Fort & Weiterbildung

Lebenslanges Lernen ist ein Muss

Der digitale Wandel und seine Auswirkungen auf die Arbeitswelt. Der aktuelle Hays HR-Report widmet sich dem Thema "Beschäftigungseffekte durch Digitalisierung".

Lebenslanges Lernen bedeutet auch, beschäftigungsfähig zu bleiben. Ratzer SN/robert ratzer
Lebenslanges Lernen bedeutet auch, beschäftigungsfähig zu bleiben. Ratzer

Wenn es um die Arbeitswelt geht, steht seit Jahren ein Inhalt immer wieder im Mittelpunkt: Die Digitalisierung. Der digitale Wandel geht für viele
Unternehmen und Arbeitnehmer mit diversen Fragen und vor allem Ängsten einher: Wie viele Jobs werden durch die Digitalisierung verschwinden? Kommen wirklich so viele neue Berufe dazu, wie es oftmals heißt? Wie wird sich die digitale Technik auf den Arbeitsmarkt auswirken? Und wie bleiben Menschen beschäftigungsfähig?

Mit diesen Fragestellungen hat sich auch Personaldienstleister Hays auseinandergesetzt. Gemeinsam mit dem Institut für Beschäftigung und Employability (IBE) werden jedes Jahr aufs Neue Hunderte Unternehmen im DACH-Raum zu Rate gezogen, um aktuelle Fragestellungen des Personalwesens unter die Lupe zu nehmen. Für den jüngst erschienenen HR-Report 2019 sind über 800 Führungskräfte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zu Interviews gebeten worden. Der Schwerpunkt der diesjährigen Ausgabe heißt "Beschäftigungseffekte der Digitalisierung".

Die Mehrheit der Befragten aus der Führungsetage sieht die Lage in Bezug auf die Mitarbeiter positiv und ist der Meinung, dass die Zahl der Stellen durch die Digitalisierung eher steigen wird als sinken. Insbesondere zwei Bereiche beschäftigen die Unternehmen, wenn es um die Beschäftigungsfähigkeit geht: Einen zentralen Punkt stellt das lebenslange Lernen dar. Weiters soll die Zusammenarbeit in den Teams noch weiter ausgebaut werden. Die Bedeutung der Führungsrolle rutscht auf der Skala hingegen immer weiter nach unten, Eigenverantwortung und Selbstorganisation der Arbeitnehmer stehen auf dem Plan.

Wie bleibt man "arbeitsfähig"?

Bisher stand die Annahme im Raum, dass mit neuen Technologien mehr qualifizierte Arbeitskräfte benötigt werden, und die Nachfrage nach niedrig qualifiziertem Personal sinken wird. Schenkt man dem neuesten HR-Report Glauben, gilt das mittlerweile nicht mehr. Der Tenor: Zahlreiche Tätigkeiten, die bisher von Beschäftigten mit mittlerer Qualifikation ausgeübt wurden, wird die Technik ersetzen. Im Allgemeinen besagen aktuelle Studien, dass durch die Digitalisierung bis 2022 weltweit 75 Millionen Arbeitsplätze wegfallen beziehungsweise durch Maschinen ersetzt werden. Zeitgleich wird prognostiziert, dass 133 Millionen neue Stellen hinzukommen werden.

Es stellt sich die Frage: Inwiefern können Menschen, deren Jobs verschwinden, neue Tätigkeiten übernehmen? Um eine umfangreiche Weiter- oder Neuausbildung wird laut Umfrage wohl kein Weg herumführen. Was ist nötig, um beschäftigungsfähig zu bleiben? Zu den Kompetenzen, die für jeden einzelnen Arbeitnehmer notwendig sind, zählen allen voran Fachkenntnisse (60 Prozent), gefolgt von IT-Grundkompetenz (48 Prozent) und Medienkompetenz mit knapp dreißig Prozent. In Sachen "Soft Skills" steht lebenslanges Lernen mit 40 Prozent an erster Stelle. Lernfähigkeit rückt ebenso immer weiter in den Vordergrund, Gleiches gilt für die Kooperationsfähigkeit in unterschiedlichen Formen von Teams. Generell steht für Experten fest, dass sich diverse Tätigkeiten (beispielsweise im Umgang mit Menschen oder bei Arbeiten, die Kreativität erfordern) nicht oder nur schwer durch Technik ersetzen lassen.

Instrumente, die Unternehmen als wichtig erachten, um die Beschäftigungsfähigkeit zu fördern, sind lebenslange Fort- und Weiterbildung (50 Prozent), Maßnahmen für eine ausgeglichene Work-Life-Balance (44 Prozent) und Vorkehrungen zur Erhaltung der Gesundheit (39 Prozent). Wobei die praktische Umsetzung dieser Maßnahmen der Theorie noch hinterherhinkt.

In Bezug auf die positiven Auswirkungen der Digitalisierung hinsichtlich der Arbeitswelt wird unter anderem die Entstehung neuer Berufsbilder genannt. Das betrifft insbesondere die Bereiche Forschung und Entwicklung, IT und Marketing. Die Ergänzung bestehender Jobprofile, Personalzuwachs in vorhandenen Berufen und Zeitgewinn durch digitale Technologie werden dabei ebenfalls aufgezählt. Zu den negativen Seiten gehören unter anderem die Verkleinerung der Kernbelegschaft, das Verschwinden bestehender Jobs und Tätigkeiten und die Auslagerung von Produktionsabläufen durch die Digitalisierung. Vor allem die Bereiche Produktion, Finanzwesen und Personalwesen sollen von diesen Entwicklungen betroffen sein.

Aufgerufen am 23.07.2019 um 12:38 auf https://karriere.sn.at/karriere-ratgeber/fort-weiterbildung/lebenslanges-lernen-ist-ein-muss-66922099

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