Arbeitswelt

Mein Weg: Arbeitsplatz in den Lüften

Die Leidenschaft zum Beruf machen. Wolfgang Wimmer hat mit dem Tandem-Paragleiten ein Unternehmen aufgezogen.

Das Paragleiten hat Wolfgang Wimmer zu seinem Beruf gemacht – auch mit seiner kleinen Tochter ist er bereits hoch oben unterwegs. SN/wolfgang wimmer
Das Paragleiten hat Wolfgang Wimmer zu seinem Beruf gemacht – auch mit seiner kleinen Tochter ist er bereits hoch oben unterwegs.

Fliegen, das wollte Wolfgang Wimmer immer schon. "Ich kann mich erinnern, dass ich als Kind davon geträumt habe, Pilot oder Fallschirmspringer zu werden", erzählt der gebürtige Oberösterreicher. Zunächst führt ihn der Lebensweg jedoch auf eine andere Fährte. Nach der HTL absolviert Wimmer die Elektroniker-Lehre und lernt das Programmieren. Zwar kann Wimmer hier sein Interesse für die Technik ausleben - im Hinterkopf bleibt jedoch der Gedanke an die großen Weiten und das Fliegen.

Ziel: Aufbau eines Unternehmens mit Paragleiten

Mit 20 fasst sich Wimmer schließlich ein Herz: Gemeinsam mit zwei Freunden fährt der Eggelsberger nach Mattsee, um dort einen Kurs im Paragleiten zu absolvieren. Es ist nur der erste Teil auf dem Weg zum Pilotenschein, der Wimmer bereits völlig begeistert. Sein Ziel wird für ihn immer klarer: ein eigenes Unternehmen mit dem Paragleiten aufbauen. Für das Studium im Fach Recht und Wirtschaft kündigt er seinen Beruf als Elektroniker, lässt sich in weiteren drei Jahren zum Fluglehrer ausbilden. "Mir war klar, dass ich für einen eigenen Betrieb auch die entsprechenden Management-Kenntnisse benötige", beschreibt Wimmer, "natürlich ein langer Weg. Doch den war ich bereit, auf mich zu nehmen."

„Wer Neues wagt und dafür die Komfortzone verlässt, wird meist belohnt. “
Wolfgang Wimmer, FlyTandem-Geschäftsführer

Denn mit dem Paragleiten eröffnet sich für Wimmer eine ganz neue Welt. "Ich habe damals erst mit dem Bergsteigen und Klettern angefangen, alles Dinge, die ich bereits als Kind schon immer machen wollte. Es war, als würde ich meinen Traum endlich leben, und mir haben sich ganz neue Perspektiven eröffnet", erzählt Wimmer.

Mit ebenjenen zwei Freunden, mit denen er den Piloten- und Fluglehrerschein absolviert hat, gründet Wimmer schließlich 2006 im Alter von 25 Jahren das Unternehmen FlyTandem. Der Name ist Programm: Die drei jungen Männer heben mit ihren Kunden ab und zeigen ihnen per Tandemflug das Land Salzburg aus der Vogelperspektive. 2012 schließlich ist auch das Studium geschafft - und Wimmer übernimmt die Führung von FlyTandem.

Heute ein erfolgreiches Unternehmen

Aus dem einstigen Studentenprojekt ist heute ein Unternehmen mit 25 externen Piloten und zwei Mitarbeitern im Bereich Marketing und Social Media geworden. Nach und nach eroberten Wimmer und seine Kollegen immer neue Fluggebiete im Land Salzburg: Auf die ersten beiden Destinationen, den Gaisberg und Werfenweng, folgten Großarl, Wagrain/Flachau, Zell am See und St. Gilgen. Auch auf dem bayerischen Jenner bietet das Team seit vorigem Jahr Flüge an. "Es ist viel Arbeit, sich solche Regionen zu erschließen", berichtet Wimmer, "man muss natürlich zunächst in Kontakt zu den Grundstückseigentümern kommen, um überhaupt die Erlaubnis zu erhalten. Dann braucht es einen Kundenstamm vor Ort, den man mit Werbung generiert, man muss die Homepage entsprechend umgestalten und vieles mehr."

Heute ist Wimmer 40, hat mit seiner Verlobten zwei Kinder - und ist froh, dass er damals den Schritt gewagt hat, sein Hobby zum Beruf zu machen. "Mir hat es sehr geholfen, dass ich das Unternehmen parallel zum Studium aufbauen und dabei bereits fünf Jahre lang feststellen konnte, dass sich finanziell alles gut ausgeht." Mit der Ausbildung zum Elektroniker sowie dem fertigen Studium in der Tasche sei das gefühlte Risiko zudem gering gewesen. "Ich habe mir immer gedacht, dass ich ja in den Technik- oder Managementbereich gehen kann, wenn es doch nicht funktioniert."

Natürlich stünden dem großen Vorteil, die Leidenschaft beruflich ausüben zu können, auch Nachteile gegenüber, erzählt Wimmer. "Die Menschen buchen die Flüge dann, wenn das Wetter schön ist, die meisten Kunden haben wir im Sommer. Das ist natürlich auch die Zeit, die man gerne für sich und die Familie hätte." Dann sei es wichtig, für seine Arbeit da zu sein. Andererseits, sagt Wimmer, käme er nun mit zwei kleinen Kindern wohl kaum so viel zum Paragleiten, wenn dies nicht sein Brotjob sei.

Salzburg Adventures - Plattform für Sporterlebnisse

Wimmer rät auch anderen, Neues auszuprobieren. "Wer es wagt, seinem Gefühl nachzugehen und dafür seine Komfortzone zu verlassen, der wird meist belohnt."

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