Bewerbung & Gehalt

Chiffre-Anzeigen: So bewirbt man sich auf anonyme Stelleninserate

Bei einer Chiffre-Anzeige wird das Unternehmen beziehungsweise der Arbeitgeber nicht genannt. Das Stellenangebot wird anonym aufgegeben. Die Kontaktdaten liegen zwar beim Medium (Zeitung, online Jobbörse..) vor, doch die Informationen werden nicht an die BewerberInnen weitergegeben. Wie soll man sich auf diese anonyme Stellenanzeige bewerben?

Was sind Chiffre-Anzeigen und warum möchte das Unternehmen anonym bleiben? SN/sn
Was sind Chiffre-Anzeigen und warum möchte das Unternehmen anonym bleiben?

Wie melde ich mich auf eine Chiffre-Anzeige?

Wer einen genauen Blick auf die Chiffre-Anzeige wirft, findet meist am Ende der Nachricht eine Nummer. Dieser wird vom Distributor (Zeitung, online Stellenportal,..) vergeben und dem Auftraggeber zugeordnet.
Interessenten senden ihre Unterlagen unter Angabe der Chiffre-Nummer an den jeweiligen Distributor der Anzeige und nicht an das Unternehmen (welches für den Bewerber weiterhin unbekannt ist). Verantwortliche der z.B. Zeitung leiten die Bewerbungsunterlagen danach an das suchende Unternehmen weiter. Je nachdem wo die Anzeige gefunden wird, fungieren die Distributoren quasi als Vermittler zwischen dem suchenden Unternehmen und den Bewerbern.
Die Bewerbungsunterlagen können meist via E-Mail, Fax oder Post versendet werden. Außer es wird explizit auf eine bevorzugte Kommunikationsmethode hingewiesen.

So gehen Sie bei einer Chiffre-Anzeige vor:

  1. Bewerbungsunterlagen anfertigen
  2. Im Betreff (E-Mail) oder am Kuvert (Versand per Post) die Chiffre-Nummer aus der Stellenanzeige notieren
  3. Bei Bedarf Sperrvermerk hinzufügen (siehe unten)
  4. Unterlagen an den Empfänger (Zeitung, Zeitschrift, online Stellenportal,…) senden
  5. Auf eine Rückmeldung des suchenden Unternehmens warten

Warum entscheiden sich Unternehmen für anonyme Anzeigen?

Es gibt unterschiedliche Gründe, warum sich Unternehmen für eine Chiffre-Anzeige entscheiden:

  • Um eine Stelle neu zu besetzen, die zum aktuellen Zeitpunkt noch besetzt ist
  • Um Konkurrenzunternehmen die Chance zu nehmen, einen Blick hinter die Kulissen zu werden und etwaige strategische Veränderungen im Unternehmen vorzeitig zu erkennen
  • Um aufgrund eines schlechten Rufes nicht gleich alle Bewerber abzuschrecken
    Mit anonymen Anzeigen tun sich ein paar Herausforderungen für Unternehmen und Bewerber auf. Auf der einen Seite nehmen sich Unternehmen durch die auf das Wesentlich begrenzten Chiffre-Anzeigen die Möglichkeit, sich ausführlich zu präsentieren und für sich zu werben. Damit gehen ihnen ein paar Top-Talente durch die Finger. Auf der anderen Seite nehmen anonyme Anzeigen den Bewerbern die Chance, sich vorab näher zum Arbeitgeber zu informieren und die Bewerbungsunterlagen dementsprechend auf das suchende Unternehmen anzupassen.

Wie sollen die Bewerbungsunterlagen aussehen?

Da Chiffre-Anzeigen oft nur wenig über die offene Position, die Anforderungen sowie den Arbeitsort preisgeben, sind Interessenten mit einer Kurzbewerbung gut beraten. Diese setzt sich aus einem Bewerbungsschreiben und dem Lebenslauf zusammen. Im beigelegten Anschreiben kann angemerkt werden, dass auf Wunsch gerne weitere Dokumente nachgereicht werden können.

Was passiert, wenn hinter der anonymen Anzeige der aktuelle Arbeitgeber steckt?

Wer auf eine anonyme Stellenanzeige reagiert, der läuft Gefahr sich beim aktuellen oder früheren Arbeitgeber zu bewerben. Dies kann im Nachgang unerwünschte Folgen haben. Dieser Fall kann anhand eines Sperrvermerks ausgeschlossen werden.
Werden die Unterlagen per Post versendet, dann können die Bewerbungsunterlagen in einem Umschlag mit der Chiffre-Nummer verstaut werden. Dieser Umschlag kommt dann in einen weiteren Umschlag, welchem zusätzlich noch ein Zettel für den Empfänger (Zeitung, Stellenbörse) beiliegt. Dieser soll die Information enthalten, dass die Bewerbung nicht an das suchende Unternehmen weitergeleitet werden soll, wenn es sich um Unternehmen XY handelt.
Per E-Mail können Sie direkt im Anschreiben einen Sperrvermerk hinterlassen.

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