Arbeitswelt

Arbeitgeber: Top oder Flop?

Bewertungsportale beeinflussen die Attraktivität von Arbeitgebern. Uni-Studie zeigt: Bei Unstimmigkeiten verzichtet jeder Zweite auf eine Bewerbung.

Bewertungsportale informieren über die Vorstellungsgespräche in vielen Betrieben.  SN/gpointstudio - stock.adobe.com
Bewertungsportale informieren über die Vorstellungsgespräche in vielen Betrieben.

Wie gut ein Arbeitgeber ist, erfahren Bewerberinnen und Bewerber häufig auf zweierlei Weise. Zum einen über dessen Homepage, auf der er seine Vorteile für Mitarbeitende präsentiert. Zum anderen stehen Bewertungsportale im Internet hoch im Kurs. Hier landen nicht nur positive Berichte wie auf den Firmenwebsites. Auch Kritik hat hier Platz. Wer einen Job sucht, findet auf Portalen wie kununu ein facettenreiches Bild seines potenziellen nächsten Arbeitgebers. "Wie ist das Betriebsklima?", "Wie ausgewogen ist die Work-Life-Balance?" oder "Handelt das Unternehmen transparent?" sind Fragen, auf die man so einige Antworten findet. Oft widersprüchliche - und das ist nicht egal, wie eine wissenschaftliche Studie kürzlich ergeben hat.

Diskrepanz beeinflusst die Bewerber

Fast drei von vier der Befragten nutzen Plattformen, die Arbeitgeber bewerten. Von diesen merkt bei der Jobsuche mehr als ein Viertel (28,4 Prozent) immer oder oft eine Diskrepanz zwischen Arbeitgeberkommunikation und Mitarbeiterbewertung. Weiteren rund 40 Prozent fällt dies gelegentlich auf. Die Folgen seien brisant, schildert Katharina Pernkopf vom Institut für Organisation und Lernen (Bereich Human Resource Management) an der Universität Innsbruck: "Mehr als die Hälfte der Kandidatinnen und Kandidaten bewirbt sich in solch einem Fall nicht mehr, 26,7 Prozent sogar nie mehr bei dem jeweiligen Unternehmen", so die Forscherin. Sie hat die Studie geleitet, die sie gemeinsam mit Markus Latzke von der FH Krems und Wolfgang Mayrhofer von der WU Wien vom HR-Marktforschungsunternehmen Trendence durchführen ließ. Befragt wurden mehr als 1600 Erwerbstätige in Deutschland, die sich in den zwölf Monaten davor in mindestens einem Bewerbungsprozess befunden hatten. Knapp die Hälfte jener, die sich trotz negativer Bewertungen um eine Stelle bewirbt, macht die Unstimmigkeiten im Vorstellungsgespräch "auf jeden Fall zum Thema".

Bewertungen sollten durchwegs hoch sein

Die meisten Nutzerinnen und Nutzer (77,7 Prozent) von Bewertungsportalen wollen sich hinsichtlich eines Jobwechsels allgemein über Betriebe informieren. Rund 30 Prozent machen auf diese Art eine letzte Arbeitgeberüberprüfung, wenn ihnen bereits ein Jobangebot vorliegt. Auch das Vorstellungsgespräch ist wichtig für die Attraktivität von Arbeitgebern. Mehr als die Hälfte der Befragten schaut sich immer oder oft Erfahrungsberichte aus dem Bewerbungsprozess an. Von den möglichen fünf Sternen sollten Bewertungen nicht viel abweichen. Der Wert, ab dem die Befragten durchschnittlich auf eine Bewerbung verzichten, liegt bei 2,5 Sternen.

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