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Die häufigsten Fragen zu Corona und Kurzarbeit

Wie sieht die Corona-Kurzarbeitslösung aus? Wie viel Gehalt bekommt der Arbeitnehmer bei Covid-19 Kurzarbeit und muss während dieser Zeit auch gearbeitet werden? Hier findet ihr die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema Corona und Kurzarbeit.

Fragen und Antworten zum Thema Corona und Kurzarbeit. SN/unsplash
Fragen und Antworten zum Thema Corona und Kurzarbeit.

Was ist Corona-Kurzarbeit?

Die Corona-Kurzarbeit soll verhindern, dass Mitarbeiter von Unternehmen, die wegen der Corona-Pandemie in wirtschaftlichen Schwierigkeiten sind, gekündigt werden. Das Modell ist zur Überbrückung angedacht, damit in Corona-Zeiten laufende Kosten für die Unternehmen gesenkt, gleichzeitig jedoch das Einkommen der Arbeitnehmer sowie ein Arbeitsplatz nach der Krise, gesichert werden.

Wie funktioniert Corona-Kurzarbeit?

Mitarbeiter werden weiter beschäftigt, arbeiten aber für einen vereinbarten Zeitraum weniger, oder überhaupt nicht. Die Arbeitnehmer erhalten trotzdem bis zu 90 Prozent des bisherigen Netto-Gehalts.

Wie lange dauert die Corona-Kurzarbeit?

Die Corona-Kurzarbeit dauert für einen Arbeitnehmer höchstens drei Monate. Bei Bedarf kann der Arbeitgeber danach noch einmal um maximal drei Monate verlängern.

Ab wann gilt die Corona-Kurzarbeit für einen Arbeitnehmer?

Der Betrieb muss beim AMS einen Antrag auf Corona-Kurzarbeit einreichen. Dieser erfordert eine Vereinbarung mit dem Betriebsrat, oder sofern es keinen Betriebsrat gibt, muss das Unternehmen von jedem betroffenen Arbeitnehmer eine unterzeichnete Einzelvereinbarung einholen. Danach müssen noch die Sozialpartner (Wirtschaftskammer und Gewerkschaften) zustimmen. Je nach Vereinbarung, kann Corona-Kurzarbeit auch rückwirkend ab 1. März 2020 gelten.

Wie viel Gehalt bekomme ich bei Corona-Kurzarbeit?

Das kommt darauf an, wie viel man vorher verdient hat. Lag das Bruttoentgelt unter € 1.700,- erhält man in etwa 90 % des bisherigen Nettoentgelts. Bis € 2.685,- 85 % und bis € 5.370,- 80 %. Lehrlinge bekommen 100 % und für Gehaltsanteile über € 5.370,- gibt es keine Beihilfe.

Was passiert mit Urlaubs- und Weihnachtsgeld beim Corona-Kurzarbeitmodell?

Urlaubs- und Weihnachtsgeld werden bei Corona-Kurzarbeit in voller Höhe berechnet. Es macht für den Arbeitnehmer also keinen Unterschied ob er normal arbeitet, oder die Kurzarbeit in Anspruch nimmt.

Wie viele Stunden pro Woche kann ich bei Corona-Kurzarbeit arbeiten?

Mindestens 10 % und maximal 90 % des bisherigen Arbeitszeitausmaßes im Durchschnitt des Kurzarbeitszeitraums. Wurden bisher 40 Wochenstunden gearbeitet und wird für die nächsten 4 Wochen Corona-Kurzarbeit vereinbart, können in den ersten beiden Wochen 0 Stunden, in der dritten Woche 20 Stunden und in der vierten Woche wieder 40 Stunden vereinbart werden. Somit hat man 60 statt 160 Stunden gearbeitet und liegt über 10 % und auch klar unter 90 %.

Ist bei Corona-Kurzarbeit auch eine 4 Tage Woche möglich?

Die Lage der verkürzten Arbeitszeit ist mit dem Arbeitgeber zu vereinbaren und kann z.B. auch auf Mo-Do verteilt werden.

Wer bezahlt mein Gehalt bei Corona-Kurzarbeit?

Der Arbeitgeber. Das AMS ersetzt dem Arbeitgeber aber mit einer Pauschale die nicht geleisteten Stunden. Im Beispiel von oben, ersetzt das AMS dem Arbeitgeber 100 Stunden.

Muss ich vor Corona-Kurzarbeit meinen Urlaub aufbrauchen?

Ein Urlaubsguthaben von vergangenen Urlaubsjahren muss auf Wunsch des Arbeitgebers, vor Beginn der Kurzarbeit, laut Richtlinie "tunlichst" aufgebraucht werden. Und es ist das "ernstliche Bemühen nachzuweisen". Kommt es zu keiner Einigung, wird die Kurzarbeit durch das AMS trotzdem genehmigt und der Urlaub sowie Zeitguthaben bleiben weiter stehen.

Kann ich während Kurzarbeit auf Urlaub gehen?

Ja. Wird Urlaub während der Corona-Kurzarbeit konsumiert, wird für diese Tage der Lohn oder das Gehalt auf Basis vor Kurzarbeit bezahlt.

Verringert sich meine Pension wenn ich in Kurzarbeit bin?

Nein, die Sozialversicherungsabgaben werden in voller Höhe bezahlt.

Kann ich als Arbeitnehmer Corona-Kurzarbeit beantragen?

Nein, aber der Arbeitgeber kann beim AMS einen Antrag auf Corona-Kurzarbeit stellen.

Kann ich Corona-Kurzarbeit ablehnen?

Ja, aber das sollte man sich sehr genau überlegen. Die Corona-Kurzarbeit ist eine Maßnahme für Unternehmen, mit wirtschaftlichen Problemen aufgrund der aktuellen Lage. Im schlimmsten Fall kann bei einer Ablehnung die Kündigung drohen.

Was mache ich, wenn ich während Corona-Kurzarbeit krank werde?

Wie zu "normalen" Zeiten den Arbeitgeber über die Dienstverhinderung  (=Krankenstand) informieren. Ärzte können wegen des COVID-19-Virus derzeit auch telefonisch eine Krankmeldung erteilen. Kommt es während der Kurzarbeit zu einem Krankenstand, wird in dieser Zeit der Lohn auf Basis des Gehalts vor der Corona-Kurzarbeit ausbezahlt.

Welche Unternehmen nutzen Corona-Kurzarbeit bereits?

Das Covid-19 Kurzarbeitsmodell wird bereits quer durch alle Branchen genutzt. So haben Unternehmen wie der oö. Flugzeugteilehersteller FACC, Austrian Airlines, Laudamotion, der Linzer Stahlkonzern Voestalpine, das Wiener Burgtheater, der Fußball-Bundesligist FC Admira, Sportartikelhersteller PUMA, Österreichs größter Baukonzern Strabag und auch Salzburger Unternehmen wie Palfinger, Mitarbeiter für Kurzarbeit angemeldet.

Kann man während Corona-Kurzarbeit dazuverdienen?

Ja, ein Zuverdienst während Corona Kurzarbeit ist möglich. Zu bezahlen sind dabei die regulären Steuern und Abgaben. Achtung: Wenn im Dienstvertrag eine Nebenbeschäftigung ausgeschlossen ist, müssen Sie Ihren Arbeitgeber fragen, ob Sie einen Nebenjob annehmen dürfen. Offene Stellen finden Sie hier: karriere.sn.at

Quelle: SN

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