Arbeitswelt

Rebellen sind oft unverzichtbar

Sie stoßen dringend notwendige Veränderungen in Unternehmen an. Wer einige Tipps beachtet, kann seinen unkonventionellen Ideen Gehör verschaffen.

Rebellen tun Dinge, die sich andere nicht trauen. SN/pixabay
Rebellen tun Dinge, die sich andere nicht trauen.

Regeln sind da, um gebrochen zu werden. Nach diesem Grundsatz scheinen in vielen Unternehmen einzelne Männer und Frauen zu arbeiten. Rasch gelten sie als widerspenstige Mitglieder der Belegschaft, als die, die immer dagegen sind und sich nicht fügen wollen. Doch oft sind es gerade Rebellinnen und Rebellen, die neue Ideen in ein Unternehmen bringen. Wie in der Gesellschaft auch trauen sie sich, Dinge, die nicht gut laufen, anzusprechen. Sie decken schlechtes Management auf, schlagen vor, wie man Arbeitsabläufe verbessern kann oder nennen schonungslos, wer etwas gut macht und wer nicht. Angesichts des zunehmenden Veränderungs- und Digitalisierungsdrucks sind sie für Unternehmen ein Anstoß, bisherige Prozesse und Geschäftsmodelle infrage zu stellen, um die Zukunft mitzugestalten.

Rebellentum erlernen

Damit Rebellinnen und Rebellen im Arbeitsalltag gehört werden und ihr Betrieb letztlich davon profitieren kann, hat man in Wien jetzt den berufsbegleitenden Kurs "Awaken your inner rebel" für (angehende) Führungskräfte ins Leben gerufen. In dem Kurzprogramm an der WU Executive Academy unterrichten Transformationsexperte Fred Luks und Führungskräfte-Coach Markus Platzer, wie man seinen inneren Rebellen zum Leben erweckt. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sollen darin lernen, ihre unkonventionellen Ideen konstruktiv in den Firmenalltag einfließen zu lassen, sodass diese umgesetzt werden.

Seinen Ideen Gehör verschaffen

In sehr starren Systemen ohne Offenheit haben Rebellen keine Chance: "Da beißen sie sich die Zähne aus", gesteht Fred Luks ein. Doch in vielen Unternehmen bestehen für unkonventionelle Ideen Chancen, auch wenn der Weg nicht einfach ist. Nötig sind daher ein langer Atem, viel Energie und eine starke Motivation.

Bild: SN/wu executive academy
Unterlegen Sie eine andersartige Idee mit Fakten und Zahlen.
Fred Luks, Transformationsexperte

Luks empfiehlt, sich vorab zu fragen: Wie wichtig ist mir meine Idee? Welche Vision habe ich dazu? Seien diese Fragen geklärt, sammle man Fakten und Zahlen, um seine Idee zu untermauern. Strategisch sinnvoll findet der Transformationsexperte: "Überzeugen Sie in einer äußeren Form, die den Entscheidungsträgern bekannt ist." Um der eigenen Idee Gewicht zu verleihen, sucht man sich Mitstreiterinnen und Mitstreiter und bildet Allianzen.

Im Kleinen anfangen

Doch wo fängt man an? Wer muss zustimmen, damit der Stein ins Rollen kommt? "Fragen Sie nicht lang um Erlaubnis, sondern starten Sie im Kleinen los: in Ihrem Team, im Rahmen Ihrer Möglichkeiten. Bei Bedarf adaptieren Sie", meint Markus Platzer. Wird die eigene Idee tatsächlich umgesetzt, berichtet man davon und überzeugt andere Führungskräfte, es einem gleichzutun. Sich für Regelbrüche entschuldigen - das könne man im Nachhinein. Manchmal helfe nur die "Königsidee", so Platzer: Dabei hängen Rebellinnen und Rebellen ihren Erfolg am Ende ihren Vorgesetzten um.

Es sei auch Aufgabe der Führungsebene, Rebellentum zu ermöglichen, fordert Fred Luks: "Erwarten Sie Rebellentum nicht von Kollegen oder Mitarbeitern, wenn sie dadurch ihre Jobs gefährden." Platzer unterstreicht dies: Halte die Firmenkultur nicht die im Jobinserat versprochene "agile, offene Unternehmenskultur", gingen junge Talente bald wieder von Bord.

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