Arbeitswelt

Fixe Grübelzeiten gegen Unsicherheit im Berufs- und Privatleben

Was tun, wen man im Berufs- oder Privatleben unsicher ist? Unterstützend kann sein, fixe Grübelzeiten einzuplanen.

Gefühle der Unsicherheit lassen sich in den Griff kriegen.  SN/kues1 - stock.adobe.com
Gefühle der Unsicherheit lassen sich in den Griff kriegen.

Da ist es wieder, das unsichere Gefühl. Man hat etwas vor, alles scheint bestens, doch dann kommt die Unsicherheit. Habe ich alles bedacht, was für meine Präsentation wichtig sein könnte? Was mache ich, wenn mir ein Kollege plötzlich eine Frage zum Thema stellt, die ich nicht beantworten kann? Schaffe ich dieses Projekt überhaupt? Fragen wie diese tauchen immer zur Unzeit auf. Besonders in unsicheren Zeiten stehen viele vor der Herausforderung, anderen Sicherheit zu vermitteln. Lehrpersonal, Sozialarbeiterinnen und -arbeiter, aber auch Führungskräfte sowie Pflegekräfte müssen diese Aufgabe bewältigen. Kein Leichtes, wenn man selbst mit eigenen Unsicherheiten zu tun hat.

Corona rüttelt am Sicherheitsgefühl

In der Coronazeit sind es auch jetzt wieder Fragen, die sich nicht einfach vom Tisch wischen lassen. So beispielsweise die, ob in nächster Zeit wieder ein wirtschaftlicher Lockdown ansteht und die Schule, die Firma oder der Verein wochenlang zusperren muss. Oder jene, ob man Mitarbeitenden kündigen muss, falls coronabedingt wieder Aufträge ausbleiben.

Um Führungskräften das Rüstzeug für mehr Sicherheitsgefühl und -vermittlung an die Hand zu geben, haben Coaches derzeit gut zu tun. Als zentral nennt eine Wiener Supervisorin, Gefühle der Unsicherheit nicht von Haus aus wegzudrängen.

"Unsicherheit ist ein Teil unseres Lebens. Die einen fürchten, dass ihren Liebsten etwas zustößt. Die anderen sorgen sich um ihren Job. Wir müssen akzeptieren, dass wir nicht alles kontrollieren können", sagt Patrizia Tonin. Wer stattdessen Zustände des Zweifelns als Anlass fürs Lernen begreife, könne an Herausforderungen wachsen.

Grübeln planen und zugleich loswerden

In unsicheren Zeiten helfe es, sich bewusst mit Angst oder Trauer auseinanderzusetzen. Hilfreich sei es, sich zu fragen: Was fühle ich in der Situation? Was war der Auslöser? Bezieht sich das Gefühl auf die Gegenwart oder auf eine unbestimmte Zukunft? Mit kurzem Innehalten könne man den körperlichen Empfindungen nachgehen. Ein Gespräch mit einer Vertrauensperson hilft oft dabei, eine andere Perspektive einzunehmen und darauf zu fokussieren, worauf man Einfluss hat. Grübeln könne man auch planen und zugleich loswerden, meint die Supervisorin. "Beobachten Sie negative Gedanken und lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit bewusst auf etwas Positives wie etwa Musik, die Sie gerade hören", so Tonin. Verschiebe man den Grübelgedanken auf eine spätere, limitierte Zeit, verschwinde der mitunter von selbst. Stattdessen bleibt Zeit, sich konstruktiven Gedanken oder Tätigkeiten zu widmen.

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