Gesund am Arbeitsplatz

Ernährung am Arbeitsplatz: In 6 Schritten zum eigenen Wohlfühl-Manager

Die richtige Ernährung am Arbeitsplatz ist ein Thema, welches Arbeitnehmer und Arbeitgeber beschäftigt. Stress, wenig Schlaf und das falsche Essen zur Mittagspause beeinflussen die Leistungsfähigkeit, das Wohlbefinden und die Gesundheit. Mit diesen 10 einfachen Schritten wird mehr Bewusstsein für eine gesunde Ernährung am Arbeitsplatz geschaffen und die Produktivität über den ganzen Tag gehalten.

Auch am Arbeitsplatz spielt die richtige Ernährung eine tragende Rolle. Wer nach gesunden Alternativen Ausschau hält und die Mittagspause sinnvoll nutzt, ist auf dem richtigen Weg um der eigenen ’Wohlfühl-Manager’ zu werden. SN/pexels
Auch am Arbeitsplatz spielt die richtige Ernährung eine tragende Rolle. Wer nach gesunden Alternativen Ausschau hält und die Mittagspause sinnvoll nutzt, ist auf dem richtigen Weg um der eigenen ’Wohlfühl-Manager’ zu werden.

Die größte Schwachstelle ist das Mittagessen

Beträgt die Gesamtdauer der Tagesarbeitszeit in Österreich mehr als 6 Stunden, so ist es gesetzlich vorgeschrieben, eine Ruhepause von mindestens 30 Minuten einzuführen. Für den Großteil der Arbeitnehmer bedeutet dies entweder der Gang in die Betriebskantine oder ein schneller Snack zwischen zwei Meetings. Auf den ersten Blick fehlt es an Alternativen und wir greifen zu ungesunden und schweren Gerichten wie dem Grillteller, Burger mit Pommes oder der beliebten Leberkäsesemmel. Wenn am Nachmittag dann der Einbruch kommt und wir uns nach einem Mittagsschlaf sehnen, dann bereuen wir die Essenswahl.
Bei manchen genügt der Leistungsabfall, um sich näher mit dem Thema Ernährung zu beschäftigen. Der Großteil setzt sich jedoch erst mit dem Thema auseinander, wenn sich die falsche Ernährung bereits auf die Gesundheit auswirkt.

Ernährungsexpertin Conny Hörl: "Die meisten Personen beschäftigen sich dann mit der Ernährung, wenn sie mit der Figur unzufrieden sind. Doch auch wenn es zu Beschwerden wie Verdauungsprobleme oder Intoleranzen kommt, entwickeln die Menschen ein Bewusstsein und realisieren, dass sie etwas in ihrem Leben ändern müssen."

Ernährung ist eine individuelle Angelegenheit

Die Ernährungsexpertin hat in den rund 20 Jahren in der Gesundheitsbranche einiges gesehen und weiß, dass oft erst ein Leidensdruck bestehen muss, bis ein Umdenken stattfindet. "Vorkochen ist für die meisten Arbeitnehmer keine Option, daher wird die falsche Ernährung gerne auf die Betriebskantine beziehungsweise das eingeschränkte Angebot an gesunden Alternativen geschoben. Vor 10 Jahren war dies vielleicht noch so, heute kann der Mangel an Alternativen keine Ausrede mehr sein." mahnt die Ernährungsexpertin vor der schlechten Ernährung am Arbeitsplatz.
Gesunde Ernährung ist eine individuelle Angelegenheit. Sich nach aktuellen Trends zu richten rät die Expertin nicht. Denn was für den einen Körper passt, muss nicht unbedingt gut für den anderen Körper sein.


Conny Hörl: "Mein Ziel ist, den Menschen beizubringen was im Körper vor sich geht und wie Ernährung funktioniert. Ich möchte aufzeigen welche Wege es gibt um gesund zu leben und dies muss nicht immer auf Verzicht hinauslaufen. Ich möchte jeden zum eigenen Wohlfühl-Manager machen."

Conny Hörl beschäftigt sich seit 20 Jahren mit dem Thema Gesundheit und hält heute als Ernährungsexpertin Vorträge. SN/connyhoerl
Conny Hörl beschäftigt sich seit 20 Jahren mit dem Thema Gesundheit und hält heute als Ernährungsexpertin Vorträge.

