Arbeitswelt

Neuer Job im Homeoffice

Wer mitten in der Pandemie den Arbeitsplatz wechselt, startet oft im Homeoffice. Wie der Einstieg virtuell gelingt.

Damit lockere Begegnungen unter Kollegen auch virtuell stattfinden können, nutzt das Grazer Start-up teamazing die browserbasierte Anwendung gather.town.  SN/screenshot aleksandra nagele
Damit lockere Begegnungen unter Kollegen auch virtuell stattfinden können, nutzt das Grazer Start-up teamazing die browserbasierte Anwendung gather.town.

Ein neuer Schreibtisch, eine Führung durchs Haus, ein Kaffee mit den Kollegen - all das fällt weg, wenn Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Homeoffice einen neuen Job beginnen. Trotzdem ist es wichtig, die Neuen vom ersten Tag an aktiv miteinzubinden und ein Gefühl von Zugehörigkeit zu vermitteln. Beim Salzburger Telefondienstleister global office wurden allein im letzten Monat 41 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen eingestellt, die meisten arbeiten von zu Hause aus. Das sei nicht nur wegen der aktuellen Pandemiesituation so, sondern Teil des Konzepts: "Weil wir nicht nur in Salzburg, sondern in ganz Österreich suchen, eröffnen wir übers Homeoffice für viele Menschen ganz neue Perspektiven", so Michael Bernhard, Geschäftsführer von global office. "Uns ist egal, ob jemand am Neusiedler See oder im Zillertal wohnt. Für uns zählt, dass die Arbeit gut erledigt wird."

Technische Ausrüstung und Begleitung durch erfahrene Kollegen

Damit die Arbeit gut erledigt werden kann, braucht es zunächst das technische Equipment. Computer, Telefon und Headset werden pünktlich vor dem ersten Arbeitstag per Post geliefert und sind sofort einsatzbereit. Zudem wird viel Zeit für die Einschulung verwendet: "Das Miteinander ist bei uns ganz wichtig. Niemand wird alleingelassen", so Bernhard. "Wenn jemand das erste Mal am Telefon abhebt, dann sind ein Coach und einige der neuen Kollegen virtuell mit dabei. Fragen können auf diese Art sofort geklärt werden. Danach lernen alle voneinander, weil offen besprochen wird, was verbessert werden kann."

Dass die Begleitung durch erfahrenere Kollegen ein wesentlicher Bestandteil eines erfolgreichen Einstiegs ist, weiß auch Maria Ziller, Personalleiterin der Salzburg AG: "Wir haben ein Buddy-System, bei dem ein erfahrener Kollege die Einarbeitungsphase begleitet." Dieses Buddy-System ist Teil eines professionellen mehrstufigen Onboarding-Prozesses und wird jetzt bei Bedarf auch virtuell durchgeführt: "Gerade in Zeiten wie diesen ist es wichtig, noch mehr Chancen zu bieten, damit unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen miteinander ins Gespräch kommen können."

Informelle Treffen auch virtuell

Miteinander ins Gespräch kommt man am Arbeitsplatz aber nicht nur während eines fachlichen Austauschs. Gerade beim informellen Kaffeetrinken oder bei der Begegnung auf dem Flur erfährt man viel von den Kollegen. Das Reden stärkt die Bindung zueinander. Damit solche lockeren Begegnungen auch virtuell stattfinden können, sind Ideen gefragt. Das Grazer Start-up teamazing nutzt dafür zum Beispiel die browserbasierte Anwendung gather.town. In einem virtuellen Büro laufen alle Mitarbeiter in Form von Videospielfiguren herum. Wer ungestört arbeiten will, setzt seine Figur an einen Schreibtisch. Für Austausch navigiert man sein virtuelles Ich in Richtung eines Kollegen. Sobald zwei oder mehrere Figuren einander berühren, öffnen sich die jeweiligen Webcams und das Gespräch kann beginnen. Es gibt aber auch ganz einfache Methoden, um einander auf einer weniger fachlichen Ebene zu begegnen: "Wir gehen auch zum Beispiel virtuell miteinander spazieren", erzählt Paul Stanzenberger, Gründer von teamazing. "Dabei erzählt ein Kollege den anderen, was er in der Nachbarschaft gerade sieht, und bezieht sie so aktiv in die eigene Umgebung mit ein."

Das virtuelle Miteinander sei zwar anders, aber nicht unbedingt schlechter, meint Bernhard: "In der aktuellen Situation fühlt man sich mit Maske und Abstand den anderen im Büro ohnehin nicht sehr nahe. Von einem virtuellen Treffen hat man da gerade mehr."

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