Bewerbungsprozess

Bewerbung per Social Media - Neue Methode sich zu bewerben

Gezielt und richtig eingesetzt, bilden Snapchat, Instagram und Co. eine neue Bewerbungsmöglichkeit. Können sie die klassische Bewerbung ersetzen?

Bei einer Snapchat-Bewerbung ist besondere Kreativität gefragt. SN/shutterstock/puckpao
Bei einer Snapchat-Bewerbung ist besondere Kreativität gefragt.

Was McDonald's in Australien kann, machen zum Beispiel auch Sixt und Rewe in Deutschland: Bei diesen Unternehmen können sich Arbeitssuchende über Snapchat bewerben. Aus Sicht von Sixt sollen mithilfe der App Snapchat Schulabgänger und Studenten erreicht werden. Social-Media-Kanäle bieten spannende und kreative Möglichkeiten sich auf einen neuen Weg zu bewerben.

Können Social-Media-Kanäle eine klassische Bewerbung ersetzen?

Social-Media-Experte Matthias Jax, Projektleiter von saferinternet.at, zweifelt daran. Er erklärt, dass viele Unternehmen noch überhaupt nicht bereit für kreative(re) Bewerbungsformen sind und erst langsam ein Umdenken stattfindet. "Die klassischen Unterlagen muss man sowieso immer parat haben. Wichtig ist, dass Bewerber professionell wirken, private Dinge haben in einer Bewerbung nichts verloren", sagt Jax. Ein speziell entwickelter Snapchat-Filter kleidet die Bewerber, die sich bei McDonald's in Australien bewerben, in die passende Uniform. Doch das Unternehmen betont: Die App soll lediglich Motivation und Enthusiasmus der Bewerber einfangen und ersetzt nicht den regulären Bewerbungsprozess.

Eine Bewerbung ist branchenabhängig

Es hängt auch stark von der Branche ab, in der man sich bewirbt - je kreativer die Branche, desto mehr kann man sich austoben und mal etwas ausprobieren. Ein Beispiel dafür ist Buddybrand: Die deutsche Social-Media-Agentur forderte Bewerber, die sich auf die Stelle des Creative Director bewerben wollten, heraus, in verschiedenen Challenges ihre Kreativität und Spontanität mit unterhaltsamen Snaps und Storys unter Beweis zu stellen. Lars Kranholdt, Geschäftsführer Creation bei Buddybrand, sagte dazu: "Storys sind spannender als Lebensläufe." Außerdem wurde die Stelle über einen gezielten Mix aus Jobbörsen und weiteren Social-Media-Kanälen verbreitet - darunter Xing, LinkedIn, StepStone, Facebook, Instagram, Twitter und der Karrierebereich auf der eigenen Homepage.

Bewerbungen über Social-Media-Kanäle sind kreativitätsfördernd

Da vor allem Jugendliche aktiv auf Plattformen wie Instagram oder Snapchat unterwegs sind, können sie sich hier bei Bewerbungen besonders verwirklichen - das ist laut Jax zu begrüßen, da mehr Menschen sich bewerben, solche Bewerbungen kreativitätsfördernd sind und die Menschen mehr "Spannendes" von sich preisgeben. Dies bietet auch für Lehrlinge Chancen, um aus der Masse herauszustechen und sich positiv von Mitbewerbern abzuheben. Denn in Zeiten standardisierter Online-Formulare inmitten der Fülle von Bewerbungen sofort aufzufallen wird, da sind sich Experten einig, immer schwerer. Rewe zum Beispiel will mit der Snapchat-Bewerbung gezielt mehr Auszubildende ansprechen. Ob dies auch gelingt?

Viele Unternehmen bevorzugen die klassische Bewerbung

Eines ist jedenfalls klar: So weit wie Rewe, Sixt oder Buddybrand sind längst nicht alle Unternehmen. Viele bevorzugen die klassische Bewerbung per Post, E-Mail oder Online-Formular. Eines sollten junge Bewerber nicht außer Acht lassen: Alles, was noch zusätzlich mitgeschickt wird, bedeutet einen Mehraufwand für die Personalsuchenden. "Wenn Recruiter sich neben den klassischen Bewerbungsunterlagen noch durch 100 Bewerbungsvideos klicken müssen, dann kostet das sehr viel Zeit."

Bewerbungen sollte nach wie vor professionell bleiben

Bewerbungsvideos, so findet Jax, sind ohnehin nur etwas für Fortgeschrittene oder Profis. Denn der Grat zwischen Authentizität auf der einen und Peinlichkeit auf der anderen Seite ist schmal. "Hier sind Kenntnisse im Bereich Ton- oder Videoschnitt vonnöten. Das Video muss qualitätsvoll sein. Wer sich das zutraut, kann es probieren. Ansonsten lieber die Finger davon lassen", rät der Social-Media-Profi. Zwar könnte man Spezialisten damit beauftragen, doch stellt sich dabei die Kosten-Nutzen-Frage.

Quelle: SN

Aufgerufen am 20.08.2019 um 01:04 auf https://karriere.sn.at/karriere-ratgeber/bewerbungsprozess/bewerbung-per-social-media-neue-methode-sich-zu-bewerben-68276230

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