Fort & Weiterbildung

Zeit für eine Bildungsauszeit

Gerade in der Covid-19-Krise bietet sich Fortbildung an. Bildungskarenz und Bildungsteilzeit könnten dabei helfen, Arbeitsplätze zu sichern.

Yoga, Buchhaltung, Berufsreifeprüfung – Bildungskarenz und Bildungsteilzeit bieten etliche Möglichkeiten.  SN/shutterstock/david tadevosian
Yoga, Buchhaltung, Berufsreifeprüfung – Bildungskarenz und Bildungsteilzeit bieten etliche Möglichkeiten.

Ein vom Arbeitsmarktservice gefördertes Weiterbildungsangebot könnte in den nächsten Monaten manchen Betrieb interessieren. Gehen Mitarbeitende für mehrere Monate in Bildungskarenz oder in Bildungsteilzeit, erspart sich der Arbeitgeber Personalkosten. Das AMS zahlt in dieser Zeit Weiterbildungsgeld. Dieses liegt zwar nur in Höhe des Arbeitslosengeldes. Für den Arbeitnehmer hat die Bildungszeit aber neben dem erworbenen Wissen den Vorteil, dass er nach den Kursen wieder an seinen Arbeitsplatz zurückkehren kann.

MitarbeiterInnen für die Zeit nach der Krise aus- und weiterbilden

Mitarbeiter jetzt in die Arbeitslosigkeit zu schicken sei die schlechteste Variante, meint AMS-Salzburg-Landesgeschäftsführerin Jacqueline Beyer. Mit der Kündigung verlören Unternehmen meist unwiederbringlich wertvolle Mitarbeiter. "Aus Gesprächen mit verantwortungsbewussten Unternehmen weiß ich, dass die Zeit der geringen Aufträge aktiv genutzt wird und man Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Zeit nach der Krise bestmöglich aus- und weiterbildet", so Beyer. Im April hat das AMS Salzburg 147 (plus 14 Prozent) und im Mai 136 (plus 30 Prozent) Anträge bewilligt. Meist handle es sich um bereits länger geplante Weiterbildungen. Mehr Anfragen registriere das AMS bisher noch nicht. Die AMS-Chefin verweist auf die Wirtschaftskrise 2008/2009. Jacqueline Beyer: "Die sehr gute Nutzung während und nach der Krise damals untermauert die Wichtigkeit dieser Beihilfen. Auch das Land Salzburg möchte sich beteiligen, damit künftig noch mehr Menschen Bildungskarenz in Anspruch nehmen." Wie vieles andere waren auch die Rahmenbedingungen für Weiterbildung seit Ausbruch der Covid-19-Pandemie lang unklar. Nun stehe fest, dass auch Betriebe in Kurzarbeit Mitarbeiter in Bildungskarenz oder Bildungsteilzeit gehen lassen können.

Bildungskarenz und Bildungsteilzeit bieten etliche Möglichkeiten

Setzen Salzburger Unternehmen die Kurzarbeit fort, dürften mehr Erwerbstätige in Bildungskarenz gehen. Davon geht man in Bildungsinstituten bereits aus. Beim BFI Salzburg sind die Anfragen derzeit noch stabil. Hier hat man das Telelearning ausgebaut. Eine neue Ausbildungsform sind Blended-Learning-Abendlehrgänge (Präsenzeinheiten und E-Learning) für kaufmännische und kaufmännisch-administrative Lehrberufe. Diese bereiten die Teilnehmer auf den Lehrabschluss im zweiten Bildungsweg vor und können durch eine Bildungsteilzeit gut berufsbegleitend absolviert werden. Im Rahmen einer Bildungsteilzeit können Erwerbstätige auch Buchhaltungskurse oder die Berufsreifeprüfung machen.

Mehr Auswahlmöglichkeiten bietet die Bildungskarenz. Sie kann bis zu ein Jahr dauern und ermöglicht neben der Berufsreifeprüfung auch Ausbildungen im Bereich Vitalität und Schönheit wie jene zur Yoga-Flow-Trainerin, zur Nageldesignerin oder für craniosacrale Körperarbeit. Zur Wahl stehen weiters Werkmeisterausbildungen unter anderem in Maschinenbau und Elektrotechnik, Berufe der Beratungsakademie Salzburg von Lebensberaterin bis Digitaltrainer. Auch Grafik- und Designausbildungen sowie medizinische Assistenzberufe sind möglich. Voraussetzung für beide AMS-geförderten Fortbildungsvarianten sind ein aufrechtes Arbeitsverhältnis und das Einverständnis des Arbeitgebers.


Quelle: SN

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