Bewerbungsprozess

Lügen im Lebenslauf: Was droht bei aufgedeckten Lügen?

Ist Lügen im Lebenslauf erlaubt? Darf man Berufserfahrung, Qualifikationen oder Sprachkenntnisse dazu schummeln? Hier finden Sie die Antworten dazu.

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Lügen im Lebenslauf: Eine Studie mit Personaler

Bewerber, die ihre Sprachkenntnisse aufbauschen, bei ihrer Ausbildung lügen oder beim bisherigen Gehalt übertreiben, kommen meist nicht weit, wie eine aktuelle Studie zeigt. Etwa zwei Drittel (63 Prozent) der befragten Manager schließen Bewerber aus, wenn diese mit falschen Angaben im Lebenslauf oder beim Bewerbungsgespräch ertappt werden. An der Arbeitsmarktstudie, die der auf Fach- und Führungskräfte spezialisierte Personaldienstleister Robert Half initiiert hat, nahmen über 2400 Personalverantwortliche in Europa teil.
"Natürlich wollen sich Bewerber mit einem perfekten Lebenslauf bestmöglich vermarkten. Dabei sollten sie aber unbedingt ehrlich bleiben, sonst schaden sie sich über kurz oder lang nur selbst. Erstens decken Personaler Lügen im Vorstellungsgespräch relativ schnell auf. Zweitens wird nur derjenige im Job langfristig glücklich, der zu sich selbst, zu Vorgesetzten und Kollegen ehrlich ist", sagt Robert Szvetecz, Country Manager bei Robert Half in Wien. "Drittens kann theoretisch sogar Jahre nach der Bewerbung die Kündigung drohen, wenn die Einstellung auf Lügen basierte."

Lügen im Lebenslauf: Wo wird am meisten geschummelt?

Worüber im Lebenslauf gelogen wird, ist vielfältig: Am häufigsten fliegen Bewerber wegen falscher Angaben zur Berufserfahrung (52 Prozent) auf. Auf Platz zwei folgen Lügen über Fachkenntnisse (44 Prozent), auf dem dritten Platz finden sich Falschangaben zur Ausbildung und den erworbenen Qualifikationen (39 Prozent). Interessant ist außerdem: Selbst beim früheren Gehalt flunkern viele Bewerber. Mehr als jeder siebte Studienteilnehmer (13 Prozent) gibt an, schon einmal Kandidaten wegen falscher Angaben über das Gehalt in früheren Jobs aussortiert zu haben.
"Es ist durchaus legitim, wenn ein Bewerber ein höheres als sein bisheriges Gehalt fordert. Jedoch muss er seinen Verdienstwunsch gut begründen und sich am marktüblichen Gehaltsniveau orientieren. Dazu gibt es genügend frei verfügbare Quellen im Internet", empfiehlt Szvetecz.

Lügen im Lebenslauf: Konsequenzen und Ausnahmen

Die eigenen Qualitäten aufzupeppen und falsche Angaben zu machen ist für viele Bewerber verlockend. Robert Szvetecz nennt die Gründe, weshalb Bewerber immer bei der Wahrheit bleiben sollten, mögliche Konsequenzen und wann es eine Ausnahme gibt:

1. Personaler sind geschult, Angaben zu prüfen

Personaler wissen genau, wie sie Lügen im Lebenslauf oder beim Vorstellungsgespräch aufdecken. Bei Zweifel an den Angaben haken sie nach. Beliebt sind im Bewerbungsgespräch etwa Fragen zu Nebensächlichkeiten, mit denen der Bewerber nicht gerechnet hat. Denn die Verantwortlichen wissen: Wer lügt, der hat seine Antworten zwar genauestens geplant, kann aber unmöglich alle Details bedacht haben.

2. Falsche Angaben können zur Kündigung führen und auch strafbar sein

Häufig ist beim Vorstellungsgespräch nicht nur der Personaler, sondern auch der zukünftige Vorgesetzte mit dabei. Stellt sich nach Eintritt in das Unternehmen heraus, dass man durch Lügen im Lebenslauf oder beim Bewerbungsgespräch getäuscht hat, riskiert man die fristlose Kündigung. Auch lang nach Ende der Probezeit hat der Arbeitgeber das Recht, den Arbeitsvertrag wegen arglistiger Täuschung anzufechten. Schlimmstenfalls geht der Arbeitsplatz verloren und es muss Schadenersatz gezahlt werden. Zusätzlich könnte auch noch eine Anzeige wegen Betrugs drohen.

3. Ausnahmen: Lügen bei unzulässigen Fragen ist kein Vergehen

Manche Fragen dürfen Arbeitgeber nicht stellen. Dennoch sollte auf unzulässige Fragen, wie etwa nach der Familienplanung, nicht gelogen werden. Lieber ruhig und sachlich erklären, dass diese Frage zu privat ist und sie deshalb unbeantwortet bleiben soll. Generell tabu sind mit einzelnen Ausnahmen private und intime Fragen beispielsweise zu:
• Lebenspartner und Heiratsabsichten
• Kinderwunsch, Schwangerschaft und Familienplanung
• Konfession und Religion
• Partei- und Gewerkschaftszugehörigkeit
• gesundheitlicher Situation

4. Keine Sorge vor Lücken im Lebenslauf

Viele Arbeitnehmer mit häufigen Berufswechseln oder Unterbrechungen im Lebenslauf durch Karenzzeiten sorgen sich, schon im Vorhinein aussortiert zu werden, und modifizieren daher ihren Lebenslauf. Das können Bewerber vermeiden, indem sie sich von professionellen Personalvermittlungen unterstützen lassen, die den passenden Job nicht nur auf fachlicher, sondern auch auf persönlicher Ebene vermitteln.

Eine Anleitung wie ein optimaler Lebenslauf aufgebaut ist und welcher Inhalt wichtig ist erfahren Sie hier.

Aufgerufen am 20.04.2019 um 03:10 auf https://karriere.sn.at/karriere-ratgeber/bewerbungsprozess/luegen-im-lebenslauf-was-droht-bei-aufgedeckten-luegen-40007581

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