Bewerbungsprozess

Probezeit, Befristung, Arbeitszeit & Co

Wie die erste Zeit in einem neuen Job genau abläuft, hängt von der Vertragsgestaltung der einzelnen Unternehmen ab. Welche Arbeitsverhältnisse es gibt und was diese für Sie als ArbeitnehmerIn bedeuten, erfahren Sie hier.

Rund um Probezeit, Befristungen und Arbeitszeiten gibt es oft Verwirrungen. Wir klären hier die wichtigsten Begriffe für Sie ab. SN/unsplash
Rund um Probezeit, Befristungen und Arbeitszeiten gibt es oft Verwirrungen. Wir klären hier die wichtigsten Begriffe für Sie ab.

1. Probezeit

Dauer & Auflösung

Die Dauer der Probezeit beläuft sich nach dem Angestelltengesetz (AngG) auf max. 1 Monat. Bei Lehrlingen gilt eine Probezeit von 3 Monaten. In diesem Zeitraum ist eine unverzügliche Lösung des Dienstverhältnisses von beiden Vertragsseiten möglich. Auflösungen sind auch im Krankenstand und bei geschützten Arbeitnehmern, wie z.B. Menschen mit Behinderung, Präsenzdiener und Schwangeren rechtswirksam, sofern eine sachliche Begründung vorliegt. Eine Beendigung aufgrund des Geschlechts, der ethnischen Zugehörigkeit, der sexuellen Orientierung oder des Alters ist verboten und kann binnen 14 Tagen beim Arbeits-und Sozialgericht angefochten werden.

Entgelt

Während der Probezeit stehen Ihnen das vereinbarte Entgelt und die Urlaubsersatzleistung zu. Hinsichtlich Sonderzahlungen müssen weitere Informationen aus dem jeweiligen Kollektivvertrag entnommen werden.

Vorteile für Arbeitnehmer und Arbeitgeber

Die Probezeit gibt dem Arbeitnehmer sowie dem Arbeitgeber die Möglichkeit herauszufinden, ob eine langfristige Zusammenarbeit gewünscht ist. Während sich der Arbeitnehmer in diesem Zeitraum in seine Tätigkeit und das Umfeld einfühlen kann, können die Vorgesetzten abwägen, ob der Kandidat in das Team passt und die Ansprüche für die Position erfüllt.

2.Befristung

Gleich zu Beginn eines Arbeitsverhältnisses wird vereinbart, ob es sich um ein befristetes oder unbefristetes Dienstverhältnis (DV) handelt.

Befristetes Dienstverhältnis
In vielen Branchen ist es üblich, nach der Probezeit ein befristetes Arbeitsverhältnis anzuknüpfen. Dies dient dem weiteren Kennenlernen oder wird auch angewandt, wenn der Arbeitnehmer die Stelle nur temporär besetzt (z.B. Vertretung).


Bei einem befristeten DV gelten andere Regeln zur Vertragsauflösung als bei der Probezeit:

• Fristablauf: Das DV endet automatisch
• Einvernehmliche Auflösung: Jederzeit möglich (keine Einhaltung von Terminen oder Fristen)
• Einseitige Auflösung: Nur dann eine Option, wenn Entlassungsgründe von Seiten des Unternehmens bzw. Gründe für eine vorzeitige Beendigung auf Seiten des Arbeitnehmers, vorliegen.

Sollte es sich bei Ihrem DV dauerhaft um eine Aneinanderreihung von befristeten DV handelt (Kettenverträge), dann wäre ratsam, sich mit einem AK-Rechtsexperten in Verbindung zu setzen und die Rechtswirksamkeit zu überprüfen.

Unbefristetes Dienstverhältnis

Wird eine langfristige Zusammenarbeit angestrebt, wird zwischen den Parteien ein unbefristetes DV vereinbart. Eine einseitige Auflösung ist in diesem Fall nur unter Einhaltung der vereinbarten Kündigungsfrist möglich. Wenn Arbeitnehmer und Arbeitgeber einer Auflösung zustimmen, dann gilt die Vorgehensweise einer einvernehmlichen Lösung und dies bedeutet, dass man sich auf die Beendigung zu einen bestimmten Zeitpunkt einigt.

3. Arbeitszeit

Unter Arbeitszeit versteht man die Zeit vom Beginn bis zum Ende der Arbeit, ohne Ruhezeiten. Wird mehr als 6 Stunden am Tag gearbeitet, sieht das Gesetz eine halbstündige Pause vor.

• Normalarbeitszeit/ Vollzeitbeschäftigung
Das Gesetz geht hier von 8 Stunden pro Tag bzw einer 40-Stunden Woche aus. Die tatsächliche Normalarbeitszeit hängt jedoch vom jeweiligen Kollektivvertrag ab und kann z.B. auch 38,5 Wochenstunden betragen. Vereinbaren Sie mit Ihrem Arbeitgeber wie die Arbeitszeit über die Woche verteilt werden soll.

• Teilzeitbeschäftigung
Unter Teilzeit versteht man eine verkürzte Arbeitszeit. Je nach Vereinbarung kann das Wochenausmaß bei einer Teilzeitbeschäftigung z.B. 25 oder 30 Stunden betragen. Jede Änderung des Arbeitsausmaßes muss schriftlich vom Arbeitgeber bestätigt werden. Teilzeitbeschäftigte haben keine Nachteile gegenüber Vollzeitbeschäftigten, d.h. Sie empfangen genauso freiwillige Sozialleistungen (z.B. Weihnachtsgeschenke) und dürfen von internen Schulungen nicht ausgeschlossen werden.

• Geringfügige Beschäftigung
Eine geringfügige Beschäftigung schränkt den Verdienst auf max. 425,70 EUR (Stand 2017) im Monat ein. Personen die sich in diesem Dienstverhältnis befinden, haben dieselben Ansprüche wie alle weiteren Arbeitnehmer. Sonderzahlungen (Urlaubs-und Weihnachtsgeld) sind meist im Kollektivvertrag vereinbart. Die Arbeitszeiten können von Arbeitgeber zu Arbeitgeber variieren und sind im Vorfeld zu vereinbaren.

Wichtig: Geringfügig Beschäftigte sind vom Unternehmen unfallversichert. Es besteht die Option sich für einen Betrag von 60,09 EUR (Stand 2017) in der Pensions-und Krankenversicherung selbst zu versichern.

• Mehrstunden/Überstunden
Wenn eine Teilzeitstelle vereinbart wurde und der Arbeitnehmer länger arbeitet als ausgemacht, dann handelt es sich hierbei um Mehrstunden. Bei einer VZ-Beschäftigung wäre von Überstunden die Rede.



Aufgerufen am 24.04.2019 um 06:05 auf https://karriere.sn.at/karriere-ratgeber/bewerbungsprozess/probezeit-befristung-arbeitszeit-co-19175164

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