Ausbildung & Lehre

Lehre als Sprungbrett

Die Gesundheitsbranche sucht Lehrlinge. Geschätzt werden vor allem Erwachsene, die umsteigen wollen.

In Salzburgs Augenoptikgeschäften und -Filialbetrieben arbeiten rund 400 Beschäftigte. Neue Fachkräfte und Lehrlinge werden dringend gesucht. SN/Dusko - stock.adobe.com
In Salzburgs Augenoptikgeschäften und -Filialbetrieben arbeiten rund 400 Beschäftigte. Neue Fachkräfte und Lehrlinge werden dringend gesucht.

Gesundheit und ihre grundlegende Bedeutung ist in den vergangenen eineinviertel Jahren stark in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gerückt. Die Coronapandemie bewies, wie wichtig Gesundheitsberufe in Österreich sind. Neben den in der öffentlichen Wahrnehmung im Vordergrund stehenden Berufsfeldern Pflege und Medizin werden auch in anderen Gesundheitsberufen Fachkräfte und Lehrlinge gesucht.

Mehrere Lehrberufe in der Gesundheitsbranche

Die Gesundheitswirtschaft bietet einige Lehrberufe an. Dazu zählen Fitnessbetreuer, Hörakustiker, Zahnarztassistenz und Augenoptik. Im letztgenannten Beruf sind so viele Stellen unbesetzt, dass Augenoptiker bereits offiziell zum Mangelberuf ausgerufen worden ist. Für Mangelberufe können sich daher auch AMS-Kundinnen und -Kunden unter Beibehaltung ihres AMS-Bezugs ausbilden lassen. Der Beruf hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark modernisiert und bietet heute ein vielseitiges Tätigkeitsfeld. Als Markus Plörer mit 15 Jahren seine Augenoptikerlehre begann, stand er fast nur in der Werkstatt. "Zu den Kunden durfte ich erst später", erinnert sich der Innungsmeister der Salzburger Augen- und Kontaktlinsenoptiker. Wenn man 20 Jahre und älter sei, könne man mit Kunden einfach besser umgehen als im Jugendalter. Das ist ein Grund dafür, warum Optikbetriebe (sie bilden derzeit 28 jugendliche Lehrlinge aus) gern Erwachsene ausbilden. Im zweiten Bildungsweg können Personen, die aus anderen Berufen kommen, Augenoptikerinnen und -optiker werden. Das geht einerseits via AMS über das Fachkräftestipendium und eine Erwachsenenlehre. Eine weitere Möglichkeit ist die berufsbegleitende Ausbildung. Plörer stellte selbst eine frühere Zahnarztassistentin ein, die aus gesundheitlichen Gründen ihren Beruf nicht mehr ausüben konnte. Sie kam über eine Arbeitsstiftung in die Ausbildung und ist seit rund einem Jahr eine ausgelernte, wertvolle Arbeitskraft.

„Es gibt viele Spezialbedürfnisse bei unseren Kunden.“
Markus Plörer, Augenoptiker-Innungsmeister

Frauen stellen im Gegensatz zu früher bereits die Mehrheit der rund 400 Mitarbeitenden in Salzburgs 66 traditionellen Augenoptikgeschäften und Augenoptik-Filialbetrieben. Viele verlassen laut Plörer wieder den Beruf, vor allem, wenn sie eine Familie gründen. Auch das ist eine Ursache dafür, dass es viel Bedarf an Augenoptikerinnen und -optikern gibt. Für den Optiker-Innungsmeister ist das Schöne an diesem Beruf die Abwechslung, die Arbeit mit Menschen und die technische Komponente. Plörer: "Vor vielen Jahren waren wir nur Brillenversorger. Jetzt sind wir Dienstleister. Die meisten Kunden lassen sich bei uns ihre Sehstärke bestimmen. Die Ansprüche sind gewachsen, es gibt viele Spezialbedürfnisse. Eine Computerbrille war noch vor sechs, sieben Jahren kein Thema. Der Beruf entwickelt sich ständig weiter." Ab Herbst wird die Ausbildung außerdem akademisch, wie sie es bereits in fast allen europäischen Ländern ist. Maturanten und Optiker ohne Matura können sich an der Fachhochschule für Gesundheit in Innsbruck in einem Bachelorstudium zum Augenoptiker ausbilden lassen.

Chancen bei technischen Gesundheitslehrberufe

Augenoptik ist ein Beispiel für technische Gesundheitslehrberufe. Weitere in diesem Bereich sind Orthopädieschuhmacher und Orthopädietechniker - sie fertigen beispielsweise Beinprothesen an. Auch Zahntechniker gehören dazu. In diesem Beruf sind die Berufsaussichten laut Arbeitsmarktservice eher sinkend, da durch die Digitalisierung die Zahl der Labors geringer wird und somit weniger Stellen zur Verfügung stehen.

Für den Beruf Podologischer Fußpfleger kann man sich binnen zwei Jahren am WIFI ausbilden lassen. Viel Konkurrenz gibt es bereits unter Masseurinnen und Masseuren. Dies trifft auch auf Fitnessbetreuerinnen und -betreuer zu. Hier sind viele Freiberufler am Markt, die Chancen auf Beschäftigung aber dennoch nicht schlecht. Da Zahngesundheit für immer mehr Menschen von zunehmender Bedeutung ist, finden auch zahnärztliche Assistentinnen und -assistenten gute Beschäftigungsmöglichkeiten.

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