Arbeitswelt

Unproduktivität am Freitagnachmittag umwandeln

Wenn das Wochenende naht, sinkt die Konzentration bei Arbeitnehmern. Wie unproduktive Freitagnachmittage in soziales Engagement verwandelt werden können.

Der Freitag wid in vielen Unternehmen als unproduktivster Tag genannt. SN/Anton - stock.adobe.com
Der Freitag wid in vielen Unternehmen als unproduktivster Tag genannt.

Die Coronapandemie hatte große Auswirkungen auf unser Leben und nicht zuletzt auf unseren Arbeitsalltag. Homeoffice, Kurzarbeit - im letzten Jahr mussten sowohl Arbeitnehmer als auch ihre Vorgesetzten flexibel auf die neuen Herausforderungen reagieren. 2019 hat das Online Research Institut Marketagent Vollzeitbeschäftigte nach der empfundenen Arbeitszufriedenheit und -produktivität an ihrem Arbeitsplatz befragt. Seitdem haben sich die Rahmenbedingungen vielerorts verändert und Marketagent will erneut wissen: Wie geht es den Arbeitnehmern in ihrem Büroalltag? Es zeigt sich: Österreichs Beschäftigte sind anpassungsfähig, zufrieden und motiviert. Bei der Frage nach dem unproduktivsten Wochentag rangiert der Freitag jedoch nach wie vor auf Platz eins und bestärkt Social-Friday-Gründer Fikret Zendeli weiterhin in seinem Vorhaben, unproduktive Freitagnachmittage für soziales Engagement zu verwenden.

Arbeitnehmer sind sehr zufrieden in ihrem Unternehmen

Die letzten zwei Jahre waren zweifellos keine einfache Zeit. Dennoch haben die österreichischen Unternehmen scheinbar gut auf die Coronakrise reagiert, es ist ihnen gelungen, die Zufriedenheit ihrer Beschäftigten auf einem hohen Maß zu halten. Die Arbeitenden sind glücklich in ihrem Job. So geben mehr als neun von zehn an, (eher) zufrieden in ihrem Unternehmen zu sein. Damit ist der Wert im Vergleich zum Jahr 2019 sogar gestiegen: Hier waren es noch 86,8 Prozent.

"Im Rahmen der bevorstehenden Social-Friday-Aktion werden wir für obdachlose Menschen kochen." Lisa Patek, Marketingleiterin

Das Arbeitsklima wurde bereits vor dem Ausbruch der Coronapandemie als sehr angenehm empfunden. Ganze 86,8 Prozent schätzten damals die Atmosphäre in ihrem Unternehmen als positiv ein. Die gemeinsam überstandenen Krisenmonate dürften die Kollegen sogar noch weiter zusammengeschweißt haben. So geben heute 90,9 Prozent an, in einem angenehmen Arbeitsumfeld tätig zu sein.

So ausgelastet und produktiv sind die Beschäftigten

Unausgelastet im Job fühlen sich die Österreicher definitiv nicht - daran haben auch die letzten beiden Jahre nichts geändert: Damals wie heute berichten 89,4 Prozent, mit hohen Anforderungen an ihrem Arbeitsplatz konfrontiert zu sein. Diesem Arbeitsdruck begegnen die Arbeitnehmer im Großen und Ganzen mit einer hohen Produktivität - wenngleich nicht die gesamte Arbeitszeit auch tatsächlich produktiv verbracht wird: Die Mitarbeiter geben an, im Schnitt knapp 80 Prozent ihrer Arbeitszeit effizient zu arbeiten (2019: 78,2 Prozent). Ein ähnliches Bild zeigt sich in puncto Arbeitsmotivation. Summa summarum sitzen heimische Angestellte zwar mit einer gewissen Portion Tatendrang an ihrem Schreibtisch, wirklich voller Elan gearbeitet wird durchschnittlich aber nur zu 69 Prozent der Arbeitszeit.

Unproduktivität in soziales Engagement umwandeln

Das Wochenende naht, die Konzentration sinkt und in so manchen Büros werden bereits Freizeitpläne geschmiedet - der Freitag wird mehrheitlich als jener Tag genannt, an dem am unproduktivsten gearbeitet wird (33,6 Prozent). Daran hat sich in den vergangenen Jahren nichts verändert und dies liefert weiterhin den Nährboden für Fikret Zendelis erfolgreiche Initiative Social Friday. Das Konzept: Gutes tun, anstatt den Freitagnachmittag mit sinnlosen Tätigkeiten im Büro zu verbringen. Gerade in Zeiten der Coronapandemie ist die Förderung von sozialem Engagement laut Social-Friday-Gründer Zendeli besonders wichtig: "Die Schwachen brauchen Hilfe mehr denn je. Das Erste, was sich in dieser neuen Normalität nicht geändert hat, sind die Bedürfnisse der Gemeinschaften." Die Schwachen seien seit Covid noch sichtbarer geworden. "In gewisser Weise hat uns die Pandemie gezeigt, wie wir bessere Helfer und Nachbarn sein können, und sie hat eine Ära des freiwilligen Engagements an der Basis eingeleitet." In Zeiten von Remote Work nehme das Bedürfnis nach Begegnungen weiter zu. Gerade in diesem Zusammenhang biete der Social Friday eine Möglichkeit, soziales Engagement und Teambuilding gleichermaßen zu fördern.

Social Friday nach Coronapause wieder da

Im Jahr 2019 hat Marketagent die Bewegung als erstes Unternehmen nach Österreich gebracht und freut sich, dass nach der coronabedingten Zwangspause nun erstmals wieder ein Social Friday stattfinden kann. Lisa Patek, Marketingleiterin von Marketagent, über die Initiative: "Im Rahmen der bevorstehenden Social-Friday-Aktion werden wir für obdachlose Menschen in Wien kochen und warme Winterbekleidung spenden. Diese Aktivitäten sind für uns immer etwas Besonderes, da sie eine großartige Möglichkeit für unser Team sind, Begegnungsanlässe zu schaffen und das Bewusstsein für das soziale Umfeld aktiv zu stärken."

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