerber besser zu der ausgeschriebenen Stelle. Was du aber in jedem Fall machen solltest, ist, dir deine Bewerbungsunterlagen nochmals genau anzuschauen, Fehler zu korrigieren und die Unterlagen noch einmal gegenprüfen zu lassen. Es gibt verschiedene Stellen, die gerne deine Unterlagen prüfen und dir weitere Tipps und Tricks verraten. Es gibt kostenpflichtige und kostenlose Tests. Hier in Salzburg gehört die jugend.akzente.net sicherlich zu den ersten Adressen, wenn es um deine Bewerbung geht. Den Kontakt findest du online.

Unterschiede zwischen Absagen
nach der schriftlichen Bewerbung und der Absage nach dem Vorstellungsgespräch. Ist die Absage bereits nach Einsendung der Unterlagen eingetroffen, solltest du dein Anschreiben nochmals überprüfen lassen, insbesondere auf Rechtschreibfehler, Vollständigkeit, Definition deiner Stärken und ob diese zu dem von dir angeschriebenen Unternehmen passen. Hast du die Absage nach dem Vorstellungsgespräch bekommen, solltest du das Gespräch noch einmal durchgehen. Hast du richtig auf die Fragen der personalverantwortlichen Person reagiert? Konntest du Fragen zu dem Unternehmen beantworten und hast du dich ausreichend mit dem Unternehmen beschäftigt? Hast du angemessene Fragen gestellt?

Wann kann ich denn nach dem Ergebnis fragen?
Solltest du nach 10 Tagen noch nichts gehört, also noch kein Ergebnis bekommen haben, darfst du ohne Weiteres zum Hörer greifen und nachfragen, ob bereits eine Entscheidung gefallen ist.

Aufgerufen am 25.09.2022 um 10:56 auf https://karriere.sn.at/karriere-ratgeber/karriere-ratgeber-109406314

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