Arbeitswelt

Mein Weg: Hoch hinaus im Bankgeschäft

Wer mehr als eine Million Euro anlegen möchte, geht in der Capital Bank zu Gregor Lienbacher. Der Abtenauer hat sich mit seinen 29 Jahren schon einen Namen in der Finanzplanerbranche gemacht.

Gregor Lienbacher kommt gerade vom Covid-Test, als ihn die "Salzburger Nachrichten" erreichen. Seine Arbeit erfordert Präsenz. Als Private Banking Manager bei der Capital Bank in Salzburg berät der gebürtige Abtenauer betuchte Kundinnen und Kunden. Zu Lienbacher kommen jene, die mehr als eine Million Euro anlegen möchten. Da bietet sich das persönliche Gespräch an, sowohl bei Corporate Investments als auch bei Private Banking. Der 29-Jährige lebt im Bankerberuf seine Leidenschaft für Geldanlage. Jüngst ernannte ihn der österreichische Verband Financial Planners zum jüngsten Vorstandsmitglied in der rund 20 Jahre langen Geschichte des Verbands. Für die wegen einer Pensionierung frei gewordene Position bewarben sich viele Gleichgesinnte, es gab mehrere Auswahlrunden. Gregor Lienbacher fühlt sich durch die Aufnahme in das neunköpfige Leitungsgremium geehrt. Er hat viel vor, will er doch die Finanzbildung Jugendlicher und breiter Bevölkerungsgruppen forcieren.

Vom Finanztrainer an Schulen zum Anleger von Millionenbeträgen

Bankberater werden wollte der Pongauer schon als Schüler der HAK Hallein, die er nach Volksschule und Hauptschule Abtenau besuchte. "Das ist so gekommen und hatte nichts mit meinen Eltern zu tun. Mein Vater war Verkaufsleiter bei den Voglauer Möbelwerken und meine Mutter Drogistin in der Apotheke. Mich haben Zahlen fasziniert. Schon in der Hauptschule habe ich mich mit Bankkonten und später Wertpapieren beschäftigt", erzählt Lienbacher.

Bild: SN/lisa payr
Der Umgang mit Geld gehört zum Leben wie Bewegung.
Gregor Lienbacher, Private Banking Manager

In der Schule gab es keine Finanzbildung. Das wollte Lienbacher ändern. Als er nach der Matura bei der Raiffeisenbank Abtenau arbeitete, brachte er als Finanztrainer Schülerinnen und Schülern in Gymnasien, HAK und HTL Finanzwissen bei. Das Thema sei für Jugendliche wichtig, ist er überzeugt: "Der richtige Umgang mit Geld gehört zum Leben wie Bewegung. Wenn man gut damit umgehen kann, steht man finanziell besser da und es bleibt einem vieles erspart wie etwa unnötige Schulden." Finanztraining einer Bank in Schulen war einmal. Diese Form des Schulsponsorings ist seit einigen Jahren nicht mehr gestattet.

Als Vorstandsmitglied im Verband Financial Planners setzt sich Lienbacher jetzt für unabhängige Finanzbildung an Schulen ein: "Der Verband bietet seit Kurzem mit Unterstützung des Bildungsministeriums Finanzbildung an Schulen an." Für die Tätigkeit ist eine hohe Qualifikation nötig, wie etwa der Certified Financial Planner. Rund 300 Finanzberaterinnen und -berater in Österreich tragen den Titel. Alle zwei Jahre müssen sie entsprechende Fortbildungen nachweisen, um ihn behalten zu dürfen.

Neben Vollzeitjob BWL-Studium und Ausbildung zum Certified Financial Planner

Lienbacher machte die (von seinem damaligen Arbeitgeber bezahlte) Ausbildung wie zuvor auch schon sein BWL-Studium an der Fachhochschule Salzburg während seiner Tätigkeit für Raiffeisen. Viel Mühe neben einem Vollzeitjob, doch Lienbacher profitierte davon. Was das Studium bringt, erklärt er mit dem weiteren Horizont, den es ihm gegeben habe: "So habe ich neben meiner Bankberaterarbeit noch weitere Facetten der Wirtschaft wie Controlling und Human Resources Management kennengelernt."

Der Certified Financial Planner und sein Ehrgeiz als Private Banking Manager machten bald die Runde. Lienbacher, der damals von der Raiffeisenbank Abtenau in den Raiffeisenverband Salzburg gewechselt war und dort Investments von mehr als einer halben Million Euro verantwortete, bekam zwei Jobangebote. Jenes der Capital Bank/Grawe-Bankengruppe hat er 2019 angenommen. Das Headhunting verwunderte ihn nicht: "Salzburg ist im Bankenbereich ein Dorf. Wenn man Private Banking mit Leidenschaft ausübt, kommen die Banken direkt oder über Headhunter auf einen zu."

Es sei schwierig, gut ausgebildete Private Banker zu finden, die ihren Job leidenschaftlich gern machen, meint er. Dass viele Menschen Investments misstrauten, sei verständlich. Dazu hätten schlechte Beratungen von Quereinsteigern beigetragen, durch die Anleger in der Dotcom-Blase und in der Finanzkrise 2008 viel Geld verloren hätten. Die Beratungen seien jetzt strenger geregelt, am wichtigsten seien jedoch Einrichtungen wie der Verband, in dessen Vorstand er nun sitzt.

Die zertifizierten Beraterinnen und Berater stünden für höchste Qualität. Die sei ihm auch persönlich wichtig, wenn ihn Familie, Freunde und Bekannte um Tipps zur Vermögensanlage bitten und wenn er mit Kundschaft arbeitet. Lienbacher: "Da geht es ja um viel, von Wertpapieren über Nachfolgeplanung und Steuer- und Stiftungsrecht bis hin zur Bewertung von Antiquitäten. Nur mit einer guten Ausbildung und einem guten Netzwerk kann man diese Klientel umfassend beraten." Lienbacher, der in seiner Freizeit wie schon als Kind gern bergsteigt, läuft und reist, fühlt sich am richtigen Platz angekommen. Das merke er, wenn er für seine Kundschaft einen Mehrwert erreiche und in seiner Arbeit bestätigt werde. Neidgefühle seien da fehl am Platz, schmunzelt er. Er möge es, mit Millionen zu arbeiten.

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