In 6 einfachen Schritten zum eigenen Wohlfühl-Manager

Wir haben sechs Schritte zusammengefasst die dabei helfen, ein Bewusstsein für das Thema "Gesunde Ernährung (am Arbeitsplatz)" zu entwickeln und generell dabei zu helfen, sich einen gesünderen Lebensstil anzueignen.

1. Den eigenen Körper kennenlernen
"Bei neuen Trends ist viel Pseudo-Wissen unterwegs. Die Leute lesen über einen neuen Trend und springen sofort auf, ohne sich vorab näher mit ihrem eigenen Körper oder dem Ernährungsprogramm an sich, zu befassen." erklärt Conny. Wer aus Interesse die Ernährung umstellen möchte oder eine Gewichtsreduktion anstrebt muss sich im Klaren sein, dass nicht jedes Ernährungsprogramm den gewünschten Erfolgt bringt. Was für den einen Körper gut ist bedeutet nicht, dass es auch automatisch für den anderen Körper der richtige Weg zum Ziel ist.


"Es gibt eine Vielzahl an Ernährungsprogrammen und Trends, sodass man schnell den Überblick verliert. Bevor die ersten Schritte getan werden ist es auf jeden Fall ratsam, den eigenen Körper kennenzulernen und zu verstehen, welche Abläufe darin vor sich gehen." Conny Hörl
Conny und ihr Team vom pure Ernährungszentrum bieten dazu Gen-Analysen sowie Stoffwechsel-Messungen in puncto Ernährung an. Dabei wird ersichtlich, welche Lebensmittel dem Körper besonders guttun und zum Beispiel auch beim Abnehmen helfen.

2. Gründe für die falsche Ernährung ausforschen
Die Gründe für die falsche Ernährung am Arbeitsplatz sind oft dieselben. Zu wenig Zeit, Stress, Übermüdung und Lustlosigkeit. Dadurch wird der Weg mit dem geringsten Widerstand gewählt und dies ist meist das leckere aber ungesunde Gericht aus der Betriebskantine oder die Wurstsemmel vom Supermarkt nebenan. Spätestens nach dem Mittagessen bereut man die Wahl, denn der Körper nutzt für die Verdauung jegliche Energie die er bekommen kann und wir fühlen uns währenddessen schlapp, unkonzentriert und unproduktiv.
Ein wichtiger Punkt ist auch ein guter Schlaf. Wer viel arbeitet und schlecht schläft kann am nächsten Morgen nicht die gewünschte Leistung bringen und bringt zusätzlich noch die eigenen Sättigungshormone durcheinander. Diese leiten an das Gehirn die Information weiter, ob der Magen leer ist und Auffüllbedarf besteht, oder ob wir satt sind. Wer zu wenig schläft und unruhig schläft läuft Gefahr, dass die Hormone falsche Signale weiterleiten und wir so das Gefühl haben, ständig hungrig zu sein.
So kommt es auch, dass wir uns zwischendurch, während wir unsere Arbeit erledigen, einen ungesunden Snack aus gönnen.

Ernährungsexpertin Conny Hörl: "Auch ich habe manchmal Lust auf einen Snack. In diesem Fall greife ich gerne auf Lebensmittel zurück, die sich positiv auf meine Leistungsfähigkeit auswirken und mich nicht müde und unkonzentriert machen. Hier empfehle ich zum Beispiel Nüsse, Kerne und Rohkost."

3. Gesunde Alternativen ausfindig machen
Es gibt immer Ausreden, aber heute gelten diese nicht mehr wie vor 10 Jahren. Durch Bewegungen wie unter anderem den Veganismus haben sich Betriebsküchen und Supermärkte auf die Bedürfnisse der Menschen eingestellt und bieten neben deftigen Speisen auch gesunde Alternativen an. Conny Hörl sieht eine Bewegung in die richtige Richtung: "Restaurants, Betriebskantinen und Lebensmittelhersteller haben sich zu einem Großteil den neuen Ansprüchen der Kunden angepasst. Gesunder Lifestyle ist vor allem auch bei den Jungen In."


Wer sich also wirklich zum eigenen Wohlfühl-Manager machen möchte ist gut damit beraten, nach Alternativen zur bisherigen Ernährung Ausschau zu halten. Betriebskantinen bieten meist ein großzügiges Salatbuffet an und auch in Supermärkten findet man viele Alternativen, wenn man einen Blick riskiert.
Auch hierbei ist zu bedenken, dass nicht jede Alternative zu jedem Körper passt. Ein Gespräch mit dem Experten kann hier Klarheit bringen.

