Fort & Weiterbildung

Warum sich ein Master lohnt

Im Studium auf der akademischen Leiter auch die Mastersprosse zu erklimmen zahlt sich (auch finanziell) aus. In der Analyse zeigen sich dafür insgesamt acht gute Gründe.

 SN/Syda Productions - stock.adobe.c

Wer nach einem Bachelorstudium - optimalerweise mit einer Zwischenstation im Berufsleben, um noch mehr davon zu profitieren - ein Masterstudium beginnt, verschafft sich dadurch zahlreiche Vorteile. Welche genau, zeigen die folgenden acht Gründe für ein Masterstudium.

1. Mehr Kompetenz, höhere Qualifikation

Noch nie war die Halbwertszeit von Wissen so kurz und der Bedarf an immer neuen Zusatzkompetenzen so hoch wie heute. "Lebensbegleitendes Lernen" ist in jedem Alter eine Realität geworden - und dies kann auch durch ein Masterstudium in vertiefter Form erfolgen. Der Master baut auf Studien- und Berufserfahrungen auf und stärkt somit die Qualifikation.

2. Zielführende Spezialisierung oder Verbreiterung

Abgesehen von diesem "Mehr" kommt es im Masterstudium auch inhaltlich zu einem Schub: Während sich ein Teil der Masterstudierenden spezialisiert, also in Richtung Expertenkarriere Schritte unternimmt, "verbreitert" ein anderer sein Wissen und seine Kompetenzen in Richtung Führungskarriere. So oder so wird der Lebenslauf unverwechselbarer.

3. Verbesserte Karrierechancen

Obwohl die Akzeptanz des Abschlusses steigt, gelten Bachelorabsolventinnen und -absolventen in zahlreichen Unternehmen und Branchen immer noch als "unfertig", in manchen erlangen sie mit dem ersten akademischen Grad noch keine Berufsbefähigung nach dem Gesetz. In anderen Bereichen, wie den Naturwissenschaften, sind höhere Abschlüsse außerdem gang und gäbe. Entsprechend erhöht der Masterabschluss auch die Karrierechancen. Ein- und Aufstieg sind mit dem Master vielfach leichter, wie Studien von Recruitingunternehmen und Karriereplattformen zeigen. Und wer seine Zukunft in Wissenschaft, Forschung oder Entwicklung sieht, benötigt den Masterabschluss zusätzlich als Zugang zum hier in der Regel notwendigen Doktoratsstudium.

„Das Masterstudium baut auf Studien- und Berufserfahrungen auf und stärkt die Qualifikation.“

4. Mehr Gehalt in allen Bereichen

Studien des Österreichischen Produktivitäts- und Wirtschaftlichkeits-Zentrums (ÖPWZ), der Plattform absolventa.de sowie von Stepstone zeigen, dass sich der Abschluss eines Masterstudiums lohnt: Im Schnitt verdienen Masterabsolventinnen und -absolventen im Bereich von mehreren Hundert Euro pro Monat (ÖPWZ) oder im Schnitt zwölf Prozent (absolventa.de) und bis zu 20 Prozent (Stepstone) mehr, von Beginn an. Die Schere im Vergleich zu niedrigeren Abschlüssen wird, so die Studien, künftig auch noch weiter auseinandergehen. Wichtig: Natürlich hängt der Unterschied auch vom Fach und dem Unternehmen ab, so lohnt sich etwa ein technischer Master besonders.

5. Zugang zu Menschen, Netzwerken, Auslandserfahrungen

Die in einem Studium gelehrte Bildung ist das eine - das "Drumherum" eines Masters aber das sehr wesentliche andere: Insbesondere praxisorientierte Masterstudien eröffnen Zugänge zu Netzwerken und Institutionen, erlauben projektbasiertes Arbeiten mit Unternehmen, ohne schon im "scharfen Modus" des harten Berufsalltags zu sein, und machen auch längere Auslandsaufenthalte mit zusätzlichen Lerneffekten von Sprache mit Interkulturalität möglich. Vielfach werden all diese Aktivitäten nicht nur vor- bzw. aufbereitet, sondern auch finanziell gefördert, beispielsweise durch Mobilitätsprogramme wie Erasmus+.

6. Sinnvolle Orientierungszeit

Gerade in einer bewegten Arbeitswelt wie der aktuellen ist es kein Makel, nicht immer sofort zu wissen, wohin die Reise geht. Manchmal braucht es mehr Zeit, Raum oder Entfaltungsmöglichkeiten, bis das Bild klarer ist, jemand seine Talente erkennt oder sich Chancen auftun. Auch dazu kann ein Masterstudium dienen, es bietet all das in einem überschaubaren Zeitraum.

7. Persönliche Entwicklung

Masterstudien werden heute sinnvollerweise vielfach berufsbegleitend absolviert. Wer das schaffen möchte, benötigt ein gutes Selbst- und Zeitmanagement, kombiniert mit einigem Ehrgeiz und Resilienz. Die Herausforderungen für Masterstudierende, sprichwörtlich "alles unter einen Hut zu bringen" und dabei auf vielen Ebenen zu profitieren, sind groß - aber sie prägen in der Regel auch im Positiven. Viele wachsen in dieser Zeit über sich hinaus, stärken ihr Selbstvertrauen und loten ihre Grenzen aus. Ein Masterstudium kann entsprechend nicht nur ein Boost für die Karriere, sondern auch für die persönliche Entwicklung sein. Nicht selten wirkt sich das wiederum positiv auf die Karriere aus.

8. Master als Standardabschluss

Zeigen die ersten sieben Gründe Nutzen eines Masterstudiums auf, soll der achte zum Nachdenken über die Gesamtsituation auf dem akademischen Arbeitsmarkt anregen: Mehr als zwei Drittel der Bachelorabsolventinnen und -absolventen beginnen immer noch direkt im Anschluss ein Masterstudium, viele weitere später nach dem ersten Einstieg ins Berufsleben. Keinen Master zu haben ist entsprechend in vielen Bereichen keine Option. Sich hierüber auch im Dialog mit den Studienvertretungen der Fächer an den Hochschulen oder Menschen aus der Praxis auszutauschen, ist ein Weg, die Notwendigkeit eines Masterabschlusses herauszufinden.

Es gibt insgesamt viele gute Gründe für den Master - ob sie bei einem selbst greifen, sollte individuell abgewogen werden.

KARRIERE-NEWSLETTER

Stetig informiert und gut beraten. Abonnieren Sie jetzt kostenlos den karriere.SN-Newsletter der "Salzburger Nachrichten".

*) Eine Abbestellung ist jederzeit möglich, weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Aufgerufen am 30.06.2022 um 09:52 auf https://karriere.sn.at/karriere-ratgeber/fort-weiterbildung/warum-sich-ein-master-lohnt-122213605

Schlagzeilen