Arbeitswelt

Gehälter in Österreich steigen 2022 im Schnitt um 3,8 Prozent

In Österreich können Spezialisten und Fachkräfte mit 4,6 Prozent rechnen.

Studie zur Gehaltsentwicklungsprognose 2022 SN/pixabay
Studie zur Gehaltsentwicklungsprognose 2022

Wie geht es aktuell mit den Gehältern in Österreich, der EU und anderen wichtigen Staaten weiter? Dieser Frage hat sich die aktuelle Kienbaum-Studie "Gehaltsentwicklungsprognose 2022" gewidmet. Sie bietet einen Überblick über die Gehälter in 48 ausgewählten Ländern mit mehr als 600 Teilnehmern aus Unternehmen unterschiedlicher Größen und Branchen.

Teilweise keine Erhöhungen

Die Gehälter der meisten daran teilnehmenden Länder werden demnach trotz der aktuellen Situation im kommenden Jahr kräftig steigen.
Durch hohe Inflationsraten in einigen Ländern wird die reale Erhöhung jedoch niedrig ausfallen. Teilweise wird es sogar keine Erhöhungen bis hin zu Negativeffekten geben.

Österreich liegt mit einer realen Gehaltsentwicklung von 2,0 Prozent und einer Inflation von 1,8 Prozent im Mittelfeld. Die Gehälter in den EU-Ländern steigen laut Prognose zwischen 1,9 und 5,8 Prozent. Die prognostizierten Erhöhungen in Österreich sind höher als jene in Deutschland.

Entwicklungen im Vergleich

"In der Europäischen Union verzeichnet Ungarn mit 5,8 Prozent die höchste durchschnittliche Gehaltsentwicklung", stellt Alfred Berger, Leiter des Bereichs Compensation & Performance Management sowie Board Service bei Kienbaum Wien, fest. Die durchschnittliche Gehaltssteigerung in den Nicht-EU-Ländern fällt mit 4,1 Prozent stärker aus als in den EU-Ländern. Die nominale Gehaltsentwicklung ist hier mit 14,4 Prozent in der Türkei am höchsten, bei einer hohen Inflation von 11,8 Prozent.

Albanien verzeichnet als einziges Land in Europa eine negative Entwicklung mit minus 1,8 Prozent, da die durchschnittliche Gehaltsentwicklung mit 1,2 Prozent niedrig ausfällt.

In Europa zeigen die prognostizierten Gehaltssteigerungen nach Hierarchieebene teils deutliche Unterschiede. Für Spezialisten und Fachkräfte werden in vielen Ländern mitunter die stärksten Gehaltssteigerungen erwartet. Größter Einflussfaktor auf die Entwicklung der Gehälter in den EU-Ländern ist die wirtschaftliche Situation des Landes, gefolgt von der Preisentwicklung. In Österreich und Deutschland haben jedoch Tarif- und Kollektivverträge den größten Einfluss auf die Gehaltsentwicklung. Dicht gefolgt von der Unternehmensperformance, wo Europa übergreifend lediglich auf Rang drei liegt.

Während auch in den meisten Nicht-EU-Ländern die wirtschaftliche Situation des Landes den größten Einfluss auf die Gehaltsentwicklung hat, sind es in der Schweiz die Faktoren Unternehmens- und individuelle Performance.

Indien auf Platz 1

Im Vergleich der ausgewählten Länder liegt Indien mit 7,2 Prozent nominaler Gehaltssteigerung außerhalb Europas auf Platz eins. Dahinter folgen China, Raum Peking, mit 6,1 Prozent und China, Raum Schanghai, mit 5,3 Prozent. Die höchsten Inflationen werden für Indien mit 4,1 Prozent und Brasilien mit 4,0 Prozent prognostiziert. "Reale Einkommenszuwächse werden in allen betrachteten Ländern außer in Brasilien erwartet", fasst Alfred Berger die Prognose zusammen.

Im Durchschnitt schneiden außerhalb Europas die Spezialisten und Fachkräfte sowie das Top-Management gegenüber den anderen Hierarchieebenen am besten ab. In Indien gewinnt laut Gehaltsentwicklungsprognose das Top-Management mit 7,4 Prozent am meisten dazu.
Während in den meisten außereuropäischen Ländern die Preisentwicklung den größten Einfluss auf die Gehaltsentwicklung hat, wird diese in Chinas Schanghai-Region vor allem durch die wirtschaftliche Situation des Landes beeinflusst.

Im Allgemeinen ist die Bedeutung der Einflussgrößen über die geografischen und politischen Regionen hinweg weltweit ähnlich, wenn auch Unterschiede in der Stärke der Faktoren bestehen.

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