Arbeitswelt

Führung: Im Sturm die Balance halten

Chefinnen und Chefs müssen ihrer Führungsrolle gerecht werden, aber auch den Interessen der Beschäftigten. Gerade in Krisenzeiten kann Coaching helfen, die Segel zu setzen.

Gerade in Krisenzeiten sind Führungskräfte gefordert.  SN/Nuthawut - stock.adobe.com
Gerade in Krisenzeiten sind Führungskräfte gefordert.

Führungskräfte stehen täglich vor der Herausforderung, bei unternehmerischen Entscheidungen die Balance zwischen ihrer Führungsrolle und dem persönlichen Verständnis für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden. Damit das auch in Krisenzeiten gelingt, nehmen immer mehr Unternehmerinnen und Unternehmer Coaching in Anspruch. Nicole Ruckser, Vorstandsmitglied der Österreichischen Vereinigung für Supervision und Coaching (ÖVS), unterstützt Führungskräfte dabei, aktuelle Herausforderungen zu reflektieren und Lösungen zu finden. "Entscheidungsträgerinnen und -träger sind mehr denn je gefordert, eine Balance zwischen sozialen, psychischen und finanziellen Herausforderungen ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie ihrer eigenen Verantwortung gegenüber dem Unternehmen zu finden", sagt Nicole Ruckser. Themen wie diese beschäftigen ihre Klientinnen und Klienten derzeit besonders. "Gerade in Krisenzeiten ist das Bedürfnis nach Sicherheit größer und diese zu vermitteln braucht Zeit und Sichtbarkeit. Führungskräfte sind daher gefordert, transparent und klar zu kommunizieren, um eine vertrauensvolle Basis zu schaffen", erklärt sie.

Zwischenmenschliche Beziehungen trotz räumlicher Distanz

Homeoffice ist seit dem ersten Lockdown für viele zur Norm geworden. Auch Onboarding-Prozesse finden immer häufiger auf Distanz statt. Oft müssen Unternehmen aus Kostengründen Büros aufgeben oder verkleinern - zulasten eines direkten Austauschs zwischen den Beschäftigten. "Durch die räumliche Trennung werden zwischenmenschliche Beziehungen immer wichtiger, gleichzeitig werden diese aber erschwert", so Ruckser. "Damit muss die Kommunikation komplett neu gestaltet werden. Wer seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter täglich sieht, findet leicht Zeit für ein paar Worte der Anerkennung und ein ,Wie geht's?' im Vorbeigehen. Auf Distanz müssen Führungskräfte aktiv zum Telefon greifen oder digitale Alternativen finden."

Die Anforderungen der Beschäftigten verändern sich

Im Moment gibt es wohl keine Branche, die nicht mit dem Fachkräftemangel kämpft. Das bringt Führungskräfte in die Lage, dass sie sich aktiv mit der Attraktivität ihres Unternehmens als Arbeitgeber auseinandersetzen müssen. "Die Tendenz, dass potenzielle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zunehmend Anforderungen stellen, hat natürlich etwas Gutes: Unternehmen müssen sich überlegen, wie sie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter halten und neue Talente für sich gewinnen", sagt Ruckser. "Allerdings fühlen sich viele den Forderungen potenzieller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausgeliefert. Gerade bei Unsicherheiten, die hier auftauchen, kann Coaching mit gezielten Fragestellungen helfen."

Laut Ruckser ist es besonders in Krisenzeiten notwendig, sich mit der eigenen Verantwortung als Unternehmerin, als Unternehmer der eigenen Führungsrolle sowie den Bedürfnissen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auseinanderzusetzen. "Die Arbeit im Coachingprozess ermöglicht Reflexion und schafft Klarheit darüber, was im eigenen Wirkungsbereich machbar und möglich ist. Damit bildet Coaching eine gute Grundlage für einen positiven Umgang mit der aktuellen Situation", so Ruckser abschließend.

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