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Teil 2: Recruiting in KMUs - Mit diesen Tipps die richtigen Mitarbeiter finden

Teil 2: Im zweiten Teil der 'Recruiting in KMUs' Serie geht es um geeignete Recruiting Kanäle für KMUs und wie wichtig es bei der Personalsuche ist, einen Blick über den Tellerrand zu riskieren.

So locken Sie Top–Talente in Ihr Unternehmen! SN/pexels
So locken Sie Top–Talente in Ihr Unternehmen!

Die passenden Recruiting-Kanäle definieren

Ein wenig "outside the box" denken ist bei der aktiven Mitarbeitersuche angebracht. Sich zurückzulehnen und darauf zu warten, dass die Top-Talente sich initiativ bewerben, ist heute keine Lösung mehr. Sobald die Stellenanzeige zur Zufriedenheit der Verantwortlichen aufgesetzt wurde, haben KMUs unterschiedliche Möglichkeiten, um auf sich und das Jobangebot aufmerksam zu machen. Welcher Kanal bzw. welche Kanäle am Ende für die Mitarbeitersuche genutzt werden, hängt mitunter vom Rekrutierungsbudget ab.
Die Studie 'Recruiting Trends' des Staufenbiel Instituts zeigt die Nutzung diverser Kanäle sowie die Budgetverteilung im Bewerbungsprozess:

Recruiting-Kanal Einsatz in Unternehmen Budgetverteilung
Online Anzeigen 89% 47%
Eigene Karriere Webseite 72% 9%
Active Sourcing 71% 10%
Karriere-Events & Messen 69% 14%
Eigener Talentpool 65% 4%
Mitarbeiter werben Mitarbeiter 60% 5%
Postings in sozialen Netzwerken 41% 4%
Print-Stellenanzeigen 30% 7%

Welche Recruiting Kanäle sind für KMU's bzw. für Unternehmen ohne eigener HR-Abteilung besonders geeignet?

  • Active Sourcing
    Wer sich mit der "Personalbeschaffung von heute" auseinandersetzt, kommt am Begriff 'Active Sourcing' nicht vorbei. Hiermit ist gemeint, dass die Kontaktaufnahme vom Personaler bzw. generell vom Unternehmen, welches eine zu besetzende Position hat, ausgeht. Man spricht von einer aktiven Vorgehensweise, die Methoden wie den Aufbau eines Talentpools, die Suche auf sozialen Netzwerken usw. beinhaltet.
    Egal ob KMU oder Großkonzern, es gilt die Zielgruppe zu verstehen, einfache und zeitgemäße Bewerbungsprozesse anzubieten und auf das Nutzungsverhalten der Bewerber einzugehen. Gute Mitarbeiter sind nicht ewig auf dem Markt verfügbar, daher ist eine möglichst einfache und schnelle Kommunikation unumgänglich.
  • Talentpool
    Hat es einmal einen Praktikanten oder ehemaligen Mitarbeiter gegeben, der für die offene Stelle in Frage kommen würde? Gibt es im Bekannten- oder Mitarbeiterkreis jemanden, der Interesse haben könnte? Auch als Kleinunternehmen ist es wichtig, die Top-Arbeitskräfte von morgen früh genug zu binden. Wenn einem ein Talent über den Weg läuft, dann ist es wichtig, das Unternehmen immer wieder ins Gedächtnis zu bringen. Mit z.B. ehemaligen Praktikanten in Kontakt zu bleiben macht Sinn, auch wenn im Moment keine Stelle zu besetzen ist. Denn wenn ein neues Teammitglied gesucht wird, dann erspart es viel Zeit, wenn im eigenen Netzwerk bzw. Talentpool nach einem neuen Mitarbeiter gesucht werden kann.
  • Eigene Karriere Webseite
    Die Stellenanzeige auf der eigenen Webseite, gilt noch immer als Herzstück des Recruitings. Vor allem bei KMU's reicht dieser Kanal alleine zwar meist nicht aus, doch in Kombination mit einer weiteren Recruiting-Strategie, ist die Veröffentlichung der offenen Stelle auf der eigenen Webseite besonders wichtig. Interessenten holen sich vor der Bewerbung Informationen von der Webseite und erwarten sich dort einen direkten und einfachen mobilen Bewerbungsprozess.
    Eine Studie von wollmilchsau.de aus dem Jahr 2019 zeigt auf, dass rund 48% aller Karriereseiten-Aufrufe mobil stattfindet. Basierend auf dieser Information, sollte die Mobiloptimierung der Karriereseite sowie der Stellenanzeige für Unternehmen selbstverständlich sein.
    Im Zuge der Studie wurden mitunter die Karriereseiten von 160 DAX-Unternehmen analysiert. Die Zahl der mobilorientierten Karriereseiten lag bei guten 91%, doch es zeigt sich Luft nach oben. Je weiter der Bewerber in den Bewerbungsprozess des Unternehmens vordringt, desto schwieriger wird die mobile Nutzung. Bei der Abrufbarkeit der Stellenausschreibung zeigt sich zum Beispiel, dass die Mobiloptimierung bei den untersuchten Unternehmen "nur" noch bei 84% liegt. Dies betrifft jedoch nicht nur die eigene Webseite, sondern auch die Veröffentlichung einer Anzeige bei Drittanbietern wie online Stellenbörsen. Vor der Veröffentlichung auf der eigenen Webseite (oder auf einer online Stellenbörse) sollte die Mobiloptimierung überprüft werden.
    Ein besonderes Sorgenkind ist laut der Studie von wollmilchsau.de auch das Bewerbungsformular, denn hier sind nur knapp 51% mobil nutzbar.
  • Jobmessen und Fachveranstaltungen
    In jedem Bundesland gibt es eine Vielzahl an Karrieremessen. Einige werden sogar direkt in Schulen oder Universitäten veranstaltet. Hier treffen Unternehmen direkt auf potenzielle Arbeitnehmer und können sich von der besten Seite präsentieren. Diese Veranstaltungen sind eine wertvolle Option um das Kleinunternehmen bekannt zu machen, die eigene Unternehmenskultur sowie Arbeit Interessenten näherzubringen und sich ein Netzwerk an potenziellen Mitarbeitern aufzubauen.
  • Anzeigen in sozialen Netzwerken schalten
    Ob auf Facebook, Xing oder LinkedIn - viele Unternehmen gehen auf sozialen Netzwerken auf Mitarbeitersuche und dies auch sehr erfolgreich. Doch vor allem Kleinunternehmen sollten dabei den hohen Zeitaufwand nicht unterschätzen. Es kann einige gescheiterte Werbeschaltungen dauern, bis die Anzeigen wirklich Resultate zeigen.

Über den Tellerrand blicken
Ein Blick über den Tellerrand hilft nicht nur bei der Wahl des Kanals, über welchen die Stellenanzeige verbreitet werden soll, sondern auch bei der Auswahl der engeren Kandidaten.
Manche Bewerber erfüllen womöglich nicht alle gewünschten Anforderungen, doch dies heißt nicht, dass sie nicht durch besondere Erfahrungen oder Begabungen von der Masse herausstechen können. Es ist daher ratsam, die Bewerbungen nicht gleich auf den "Leider Nein" - Stapel zu legen. Wer über den Tellerrand blickt wird Personen finden, die auch mit gänzlich neuen Zugängen ihr Ziel erreichen und passende Lösungen für herausfordernde Aufgaben finden. Raus aus dem alten Trott - eine neue Perspektive kann im Endeffekt Top-Kandidaten anlocken und das Unternehmen einen großen Schritt nach vorne bringen.



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