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Ohne ständige Weiterentwicklung droht Stillstand

Ohne Veränderung keine Evolution. Das Problem dabei: Gewohnheiten und einmal gewonnener Komfort sind starke innere Gegner der Veränderung.

Mit gezieltem Blick von außen macht ein Coach fit für die spezifischen Herausforderungen des nächsten Karriereschritts. SN/contrastwerkstatt - stock.adobe.com
Mit gezieltem Blick von außen macht ein Coach fit für die spezifischen Herausforderungen des nächsten Karriereschritts.

"Die einzige Konstante im Universum ist die Veränderung", schrieb schon Heraklit von Ephesos (um 535-475 v. Chr.), der auch als "der weinende Philosoph" bezeichnet wird. Veränderung kann mit Schmerz verbunden sein, wenn die lieb gewonnenen Verhältnisse und Gewohnheiten dem Wandel unterliegen, wenn Erlebtes unwiederbringlich vergangen ist. "Wir leben in einer Zeit, in der unglaublich viele Veränderungsprozesse parallel passieren, gesellschaftlich, kulturell, politisch, gesundheitlich, in Sachen Umwelt und in der Wirtschaft", weiß Unternehmensberaterin Sabine Reithofer-Reinhardt.

Ohne Veränderung gäbe es keine Evolution

Meist rufen Veränderungen eines von zwei gängigen Mustern bei den Menschen hervor. "Einerseits Widerstand, verknüpft mit dem Wunsch, dass alles wieder so wird wie früher, oder andererseits Überforderung und Unsicherheit, da es zu viele Möglichkeiten der Auswahl gibt." Dabei sind Veränderungen ein lebensnotwendiger Prozess, denn ohne sie gäbe es keine Evolution, keine Weiterentwicklung, sowohl im Berufs- als auch im Privatleben. Sosehr sich viele Menschen eine positive Veränderung wünschen, so steinig ist dieser Weg meist. Denn er bedeutet, die Komfortzone zu verlassen, Risiken einzugehen und möglicherweise unsanft auf dem Boden der Realität zu landen - alles zusammen starke innere Gegner. "Wer aber den Weg nicht im Innen beginnt, wird immer wieder scheitern. Hier kann Coaching ein hilfreicher Ansatzpunkt sein. Zusammen mit jemandem von außen, einem ,Externen', einem Sparringpartner, können ungesehene Muster erkannt und Komfortzonenängste aufgelöst werden", beruhigt Reithofer-Reinhardt.

Bild: SN/rickyknoll
Coaches unterstützen die Persönlichkeits- entwicklung.
Sabine Reithofer-Reinhardt Unternehmensberaterin

Coaches haben sich meist auf ein Spezialgebiet festgelegt, das können berufliche, persönlichkeitsspezifische oder auch geschlechtsspezifische Themen sein. Coachées wählen, je nach ihren Berufs- oder Karrierezielen bzw. den nächsten Schritten dorthin, die entsprechende Person zur Unterstützung aus. "Diese Auswahl ist auch wichtig. Denn wenn man beginnt zusammenzuarbeiten, ist das meistens eine Reise durch zumindest einen, häufig aber mehrere gewünschte Veränderungsprozesse, die sich über längere Zeit erstrecken." In Unternehmen gelten heutzutage ähnliche Gesetze wie im Leistungssport. Führungskräfte haben ihren Coach, der sie fit für diese spezifischen Herausforderungen macht.

Coaching passiert im Einzelsetting, also im direkten Kontakt Coach und Coachée. Im Gegensatz dazu erfolgt etwa im Projektmanagement-Training ein geballter Wissenstransfer. Die Teilnehmer üben in Gruppen und wenden die diversen Instrumente für die Planung und Durchführung eines speziellen Projekts an. Gleichzeitig trainieren sie "Leadership", also Führen einer Gruppe von Fachexperten, ohne deren Führungskraft zu sein. Mit einem Doktorat in Unternehmenskommunikation und dem Schwerpunkt Projektmanagement hat Reithofer-Reinhardt vor 13 Jahren ihre Unternehmensberatung gegründet. Nach intensiver Kooperation mit "Next Level Consulting" ist sie seit zwei Jahren dessen Managing Director, zuständig für Süddeutschland und Westösterreich.

Musik als Erfahrungspool

Ebenfalls hat sie 2010 die "Musical Company Austria" gegründet, bei der ihre private Gesangs- und Schauspielausbildung zum Zug kommt. "Das ist einerseits mein kreatives Pendant und ein Ausgleich zur Unternehmensberatung. Andererseits habe ich das Projektmanagement dabei von Grund auf gelernt. Denn jede Musical-Produktion ist wie ein Projekt, das es zu managen gilt. Ich muss eine Gruppe von Enthusiasten, Freiwilligen, Spezialisten auf ihrem Gebiet zusammenführen. Ich muss sie dazu bringen, dass sie an das Projekt glauben und alle ihre Energien und Emotionen dafür einsetzen. Ich muss einer ,Diva' - die gibt es in jeder Branche und bei beiderlei Geschlechtern - sagen, dass sie die Hauptrolle nicht bekommt. Die Herausforderung ist, diese Leute zu ,bändigen' und ins Team zu integrieren", gesteht sie ein.

Ein Coach arbeitet mit Menschen, die Führungskräfte werden wollen

Der Terminus "Projektmanager oder -managerin" mag auf dem Papier oder auf der Visitenkarte einen guten Klang haben, doch in der Praxis ist diese Person meist der biblische "Hiob", der Überbringer von schlechten Nachrichten. Etwa wenn ein Unternehmen einen Change-Prozess eingeleitet hat oder im Betrieb Kurzarbeit eingeführt wird. Wenn im Sinne von Rationalisierungen oder zur Gewinnung von Synergie-Effekten Abteilungen zusammengelegt oder gar aufgelassen werden (müssen), wenn es zu einer Firmenübernahme oder zur Integration in einen Konzern kommt. "In der Haut dieser Person zu stecken ist keine Wohltat. Da bekommt man ganz schön viel ab. Das ist der Punkt, wo ein Coach dazukommt, denn der hilft hier durch", erklärt die Expertin. Ein Coach arbeitet mit Menschen, die Führungskräfte werden wollen, und unterstützt sie auf dem Weg dorthin. Bei den Beratungen, Workshops und Trainings von "Next Level Consulting" trifft man sich wieder, um sich mit den entsprechenden "Werkzeugen" vertraut zu machen.

Sich selbst bezeichnet Sabine Reithofer-Reinhardt als leidenschaftliche Netzwerkerin, die es liebt, synergetisch - also zusammen- bzw. mitwirkend - zu denken und zu arbeiten. "Ellbogen sind heutzutage völlig out. Wirklich erfolgreich sind jene, die unterstützen, helfen, zusammenarbeiten und sich wertschätzend dem Gegenüber zeigen."

Das sorgt zuweilen für Wirbel, denn in großen Unternehmen sind nach wie vor alte, hierarchische Strukturen vorhanden, wo Entscheidungen von oben nach unten wie ein Befehl vorgegeben werden. "Doch auf diese Weise wird die Eigenverantwortung gekappt und deshalb kann ein Projekt so nicht gelingen. Beim Projektmanagement hat man eine Gruppe von Fachexperten, die eng zusammenarbeiten und das Ziel gemeinsam erarbeiten. Es kann auf niemanden verzichtet werden, es braucht immer jede und jeden, auf Augenhöhe."

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