Arbeitswelt

Internetnutzung am Arbeitsplatz - Privates Surfen im Büro

Internetzugang im Beruf und die Kontrolle durch den Betrieb sind rechtlich gesehen Grauzonen. Vor allem, wenn es sich um private Angelegenheiten handelt.

Was ist erlaubt und was ist verboten, wenn im Büro privat gesurft wird? SN/www.BilderBox.com
Was ist erlaubt und was ist verboten, wenn im Büro privat gesurft wird?

Der Mutter noch schnell ein E-Mail geschickt oder per World Wide Web kurz nach Flügen für den Urlaub oder einer Wohnung geschaut - die Arbeit im Büro läuft ja eh nicht weg, oder?

Grundsätzlich wäre die technische Überwachung eines jeden, der tagtäglich am Computer werkt, nicht schwierig. Aber: Was darf der Arbeitgeber kontrollieren?

Und, vielleicht noch wichtiger: Inwiefern darf der Arbeitnehmer das vom Betrieb zur Verfügung gestellte Internet für private Zwecke nutzen? Die rechtliche Zulässigkeit ist einmal mehr eine etwas verworrene Sache, der Umfang der Zulässigkeiten umstritten.

Was ist erlaubt und was verboten?

Vorauszuschicken ist, dass eine nicht ausufernde, private Internetnutzung im Betrieb erlaubt ist - sofern sie nicht ausdrücklich verboten wurde. Hier ist Vorsicht geboten: Wurde per Betriebsvereinbarung, im Arbeitsvertrag oder mittels mündlicher Weisung des Vorgesetzten privates Surfen untersagt, ist dem auch Folge zu leisten. Andernfalls kann laut Arbeiterkammer Salzburg eine übermäßige private Handhabung des Internets zu einer Kündigung führen, da es sich um eine "der Arbeitserfüllung hinderliche Aktivität" handelt.

Ist das private Surfen während der Arbeitszeit offiziell erlaubt, entsteht praktisch eine Art Zwiespalt: Bei der Kontrolle der Einhaltung der Nutzungsregeln durch den Arbeitgeber werden nämlich automatisch auch private Daten ausgewertet. Hier kann nur der Betriebsrat mit einem Veto dagegenhalten. Ein Spezialfall ist allerdings die Überwachung privater Mails: Das Telekommunikationsgesetz wie auch das Datenschutzgesetz untersagen den Unternehmen, Inhalte privater E-Mails zu erkunden - unabhängig davon, ob die private Anwendung des World Wide Web während der Arbeitszeit erlaubt ist oder nicht.

Die Wahrung der Menschenwürde

Auf technischer Ebene kann sich die Kontrolle auf den Standort, Inhalte oder Vermittlungsdaten beziehen. Sprich, der Betrieb darf nachprüfen, wo der (Außendienst-)Mitarbeiter im Moment gerade zugegen ist. Texte eines Mails oder Audiodateien von Kundengesprächen können ebenfalls kontrolliert werden. Das gilt auch für Mailadressen oder Webseiten, die während der Arbeitszeit genutzt werden.

Zu berücksichtigen ist: Die Überwachung des Dienstnehmers darf die Menschwürde nicht verletzen. Das hängt mit der Häufigkeit der Inspektionen zusammen. Laufende Kontrollen sind fragwürdig, wenn es sich um eine Stichprobe aufgrund eines begründeten Verdachts handelt, ist die Menschenwürde laut AK eher nicht gefährdet.

Wobei hier gilt, dass rechts- und vertragswidriges Verhalten des Arbeitnehmers den Arbeitgeber nicht automatisch dazu befugt, intensivere, inhaltliche Kontrollen durchzuführen. Bestehen Zweifel, ob es sich um privates Surfen handelt, muss der Mitarbeiter befragt werden oder die Einsichtnahme vonseiten des Betriebes abgebrochen werden. Die Anwendung von Überwachungssoftware ist in Österreich und nach Bildschirm-Richtlinie der EU übrigens strafbar.


Quelle: SN

Aufgerufen am 23.09.2018 um 06:09 auf https://karriere.sn.at/karriere-ratgeber/arbeitswelt/internetnutzung-am-arbeitsplatz-privates-surfen-im-buero-28863976

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