"Ein guter Ernährungsexperte lernt den Menschen kennen. Seine Bedürfnisse, seinen Alltag, seine Probleme und Ziele. Gemeinsam kann dann herausgefunden werden, welches Ernährungsprogramm und welche gesunden Alternativen den gewünschten Erfolg bringen." Conny Hörl.

4. Wohlfühl-Lebensmittel erleichtern den Alltag
Welche Lebensmittel sogenannte Wohlfühl-Lebensmittel sind, entscheidet jeder für sich selbst. Jedoch hat eine saisonale Ernährung den Vorteil, dass die Wirkung auf die Jahreszeit abgestimmt ist. Das heißt, dass zum Beispiel Wintergemüse wie Lauch wärmend wirkt, während Sommergemüse wie Tomaten und Gurken einen kühlenden Effekt haben.


Und was ist für die Ernährungsexpertin ein typisches Wohlfühl-Essen: "Ich esse gerne saisonal und liebe Suppen, vor allem im Winter. In der Früh fühlen sich viele Menschen mit einem warmen Essen wohl. So gibt es auch bei mir zum Frühstück ein warmes Porridge, welches ich mit Zimt oder Kurkuma würze."

5. Zurück zum 'Achtsamen essen'
Wer kennt sie nicht, die kleinen Snacks, die schnell im Gehen, im Auto oder vor dem Computer den Weg in den Mund finden. Abgelenkt nimmt das Bewusstsein kaum war, dass wir eigentlich gerade gegessen haben. Daher stellt sich kurz darauf wieder der Hunger ein. "Wir haben verlernt, bewusst zu essen und uns die Zeit zu nehmen in Ruhe eine Mahlzeit zu genießen. Es fehlt das Mahlzeiten-Erlebnis. Durch den Stress und die vielen Ablenkungen können wir auch nicht mehr einfach nur mit uns allein sein." Conny rät dazu sich beim Essen bewusst hinzusetzen und nicht zu reden.

Die Mittagspause nutzt man natürlich gerne mit den Kollegen, doch bei Snacks zwischendurch oder an freien Tagen zahlt es sich aus, einmal in Ruhe zu essen.
Eine große Gefahr sieht Conny auch in der Technik, speziell im Handy. Dieses ist auch beim Essen ständig dabei und wer allein am Tisch sitzt, fühlt sich oft unwohl und greift automatisch danach. Durch die Ablenkung überhören wir unseren Körper und vor allem die Signale, wenn er satt ist und essen einfach weiter.

Daher einfach einmal einen Versuch starten und
• hinsetzen, wenn etwas gegessen wird,
• beim Essen nicht zu sprechen,

• Handy zur Seite legen und den Fokus auf die Mahlzeit legen.

Eine große Gefahr ist das Handy - wir haben verlernt ’bewusst’ zu essen. SN/pexels
Eine große Gefahr ist das Handy - wir haben verlernt ’bewusst’ zu essen.

6. Kommunikation im Unternehmen starten
Viele Unternehmen in Österreich legen mittlerweile Wert auf eine gesunde Betriebsküche und bieten auch Sportangebote und Vorträge zum Thema 'Gesunde Ernährung' an. Es empfiehlt sich aber trotzdem, mit dem Arbeitgeber ein Gespräch zu suchen, falls Verbesserungsbedarf gewünscht ist. Es sind oft die kleinen Veränderungen, die eine große Wirkung zeigen. "Arbeitgeber können zum Beispiel nachfragen, wodurch sie die Mitarbeiter bei einer gesunden Ernährung unterstützen können. Wenn viele Kollegen gerne Smoothies trinken kann es schon ein Schritt in die Richtung sein, wenn die Firma einen Mixer beisteuert." rät Conny den Arbeitgebern.


Ein wichtiger Punkt ist auch die Akzeptanz der Mittagspause. Arbeitnehmer sollten klar kommunizieren, dass die Mittagspause aktiv genutzt werden soll. Den Mitarbeitern muss genug Zeit gegeben werden um in Ruhe zu essen und Energie für die zweite Hälfte des Tages zu sammeln.


Aufgerufen am 17.06.2019 um 11:07 auf https://karriere.sn.at/karriere-ratgeber/gesund-am-arbeitsplatz/ernaehrung-am-arbeitsplatz-in-6-schritten-zum-eigenen-wohlfuehl-manager-67580986

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