Arbeitswelt

Wo bleibt die zündende Idee?

Im Meeting werden kreative Ideen gefordert, doch der Kopf ist leer. Einige Tricks helfen dabei, gängige "Scheren im Kopf" loszuwerden.

Bis einem sprichwörtlich ein Licht aufgeht, müssen manchmal erst fest verankerte gedankliche Barrieren überwunden werden.  SN/Ingo Bartussek - stock.adobe.com
Bis einem sprichwörtlich ein Licht aufgeht, müssen manchmal erst fest verankerte gedankliche Barrieren überwunden werden.

Ein jeder redet von Kreativität, doch wenn sie am Arbeitsplatz gefordert wird, stehen viele Beschäftigte oder Selbstständige an. Wo bleibt die tolle Idee, der unkonventionelle Vorschlag, auf den alle schon lang gewartet haben?

Tipps, wie man der Kreativität auf die Sprünge hilft

Mit einigen Tricks kommt man in puncto Kreativität besser voran. Hinderlich sind häufig Barrieren im Denken, die sich mit der Zeit aufgebaut haben. Von Kreativitätsscheren im Kopf spricht der deutsche Autor Jens-Uwe Meyer, der mit seinem Unternehmen Innolytics (Leipzig) Unternehmen beim Ideen-, Innovations- und Wissensmanagement unterstützt.

Gewohnheit ist eine solche Schere. Man hat eine neue Idee, ist aber skeptisch und die Kollegen sagen: "So haben wir das noch nie gemacht." Unser Gehirn zieht nun einmal bekannte unbekannten Lösungen vor. Meyers Tipps, um diese Barriere zu überwinden: "Überlegen Sie sich Beispiele für Ideen, die zunächst absurd erschienen, bevor sie Realität wurden, wie etwa Elektrizität oder der Computer." Kollegen, die sagen: "Das haben wir noch nie gemacht", fragt man: "Ist die Idee deshalb gut oder schlecht?" Antworten sie "schlecht", sollen sie eine fachliche Begründung dafür geben. Das zwingt sie, sich inhaltlich mit der neuen Idee zu befassen.

Machbarkeit ist eine weitere vermeintliche Hürde, um im Beruf der Kreativität freien Lauf zu lassen. Wie oft denkt man bei einer Idee sofort "geht nicht"? Unsere Vorfahren mussten Gefahren abwehren und vorsichtig sein, den Mechanismus haben wir bis heute verinnerlicht. Wer sich bezogen auf die Einwände fragt, wie er diese Hindernisse überwinden kann, kann daraus einen Aktionsplan entwickeln. Kollegen gegenüber lässt sich so argumentieren: "Die Menschheit ist zum Mond geflogen. Warum sollte dann diese Idee nicht realisierbar sein?"

Regeln im Kopf sagen uns sehr oft: "Das darf man nicht." Sätze aus der Kindheit wie "Das macht man nicht" hinterlassen ihre Spuren. "Deshalb passen wir uns meist schnell an die Regeln in unserem Umfeld an - oft zu perfekt", so Meyer. Wer nicht anecken möchte, beschneidet seine Kreativität. Es helfe, sich zu fragen: "Warum sollte das nicht erlaubt sein?" Und: "Was könnte im schlimmsten Fall passieren?" Danach gelte es niemanden zu fragen, sondern erst einmal zu machen - um rasch festzustellen: Die meisten Regeln lassen sich mühelos beiseiteschieben.
Widersprüche bilden eine weitere Schere im Kopf. Sobald aus unserem Umfeld Widerspruch droht, heißt es gedanklich: "Stopp!" Man will ja als logisch denkender Mensch erscheinen und nicht gestern gegen und heute für etwas sein. Das ist aber manchmal nötig. Jens-Uwe Meyer rät, in Alternativen zu denken und sich nicht zu früh auf eine Option festzulegen. "Deshalb ist es sinnvoll, einen Plan B zu haben. Erklären Sie das Ihren Kollegen", so der Leipziger Berater. Dann erscheine man als jemand, der alle Eventualitäten und möglichen Szenarien berücksichtige.

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